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Österreichischer IT- & Beratertag

Rückblick 2006

Österreichischer IT- & Beratertag 2006:Geschäftsprozesse – gemeinsamer Nenner von Beratern und IT-Experten
Stand:

Bereits zum vierten Mal trafen einander Berater und Beraterinnen aus den Bereichen Unternehmensberatung, IT, Telekom und Gewerbliche Buchhaltung sowie Wirtschaftsmediatoren und –treuhänder zum jährlichen Branchentreff. Der Österreichische IT- & Beratertag hat sich innerhalb kürzester Zeit zu DEM Top-Expertentreff für den fachlichen Austausch entwickelt. Mit dem Kernthema Geschäftsprozesse fand man ein aktuelles Thema, das die Notwendigkeit der intensiven Kooperation zwischen den verschiedenen Beratungsdisziplinen deutlich machte.

St. Pölten, 30. November 2006; Am 29. November begrüßte KommR Dr. Friedrich Bock, Obmann des Fachverbandes UBIT, Gäste aus dem Who-is-Who der Österreichischen IT- und Beraterbranche in den – bis in die letzten Reihen gefüllten – Sälen der Wiener Hofburg – einem Ort, der wohl in einzigartiger Weise das Aufeinandertreffen von Bewahrenswertem und notwendiger Erneuerung widerspiegelt. Alfred Harl, Obmann der Fachgruppe UBIT der WKNÖ und Veranstalter des Österreichischen IT- & Beratertages, unterstrich in seiner Begrüßung die Vorreiterrolle Österreichischer Wissenschafter und Unternehmer an vielen Meilensteinen der IT-Entwicklung, angefangen bei Prof. DDr. Zemanek, dem Vater des ersten voll-transistorisierten Rechners in Europa, bis in die Gegenwart. Doch das entsprechende Selbstbewusstsein fehle der österreichischen IT- & Beraterbranche über weite Strecken. Diese Einschätzung teilte er mit dem ersten Keynote Sprecher des Tages. Prof. Dr. Dimitris Karagiannis, seit vielen Jahren in Österreich wie auch international tätig, forderte die anwesenden Berater auf – bei aller Selbstkritik – die Leistungen und das Know-how der Österreichischen IT-Experten nicht zu unterschätzen. Und so machte die europäisch besetzte Liste der Vortragenden und Vertreter von Unterstützern – von SAP, IDS Scheer über BOC bis hin zu KPMG – den Österreichischen IT- & Beratertag auch zu einer Plattform für den internationalen Vergleich in Bezug auf die Innovationskraft der Branche.

Innovation muss künftig die Prozesse prägen

„Prozesse müssen innovativ sein.“, stellte IDS Scheer-Vorstand Dr. Wolfram Jost, gleich zu Beginn seines Vortrages in den Raum. „Denn“, so Jost weiter, „die Qualität der Prozesse bestimmt die Qualität des Produktes; ganz besonders dort, wo der Prozess das Produkt ist, wie dies bei Serviceleistungen der Fall ist. Unternehmerische Erfolge, von Google bis Dell, waren nicht auf Produkt- sondern auf Prozessinnovationen aufgebaut. Gute wie schlechte Qualität ist das Ergebnis ebensolcher Prozesse.“ Damit steht außer Zweifel, dass Prozessmanagement keine Frage der Unternehmensgröße ist; sie mit Methode zu managen, ebenso wenig. Allerdings, so Jost, habe es die IT in der Vergangenheit verabsäumt, ihre Rolle als treibende Kraft im modernen Geschäftsprozessmanagement klarzustellen. So sei sie in die Rolle eines von Anforderungen getriebenen Gehilfen geschlittert, aus der sie künftig hervortreten müsse. Es sei schon heute nicht mehr genug, IT auf Grund ihrer Effizienz und Effektivität, ihrer Flexibilität und ihrer Übereinstimmung mit dem Business zu rechtfertigen. Das Potential der IT, auf Grund ihrer Innovationskraft und Kenntnis der Prozesse unmittelbar zum Umsatz- und Gewinnwachstum beizutragen, müsse unter Beweis gestellt werden. Nur damit rechtfertige sich der Platz der Informationstechnologie im Fokus der Vorstandsetagen. Moderne Geschäftsprozessplattformen leisteten hier einen großen Beitrag. Auf deren Modellebene könnten Systeme und ihr Nutzen weit besser eingeschätzt werden, als auf der technischen Ebene. Zudem wäre die von der Businessdynamik geforderte Flexibilität durch modulare, standardisierte Modelle besser gegeben als bisher. Und damit nahm Jost Berater wie Unternehmer in die Pflicht: „Um diese neuen Möglichkeiten nutzen zu können, müssen sich Unternehmen auf dem Weg zur Serviceorientierung auf eine Abkehr vom reinen Funktions-Denken einlassen und die Prozess-Sicht in den Mittelpunkt rücken.“ Diese integrative Sicht von Prozess- und IT-Beratung ist seiner Ansicht nach auch der Schlüssel zur langfristigen Sicherung der IT-Wertschöpfung in den Industrienationen. Während technische Implementierungen mehr und mehr über Outsourcing und Softwarefabriken im Ausland günstig angeboten würden, könne die integrative Behandlung von Prozessmanagement und IT auch künftig echte Wertschöpfung mit hohem Kundennutzen erzielen und damit die Honorare der Branche rechtfertigen.

Mit IT ist es schwer, aber ohne IT hat Erfolg nicht die geringste Chance.

So kommentiert Harl die Bedeutung von IT. Erst Ausfälle führen uns die Abhängigkeit von Prozessen und Informationstechnologie vor Augen. Dazu merkt Wolfgang Schuckert, Managing Director der SAP Österreich GmbH, in seinen Grußworten launig an: „SAP hat die Komplexität nicht erfunden.“ Es sei eine Realität unserer Zeit, dass die moderne Geschäftswelt sich an das Tempo und die Möglichkeiten der IT gewöhnt hat und mit den Antwortzeiten von Telex und Festnetztelefon nicht mehr das Auslangen findet. Doch sind komplexe und umfangreiche Systeme immer die optimale Lösung? Das Thema IT-Compliance und Anpassungsaufwand von Standardsoftware auf Unternehmensebene hatte zuvor bereits Prof. Dr. Dimitris Karagiannis in provokanter Weise angesprochen: „Übersteigt der Anpassungsaufwand einer Applikation 20% des Gesamtaufwandes, dann sollte man die Eignung dieser Lösung hinterfragen.“ In seinem Vortrag, den er selbst als einen Versuch bezeichnete, eine Semestervorlesung in vierzig Minuten zu transportieren, unterstrich er drei Ebenen der Compliance zwischen Business und IT: die technische Compliance als Basis, die Business Compliance und die Regulation Compliance, also die Übereinstimmung von Lösungen und Systemen mit rechtlichen und anderen umgebungsbedingten Vorgaben. In diesem Zusammenhang warnte er auch vor einem allzu großzügigen Umgang mit Outsourcing: selbst wenn Outsourcing-Lösungen die Anforderungen, die sich aus diesen 3 Ebenen ergeben, auf den ersten Blick optimal erfüllen könnten, so erzeuge das Herauslösen eines einzelnen Prozesses doch neue Schnittstellen. Bisweilen übersteigen Kosten und Aufwand an diesen neuen Schnittstellen den Einsparungseffekt, der durch das Outsourcing des Prozesses selbst erzielt werden konnte. Während er emotionaler Intelligenz als Ratgeber im Geschäftsprozessmanagement einen Platz einräumte, wies er doch auf die zentrale Rolle von Beratern bei der Umsetzung dieses Wissens hin und traf sich damit inhaltlich mit seinem Nachredner Jost.

Wissen kompakt: bei der Workshop-Reihe des Österreichischen IT- & Beratertages fanden besonders Soft-Skill-Themen großen Anklang.

Nicht nur auf Grund der Erfahrung aus den vergangenen Jahren, sondern bestärkt durch Studien und Expertenrunden der UBIT zum Thema Weiterbildung und Qualifikation wissensbasierter Dienstleister in Österreich, war der Nachmittag in drei Workshop-Reihen mit sehr spezifischen Themen gegliedert. Die Beraterbranche, die der österreichischen Wirtschaft entsprechend durch Klein- und Mittelbetriebe und viele EPUs gekennzeichnet ist, verlangt von einer Veranstaltung dieser Art konkreten Nutzen und direkt anwendbares Wissen. So waren die Workshops zum Themen wie „Konflikte in Veränderungsprozessen“ mit dem Wirtschaftsmediator Mag Dr. Peter Adler und dem Geschäftsführenden Gesellschafter von Büro & CO, Hannes Zagar, sowie zu „Outsourcing Pro und Kontra“ moderiert von Hans Jürgen Pollirer, Bundesspartenobmann Information und Consulting der WKO, gut besucht. Renate Daimler gab Denkanstöße zum Thema „Implizites Wissen und Wahrnehmungs- und Lernprozesse jenseits der Verbalität“.

Know-how ist wichtig – ein funktionierendes Netzwerk fürZusammenarbeit ebenso!

Der IT- & Beratertag würde das Prädikat „Österreichisch“ nicht verdienen, wäre da nicht auch ein stimmungsvoller Raum für den einen oder anderen Plausch mit bekannten wie auch neuen Branchenkollegen und möglichen Kooperationspartnern – begleitet von ein paar Schmankerln zwischendurch. Wie man das in unserem Land eben so macht – das Netzwerken! Dieser Mischung von Wissenstransfer und Netzwerk-Plattform blieb man auch bei der Abendveranstaltung treu. Die Denkanstöße des Bestseller-Autors Edgar K. Geffroy in seinem Vortrag „Triumph der Mitarbeiter in der Wissensbasierten Welt“ boten Gesprächsstoff für einen interessanten Abend. Die Verleihung des CMC an 74 Unternehmensberater und -beraterinnen und die Übergabe der jüngst erworbenen Zertifikate an 8 Akademische Unternehmensberater unterstrich dann zum Abschluss das ernsthafte Streben der österreichischen Beraterwelt, sich an objektiven Qualitätsrichtlinien messen zu lassen und sich einer laufenden Höherqualifizierung zu unterziehen.Alfred Harl zeigte sich am Ende der Veranstaltung zufrieden und machte sich zugleich eine Aussage des Keynote Sprechers Jost zueigen: „Es gibt keinen Prozess, den man nicht noch besser machen könnte.“ In diesem Sinne darf man auf den Österreichischen IT- und Beratertag 2007 gespannt sein.

Mit 7.000 Mitgliedern ist UBIT die zweitgrößte Fachgruppe der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Sie nimmt die spezifischen Brancheninteressen der Unternehmer und Unternehmerinnen aus den Bereichen Unternehmensberatung, Informationstechnologie sowie Buchhaltung wahr. Ziel ist es, berufs-relevante Rahmenbedingungen zu optimieren und die Qualitätsleistungen der Berufsgruppen dem Markt zu kommunizieren. 
Zum umfangreichen Leistungsspektrum für ihre Mitglieder zählen unter anderem Beratungs- und Serviceleistungen, Kommunikationsmaßnahmen und Informationsveranstaltungen.

Alle Fotos zum Österreichischen IT- & Beratertag 2006 finden Sie hier.

Vorträge


Keynotes

Vortrag: Edgar K. Geffroy
Vortrag: Wolfram Jost, Dr.
Vortrag: Dimitris Karagiannis, o. Univ. Prof. Dr.
Vortrag: Renate Daimler

Fachreferenten

Vortrag: Peter Adler, Mag. Dr.
Vortrag: Roland Beranek, CCT
Vortrag: Michael Felix M. Effenberg, Mag.
Vortrag: Karin Grasenick, Prof. (FH) DI Dr.
Vortrag: Rupp Christian
Vortrag: R. Niki Harramach, Dr.
Vortrag: Erika Krenn Neuwirth, Mag.
Vortrag: Hans-Jürgen Pollirer, KommR
Vortrag: Werner Schlatte, DI Mag.
Vortrag: Hannes Zagar