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„Unternehmensgröße ist nicht ausschlaggebend. Es geht einzig allein um das Wollen.“

Interview mit Mathias Cimzar, MTraining - Mathias Cimzar e.U.
Stand:
Mathias Cimzar

Sie haben sich als erstes EPU für die Premium-Mitgliedschaft der Charta der Vielfalt entschieden. Was war Ihre Motivation? 

Für mich ist nicht die Unternehmensgröße ausschlaggebend, sich aktiv mit der Vielfalt der Menschen auseinanderzusetzen. Es geht einzig allein um das Wollen. Diese Bereitschaft wollte ich durch die Zeichnung der Charta der Vielfalt bereits 2012 als nach außen hin sichtbares Signal verdeutlichen. Das Upgrade auf die Premiummitgliedschaft in diesem Jahr war ein logischer Schritt um dieses Zeichen des Bekenntnis zur Vielfalt und deren Förderung noch stärker unterstreichen. Die aktive Auseinandersetzung und der wertschätzende Umgang mit der Diversität ist für uns nicht nur eines unserer Geschäftsmodelle, sondern ein bedingungsloses Versprechen.

 ZukunftVIELFALT® ist von MTraining mitgestaltetes Entwicklungsinstrument und Auszeichnung für ganzheitliches Diversity Management. Welche Vorteile ergeben sich dadurch für Unternehmen? 

Mit ZukunftVIELFALT® begleiten wir Organisationen bei der (Weiter)entwicklung bzw. Implementierung von Diversity Maßnahmen anhand eines standardisierten Prozesses, innerhalb dessen aber die Individualität der partizipativ erarbeiteten Maßnahmen maßgeblich für den Erfolg ist. Wir reduzieren mit ZukunftVIELFALT® gleichzeitig die Komplexität des Themas, beziehen alle Mitarbeiter_innen-Gruppen und Organisationsbereiche in die Maßnahmenfindung mit ein um hohe Identifikation mit dem Thema sowie den verabschiedeten Maßnahmen zu erreichen und damit ein starkes Commitment zu erzielen.

 Stichwort: Trainings im Diversity Bereich. Welche Erfahrungen haben Sie hierzu gemacht? 

Immer mehr Unternehmen bringen Ihren Bedarf an entsprechenden Diversity Trainings zum Ausdruck und suchen verstärkt unsere Unterstützung. Vorrangig werden dabei Sensibilisierungsmaßnahmen gewünscht um das Thema in der Organisation zu etablieren. Ein weiterer Themenschwerpunkt sind Workshops zur interkulturellen Kompetenz sowie Anti-Bias-Trainings.

 Gemeinsam mit Günter Horniak haben Sie das Buch „Vielfalt bringt‘s! Diversity Management für Kleinunternehmen“ geschrieben, in dem Sie für Vielfalt als Erfolgsfaktor plädieren. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Unternehmen Vielfalt als diese zu verstehen und zu erkennen.  

Aus der Erfahrung in der Begleitung von Organisationen weiß ich, dass der Erfolg des Diversity Managements mit dem Commitment des Top Managements und der Vorbildfunktion der Führungskräfte einhergeht. Wird es von oben mitgetragen, dann stellen sich Erfolge ein. Eine weitere Herausforderung besteht darin, den Nutzen der Maßnahmen allen Beteiligten verständlich zu machen und die Bereitschaft zu Veränderung zu fördern bzw. einzufordern. Eine begleitende Kommunikation der Maßnahmen und Beweggründe ist ebenso unumgänglich in diesem Veränderungsprozess, in dem es nicht um die Betroffenenpolitik oder Minderheitenförderung geht. Einzelne Themenbereiche der Vielfalt auszusparen, weil sie die Organisation vermeintlich nicht betreffen, führt dazu, dass sich einzelnen Personen(gruppen) erneut ausgeschlossen fühlen und sich das Diversity Management ad absurdum führt. Letztlich gilt es auch, ein wenig Geduld zu haben, denn die gesetzten Aktivitäten werden nicht in der Sekunde zu signifikanten Veränderungen an betriebswirtschaftlichen Kennzahlen führen. Aber sie werden ablesbar sein.

  Welchen Tipp geben Sie Organisationen, die mit Diversity Management beginnen wollen?  

Mein vorrangigster Tipp ist, es einfach zu tun. Was ein wenig naiv und einfach klingen mag schließt wieder an meine Eingangsaussage zurück: es geht letztlich nur um das Wollen – dann klappt es auch mit dem Können. Als ersten Schritt empfiehlt sich daher, sich mit dem gewünschten Endergebnis auseinanderzusetzen und die Fragen „Was möchten wir für die Organisation durch Diversity Management erreichen, wo soll die Reise hinführen?“ zu beantworten. Daraus leiten sich dann die Maßnahmen und auch kritischen Themenbereiche ab. Die proaktive Auseinandersetzung verschafft Organisationen weiters die Möglichkeit, sich in Ruhe mit der Vielfalt zu beschäftigen und ausgereifte und durchdachte Maßnahmen umzusetzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis gesellschaftliche Erwartungshaltung und weitere gesetzliche Maßnahmen Organisationen zum handeln zwingen werden.  

Vielen Dank für das Gespräch.