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Was Eltern übersehen können

Eltern haben wesentlichen Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder – Ein paar Tipps für eine gelungene Begleitung in den passenden Beruf

„Als mein Vater mich zum ersten Mal fragte, was ich werden will, sagte ich nach einer kurzen Nachdenkpause: Ich möchte einmal glücklich werden. Da sah mein Vater sehr unglücklich aus. Aber ich bin dann doch etwas anderes geworden und alle waren mit mir zufrieden.“ Ein Text, den wir manchmal bei unseren Elternveranstaltungen verwenden und der zunächst Schmunzeln, dann aber auch Nachdenklichkeit bei den Zuhörern auslöst. Hier wird das Spannungsfeld zwischen Wünschen, Erwartungen und Sorgen recht gut dargestellt.

Vielschichtigkeit

Die Vielfalt der Berufe und Ausbildungen ist beachtlich. Etwa 200 Lehrberufe, unzählige Schultypen mit zahllosen Ausbildungsschwerpunkten und Spezialisierungen, hunderte Bachelor-, Master- und Doktoratsstudien an den Unis und Fachhochschulen, rund 2.000 Berufsbeschreibungen im Berufsinformationscomputer der Wirtschaftskammer und niemand behauptet, dass dies wirklich eine vollständige Berufsliste ist. Angesichts dieser Zahlen leuchtet es ein, dass Berufsorientierung Zeit und Arbeit erfordert.

Beratungseinrichtungen

Es ist gut, dass zahlreiche Institutionen wie das Berufsinfozentrum der Wiener Wirtschaft (BiWi) und die entsprechenden Einrichtungen der anderen Landeskammern, das Arbeitsmarktservice (AMS), die Beratungsstellen der Schulbehörde oder der Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK) bei der Berufs- und Ausbildungswahl helfen. Abnehmen können und wollen Beratungseinrichtungen die Berufsentscheidung jedoch nicht.

Testhörigkeit

„Ich möchte mein Kind austesten lassen“, ein häufiger Wunsch, der bei uns im BiWi von ratsuchenden Eltern geäußert wird. Erwartet wird dabei mitunter ein allumfassender Test, mit dem die Berufs- oder Ausbildungswahl einfach und ohne großen Aufwand erledigt werden kann. Man sollte sich dabei bewusst machen, dass Testverfahren durchaus eine Entscheidungshilfe darstellen können, deren Bedeutung aber nicht überschätzen. Zu groß ist die Zahl der Unbekannten, um eine einfache und immer anwendbare Berufswahlformel aufstellen zu können. Eltern sind gut beraten, auch auf ihr Gespür für die Talente und Interessen ihrer Kinder zu vertrauen und sich Zeit für die gemeinsame Erforschung der Berufs- und Bildungswelt zu nehmen. Entscheidungen werden von Menschen getroffen, nicht von Testverfahren.

Im Stich lassen – Bevormunden

Den meisten Eltern ist bewusst, dass ihre Kinder bei der Berufs- und Ausbildungsentscheidung Unterstützung brauchen. Die Schwierigkeit liegt darin, die Söhne und Töchter dabei weder zu bevormunden noch im Stich zulassen. Es ist sicher sinnvoll, junge Menschen dazu zu motivieren, sich selbst mit der eigenen Berufsentscheidung zu beschäftigen. Es ist aber auch wichtig, den Kindern dabei im notwendigen Ausmaß Hilfe und Unterstützung anzubieten. Hier den jeweils passenden Mittelweg zu finden ist durchaus eine Herausforderung und erfordert Fingerspitzengefühl.

Überfordern – Herabsetzen

Beides erleben wir bei unseren täglichen Kundenkontakten: Mütter und Väter, die mit ihren Berufsvorstellungen die Kinder heillos überfordern, sowie Eltern, die ihrem Nachwuchs zu wenig zutrauen. Die möglichst realistische Einschätzung der Fähigkeiten und Talente der Kinder spielt hier eine wichtige Rolle.

Familientradition

Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Kinder den Betrieb, der von der Familie aufgebaut wurde, übernehmen und erfolgreich weiterführen oder auf andere Weise in die beruflichen Fußstapfen der Eltern treten. Manchmal müssen Eltern aber auch akzeptieren, dass ihr Nachwuchs andere berufliche Wege einschlagen will.

Prestigedenken

Manche Berufe genießen hohes gesellschaftliches Ansehen, andere sind weniger geachtet. Verständlicherweise neigen Eltern eher dazu, ihren Töchtern und Söhnen zu Berufen oder Ausbildungen mit hohem Sozialprestige zu raten. Manchmal vielleicht auch zu Berufen, die sie selbst – aus welchen Gründen auch immer – angestrebt, aber nicht erreicht haben. Das Wohl der Kinder sollte wichtiger sein als das Prestigedenken der Eltern.

Hilfe, wenn es Probleme gibt

Misserfolge bei der Ausbildung wie etwa Klassenwiederholung oder Schulabbruch sind eine Belastung für Kinder und Eltern. Auch wenn es manchmal nicht so aussieht – junge Menschen brauchen in solchen Situationen die Unterstützung von Eltern, die gemeinsam mit ihnen möglichst entspannt und ohne Panikmache nach Problemlösungen suchen.

Broschüre

In der Broschüre „Berufswahl begleiten“ finden Eltern, Erziehungsberechtigte, Lehrer/innen , Jugendbetreuer/innen etc. hilfreiche Infos und Tipps für eine gelungene Berufswahlbegleitung.