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Schulabbruch – (k)eine Katastrophe

Hilfreiche Informationen und Tipps für den Umgang mit dem Thema Schulabbruch

Anfragen und Gespräche zum Thema Schulabbruch gehören zur täglichen Arbeit in einem Berufsinformationszentrum wie dem BiWi. Wir haben ein paar Tipps dazu zusammengestellt.


(K)eine Katastrophe

Natürlich ist der Abbruch einer Ausbildung keine angenehme Sache. Wenn Eltern jedoch daraus ein Drama machen, belasten sie die ohnehin enttäuschten Kinder damit noch zusätzlich. Was jetzt gefragt ist, ist nicht Panikmache, sondern Zuspruch und Aufmunterung sowie die intensive Suche nach möglichen Alternativen bzw. Problemlösungen.

Statistik

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass Schulabbruch bzw. Schulwechsel nichts Außergewöhnliches sind. Die Abbrecher- und Schulwechsler/innen-Quote beträgt in den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) etwa 21 %, in den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) liegt dieser Anteil bei etwa 32 %.

Problemanalyse

Zunächst ist es wichtig herauszufinden, woran es krankt. Fehlt die nötige Motivation? Wurde der falsche Schultyp gewählt? Gibt es Schwierigkeiten mit bestimmten Gegenständen? Stimmt die „Chemie“ mit einzelnen Lehrkräften nicht? Hat der Jugendliche generell Schwierigkeiten mit schulischem, also vorwiegend theoretischem Lernen? Gibt es eine schwierige Situation innerhalb der Familie? Nur wenn man die Gründe für die schulischen Probleme einigermaßen kennt, können sinnvolle Alternativen gefunden werden.

Keine Patentrezepte

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Gründen gibt es auch keine Patentrezepte. Wichtig ist in jedem Fall, nicht über den Kopf des Jugendlichen zu entscheiden, sondern dessen Vorstellungen soweit wie möglich zu berücksichtigen.

Gleicher Schultyp – andere Schule

In manchen Fällen – z. B. bei Unstimmigkeiten mit einzelnen Lehrkräften oder Problemen in der Klassengemeinschaft – kann ein Schulwechsel hilfreich sein. Auch wenn Anmeldefristen vielleicht schon abgelaufen sind, hat man immer noch Chancen, in einer Schule einen Restplatz zu finden.

Anderer Schultyp

Wenn sich herausstellt, dass die Ausbildungsrichtung nicht zum Jugendlichen passt, ist ein Wechsel des Schultyps überlegenswert. Durch den „Neustart“ kann in vielen Fällen die Motivation des betroffenen Jugendlichen gestärkt werden.

Höhere Schule – Mittlere Schule

Nicht immer ist die Matura der Weisheit letzter Schluss. Der Wechsel von einer höheren in eine mittlere Schule (Handelsschule oder Fachschule) kann eine sinnvolle Alternative sein. Die Matura kann auch noch später über einen Aufbaulehrgang erreicht werden.

Klasse bzw. Schuljahr wiederholen

Man sollte nicht unbedacht von einem „verlorenen Jahr“ sprechen, wenn ein Schuljahr wiederholt wird. Ein solches Jahr – ob an der gleichen oder einer anderen Schule – kann manchmal auch ein Gewinn sein. Manchen jungen Leuten tut es einfach gut, wenn sie etwas mehr Zeit bekommen, um sich zu entwickeln und einen guten Weg in den Beruf zu finden.

Lehre als Alternative

Für Jugendliche, die Schwierigkeiten mit dem schulischen Lernen an sich haben, kann eine Lehre eine willkommene Alternative sein. Das duale System (Lehrbetrieb und Berufsschule) bietet die Möglichkeit durch „learning by doing“ in einen Beruf hineinzuwachsen. Schulabbrecher/innen sind in manchen Bereichen mitunter als Lehrlinge durchaus gefragt. Wenn Schulen in höheren Klassen abgebrochen werden ist auch eine Verkürzung der Lehrzeit möglich. Mit der „Lehre mit Matura“ haben Lehrlinge die kostenlose Möglichkeit zu einer Reifeprüfung zu gelangen.

Zweiter Bildungsweg

Wenn erst später „der Knopf aufgeht“ können versäumte Bildungsabschlüsse auch im zweiten Bildungsweg nachgeholt werden. Einige Beispiele dazu: Abendgymnasium, berufsbildende Schulen für Berufstätige (HAK, HTL), Aufbaulehrgänge, Berufsreifeprüfung, Studienberechtigungsprüfung, Lehrabschlussprüfung im zweiten Bildungsweg.

Maturaschule

Oft meinen abbruchgefährdete Jugendliche, dass die Reifeprüfung über eine Maturaschule leichter zu schaffen sei. Übersehen wird dabei manchmal, dass dieser Weg in der Regel mit erheblichen Kosten verbunden ist, sich damit der zu lernende Stoff jedoch nicht verändert und trotzdem die „Zentralmatura“ absolviert werden muss.

(Aus)Bildung ist wichtig

Schulabbrüche führen manchmal zu großen Frustrationen bei den betroffenen Jugendlichen, sodass sie gar keine Motivation mehr zu einer weiteren Ausbildung haben. Wichtig ist hier die Einsicht, dass die Chancen am Arbeitsmarkt dramatisch sinken, wenn kein Bildungsabschluss vorliegt, der über die Pflichtschule hinausgeht. Auch aus diesem Grund gilt seit Juli 2017 in Österreich die Ausbildungspflicht bis 18. Alle jungen Menschen in Österreich müssen also mindestens bis zu ihrem 18. Geburtstag in einer Ausbildung sein.

Information und Beratung