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Frauen bei der Altersvorsorge unter Zugzwang

Privat vorzusorgen ist für Frauen aufgrund der demographischen Fakten wohl ein Muss.
Frauen bei der Altersvorsorge unter Zugzwang
© Markus Altmann/Corbis

Von Klaus Schweinegger


Sind Sie einen Frau? Dann gehören Sie zu einer Risikogruppe - pensionsmäßig gesehen. Denn: Die Pensionsversicherungsanstalt hat einen „Faktencheck“ gemacht. Dafür hat sie alle rund 29.000 Alterspensionen, die von Jänner bis August 2017 neu zuerkannt wurden, untersucht. Ein Ergebnis: Rund 89 % der Männer, die in Pension gingen, haben mehr als 40 Versicherungsjahre erworben.
Bei Frauen beträgt dieser Anteil knapp 41 %. Die Durchschnittspensionen liegen bei Männern größtenteils weit über jenen der Frauen. Der Grund dafür sind niedrigere Beitragsgrundlagen, die aus geringeren Einkommen (Teilzeit), (langen) Zeiten für Kindererziehung oder für Pflege resultieren.


Equal Pension Gap

Dass bei Frauen Handlungsbedarf in puncto Altersvorsorge besteht, illustrierte auch der „Equal Pension Day“ am 27. Juli. An diesem Tag hatten heimische Männer im Durchschnitt bereits so viel Pension erhalten wie Frauen erst bis
Jahresende. „Im Schnitt bekommen heimische Frauen nur 57 % der Pension, die Männer erhalten“, kritisierte daher Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner und spricht von einem „alarmierenden Trend“. Denn damit ist der Unterschied
zwischen den Geschlechtern noch deutlich höher als bei den Lohneinkommen. Während sich die Lohnschere aber zumindest leicht verkleinere, herrsche bei den Pensionen Stillstand beim Schließen der finanziellen Lücke zwischen Mann und Frau.


Selbst ist die Frau

So weit, so schlecht. Aber es gibt einen Lichtschimmer: UNIQA Österreich hat sich jüngst in einer internen Auswertung das Vorsorgebewusstsein jener Menschen, die besonders von Altersarmut betroffen sind, angesehen. UNIQA-Chef Andreas Brandstetter: „Wir sehen, dass die Menschen, die heute privat vorsorgen, im Schnitt um zehn Jahre jünger sind, als das noch vor 15 Jahren der Fall war. Außerdem setzen immer mehr Frauen, die oft aufgrund
von Teilzeitarbeitsverhältnissen weniger staatliche Pension erhalten werden, auf die private Absicherung.“ Waren es 2001 nur 36 % aller Lebensversicherungsverträge, die Frauen zugerechnet werden konnten, so sind es für 2016 bereits 42 %. „Bei den Frauen ist das Bewusstsein, in die dritte Säule der Altersvorsorge zu investieren, gestiegen. Das hängt sicher damit zusammen, dass sich das Rollenbild in den vergangenen 15 Jahren weiter verändert hat.
Frauen sind selbstständig, verdienen ihr eigenes Geld und entscheiden selbst über private Altersvorsorge. Die staatliche Vorsorge ist zwar ‚sicher‘, wird aber bei vielen Menschen nicht ausreichen, um den Lebensstandard auch in der Pension aufrecht zu erhalten“, so Brandstetter.


Mit und ohne Anreiz

Da also die Politik das Problem erkannt hat, sollte es ja eine Chance auf Besserung geben. Hofft nicht nur Brandstetter: Die Politik sollte Anreize oder Erleichterungen schaffen, um die Bevölkerung dazu zu motivieren, auch privat für das Alter vorzusorgen.“ Wer nicht darauf warten will, sollte sich mit seinem Berater seine individuelle Vorsorgestrategie machen.


Fakten

Eine Möglichkeit, der Vorsorgefalle – sowohl als Frau als auch als Mann – zu entkommen, ist, auch das gewohnte Sparverhalten zu überdenken und sich über ertragreiche Alternativen beim Thema Geldanlage zu informieren. Denn Österreich ist europaweites Schlusslicht bei den
auf privates Geldvermögen erzielten Renditen. Diese lagen hierzulande zwischen 2012 und 2015 – nach Abzug der Inflation – im Schnitt nur bei 1 %. Ursache dafür ist, dass Frau und Herr Österreicher nach wie vor stark auf sicherheitsorientierte Veranlagungsformen wie Sparbücher setzen, die in der derzeitigen Niedrigzinssituation negative Realrenditen aufweisen und damit die Kaufkraft des Ersparten sinkt. Wer etwa Ende Juni 2007 – rückblickend zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt – Aktienfonds gekauft hat, ist heute mit ziemlicher Sicherheit trotzdem deutlich im Plus: Ein durchschnittlicher weltweit gestreuter Aktienmix hat in den vergangenen zehn Jahren insgesamt 51 % Gewinn erzielt.