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INDUSTRIE AKTUELL
Ausgabe 22 | 28. November 2017

Trennung der gemeinsamen Strompreiszone mit Deutschland führt zu Verunsicherungen

Trennung der gemeinsamen Strompreiszone mit Deutschland führt zu Verunsicherungen
Gezielter Netzausbau ist für einen funktionierenden Strombinnenmarkt notwendig. Fotocredit: © Fotolia I HasanEROGLU

Trennung der gemeinsamen Strompreiszone mit Deutschland führt zu Verunsicherungen

Der rasante Ausbau der erneuerbaren Energieträger insbesondere in Deutschland stellt das Übertragungsnetz vor große Herausforderungen. Im Mai 2017 haben sich daher die deutsche Bundesnetzagentur und die österreichische Energie-Control auf einen Kompromiss zur gemeinsamen Strompreiszone geeinigt: Mit 1. Oktober 2018 werden zwar im Großhandel die Leistungsspitzen gekappt, Österreich wird aber eine freie Langfristkapazität im Ausmaß von 4.900 Megawatt Strom garantiert.

Positiv ist, dass mit diesem Verhandlungsergebnis die Mehrkosten überschaubar bleiben, wurde doch für die österreichischen Stromkunden ein Kostensprung von 10 bis 15 Prozent vorhergesagt, was für die heimische Industrie einen schweren Wettbewerbsnachteil verursacht hätte. „Deshalb müssen die bestehenden Nadelöhre und Flaschenhälse durch gezielten Netzausbau rasch beseitigt werden“, so Spartenobmann Günter Rübig.

Auswirkungen der Trennung noch nicht abschätzbar
„Derzeit ist noch ungewiss, wie sich die Trennung auf die Börsenpreise ab dem 3. Quartal  2018 konkret niederschlagen wird“, merkt Rübig an. Zwar laufen schon jetzt die Preise für Lieferungen nach Deutschland und nach Österreich an der Leipziger Strombörse um etwa einen halben bis einen Euro pro MWh auseinander. Bei einem Handelspreis von rund 36 EUR/MWh befinden wir uns momentan bei einem Kostensprung von 1 bis 2 Prozent. Allerdings wurde für Lieferungen nach Österreich noch keine einzige MWh gehandelt. „Auch gibt es noch keine neuen Spielregeln, wie bei einer Überschreitung der Transportkapazitäten umgegangen wird“, bemerkt Rübig weiter.

Stromlieferverträge auf zulässige Mehrkostenüberwälzung prüfen

Aktuell sorgen deshalb Schreiben von einzelnen Stromlieferanten an ihre Kunden für Verunsicherung: Diese Stromlieferanten versuchen, ihre Kunden bereits jetzt mit Mehrkosten zu belasten, die erst mit der Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone anfallen werden.
Die sparte.indsutrie rät ihren Mitgliedern daher, ihren Liefervertrag genau zu prüfen und zu klären, ob eine einseitige Kostenüberwälzung rechtlich überhaupt möglich ist. Wenn ja, darf dies nur im tatsächlichen Ausmaß der Mehrkosten geschehen. Dies gilt auch für die Verrechnung von allfälligen „Energieeffizienzbeiträgen“, die nach wie vor von einigen Lieferanten in Rechnung gestellt werden. Es empfiehlt sich daher, bestehende Angebote im Detail zu vergleichen.