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„Jede Organisation verträgt so viel Diversity, wie sie verträgt.“

Interview mit FH-Prof.in Dr.in Anne Rosken, Studiengangsleitung Disability & Diversity Studies, FH Kärnten.
Stand:
FH-Prof.in Dr.in Anne Rosken

Was ist das Besondere an Ihrem Studiengang „Disability und Diversity Studies“? 

Rosken: Der Studiengang DDS -Disability & Diversity Studies, welcher einzigartig in Österreich ist,  besteht seit Oktober 2013 und nimmt jährlich im Wintersemester 25 StudentInnen auf. Mit seiner Interdisziplinarität und Praxisbezogenheit reagiert er damit auf neue gesellschaftliche Herausforderungen wie z.B. Globalisierung, Internationalisierung und demographischer Wandel. Das Besondere  ist die Triangulation beider Themenfelder Disability Studies und  Diversity Studies. Obwohl Disability ein Bestandteil von Diversity ist, rücken wir diese Dimension besonders in den Vordergrund. Aber auch weitere Diversity-Dimensionen wie  Alter, Gender, Ethnie und Klasse werden im Studium thematisiert.  Diese Dimensionen werden in unterschiedlichen Kontexten: Kindheit und Jugend (primär Bildung), Erwachsenenalter (primär Erwerbsleben) und Alter (primär neue Lebensformen) behandelt. 

 

Inwiefern ist das Thema Diversität auch in anderen Studienrichtungen bzw. Lehrgängen verankert? 

Rosken: In der Studienrichtung „Soziale Arbeit“ wird Diversity behandelt, sowie auch im Studienbereich Wirtschaft und Management. Nichtsdestotrotz, sind wir mit unserem Studiengang Spezialisten in diesem Gebiet, da das komplette Studium auf Disability und Diversität ausgerichtet ist. 

 

Wann ist eine Hochschule „inclusiv“? 

Rosken: Für mich ist eine Hochschule inklusiv, wenn diese allen Studierenden gleiche Chancen bietet. So versuchen wir an der Hochschule auf unterschiedliche Bedürfnisse einzugehen: D.h. Möglichkeiten für Studierende mit Beeinträchtigungen zu schaffen (unsere Standorte sind z.T. „barrierefrei“),  Angebote für Studierende unterschiedlicher Altersstufen (insbesondere durch Vollzeitstudienangebote, berufsbegleitende  sowie familienfreundliche Angebote)  und Angebote für Studierende aus dem Ausland zu platzieren. Ferner arbeiten wir daran, unsere Konzepte laufend zu optimieren und zu verbessern, damit z.B.  in Hinsicht auf „Barrierefreiheit“, noch mehr Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen bei uns studieren können.  Gleiches gilt für das eigene Personal: Im Hinblick auf Diversity, wurden wir einerseits als familienfreundliche Hochschule ausgezeichnet und andererseits hat sich die Hochschule mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt noch stärker zu diesen Maßnahmen bekannt. Weiters verfügen wir über einen Gleichstellungsausschuss und eine Abteilung für Internationales.

 

Welche aktuellen Schwerpunkte/ Maßnahmen setzen Sie Organisations-intern? 

Rosken: Derzeit gibt es eine Diversitätsbeauftrage/n, einen Gleichbehandlungsausschuss sowie eine Abteilung für Internationales. Alles sind Elemente an der Hochschule, die sich mit dem Thema Diversity intern auseinandersetzen.  

 

Kärnten und Diversität. Wie passt das zusammen? 

Rosken: Dies passt perfekt zusammen. Seit ca. 1 ½ Jahren leite ich den neuen Studiengang und kann sagen, dass sich in Kärnten, nach meiner Wahrnehmung, viel Positives getan hat. Sicherlich hat hier auch die Etablierung unseres Studienganges dazu beigetragen. Ferner wird die Bewusstseinsänderung auch von anderen  tollen Organisationen in Kärnten wie z.B.  dem Carinthian International Club - CIC, mit welchem wir kooperieren unterstützt. Weiters trägt die Arbeit im Landesetappenplan zur Umsetzung der EU-Behindertenrechtskonvention in Kärnten dazu bei, Prozesse ins Rollen zu bringen und inklusives Denken zu fördern. Desweiteren wird die Entwicklung des Integrationsleitbildes für das Land Kärnten durch die FH begleitet.

 

Welchen Tipp geben Sie Organisationen, die mit Vielfalt beginnen? 

Rosken: „Jede Organisation verträgt so viel Diversity, wie sie verträgt.“  Das soll heißen, dass man nicht zwingend alle Diversitydimensionen umsetzen muss bzw. kann. Entscheidend ist, die  Geschichte des Unternehmens bzw. der Organisation in den Blick zu nehmen und seine Kultur. Wichtig hierbei ist auch, mit den Mitarbeitern zu reden, ob sie das Thema „Diversity“ verstehen und wollen. Für eine gelingende Implementierung ist das Commitment der Belegschaft und der  Führungsetage bedeutend. Wenn das nicht der Fall ist, kann es sehr schwer werden.

  

Vielen Dank für das Interview.