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Migration als Chance für Österreich

Fachkräfte sind entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg und die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Sie schaffen volkswirtschaftliches Wachstum, generieren neue Arbeitsplätze und tragen zur Sicherung des Sozialsystems bei. Aufgrund der demographischen Entwicklung, der mangelnden Mobilität der heimischen Arbeitskräfte und einem Ungleichgewicht zwischen den am Arbeitsmarkt vorhandenen und nachgefragten Qualifikationen (skill mismatch) wird der Fachkräftemangel zu einem immer bedeutenderen Problem für die österreichische Wirtschaft. 

Eine aktuelle Umfrage (EY Mittelstandsbarometer, Jänner 2017) unter mittelständischen Unternehmen zeigt: Der Fachkräftemangel hat sich weiter verschärft, mehr als jeder zweite Unternehmer klagt über Umsatzeinbußen aufgrund dieser Entwicklung. Gleichzeitig wird der Fachkräftemangel als derzeit größte Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens gesehen.

EY Mittelstandsbarometer, Jänner 2017
EY Mittelstandsbarometer, Jänner 2017

Auch international hat man Sorge um die Fachkräftesicherung im Unternehmen: eine Umfrage der ManpowerGroup international verzeichnet den weltweit höchsten Fachkräftemangel seit 2007.

Maßnahmenbündel zur Fachkräftesicherung

Die WKÖ setzt sich seit Jahren für folgendes Maßnahmenbündel zur Fachkräftesicherung ein:

  • Schwerpunkt auf die Ausbildung von Jugendlichen (Attraktivierung der Lehre, Reform des Bildungssystems)
  • eine verstärkte Förderung von Frauen (Vereinbarkeit von Familie und Beruf)
  • Einbindung älterer Arbeitnehmer (Erhöhung des Pensionsantrittsalters)
  • eine aktive Arbeitsmarktpolitik (Beschäftigungsanreize, gezielte Qualifizierung)
  • eine bessere Arbeitsmarktintegration bereits in Österreich lebender Personen mit Migrationshintergrund

Obwohl Maßnahmen, die am Arbeitskräftepotenzial im Inland ansetzen Priorität haben, werden diese alleine nicht ausreichen. Die Boston Consulting Group prognostiziert, dass in Westeuropa bis zum Jahr 2030 45 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden, um das Wirtschaftswachstum aufrechterhalten zu können. In den USA werden 25 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte nachgefragt. Eine neuere, daran anschließende Analyse, zeigt zwischen 2020 und 2030 weltweit einen massiven Arbeitskräfterückgang auf.

EU hat im internationalen Vergleich Aufholbedarf bei qualifizierter Zuwanderung

Ohne Migration von Arbeitskräften aus Drittstaaten würde laut Eurostat die Erwerbsbevölkerung in der EU aufgrund der demographischen Entwicklung bis 2050 um 77 Millionen schrumpfen. Selbst bei einer Beibehaltung der aktuellen Migrationsrate würde die Erwerbsbevölkerung um 34 Millionen Personen zurückgehen. Daher bedarf es eines verstärkten Schwerpunkts auf die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften. Im internationalen Vergleich hat die EU bei der qualifizierten Zuwanderung Aufholbedarf:

  • Eine Studie der OECD (Recruiting Immigrant Workers: Europe, 2016) zeigt: der Anteil an hochqualifizierten Zuwanderern in OECD Ländern, die nicht der EU angehören, ist mit 36% viel höher ist als der Anteil der Hochqualifizierten in der EU mit 25%.
  • Von allen Migranten aus Drittstaaten, die in OECD Länder immigrieren, wählen 48% der niedrig qualifizierten Zuwanderer ein EU-Zielland, während nur 31% der Hochqualifizierten ein EU-Land als Destination wählen.
  • Laut der Studie lässt sich folgende Aussage treffen: Je höher der Ausbildungsgrad, desto stärker verlieren die EU-Mitgliedstaaten im Vergleich zu anderen OECD-Ländern an Attraktivität.

Auch folgende Grafik veranschaulicht, dass klassische Einwanderungsländer wie die USA und Kanada noch immer die beliebtesten Zieldestinationen für den Großteil der höher qualifizierten Zuwanderer darstellen:

Atlas der Globalisierung
Quelle: Atlas der Globalisierung, Le Monde diplomatique

Daher sollte in der EU – und insbesondere auch in Österreich - verstärkt ein Schwerpunkt auf die Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften gelegt werden. Dies kann über die Arbeitnehmerfreizügigkeit (Mobilität innerhalb der EU) und mittels der Rot-Weiß-Rot - Karte, dem kriteriengeleiteten Zuwanderungssystem für qualifizierte Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern, erfolgen.

Qualifizierte Zuwanderung kurbelt Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit an

Durch die Mobilität innerhalb der EU und qualifizierte Zuwanderung von Drittstaatsangehörigen kann das Wirtschaftswachstum angekurbelt und somit die Wettbewerbsfähigkeit am internationalen Markt gesichert werden. Das Risikoszenario „geringere Migration nach Österreich“ in der langfristigen Budgetprognose 2015-2060 des Bundesministeriums für Finanzen bestätigt diese Annahme: Sollten weniger Personen nach Österreich zuwandern, würde das damit einhergehende niedrigere Arbeitskräfteangebot zu einem um 0,15% geringeren realen BIP-Wachstum führen. Das hat wiederum negative Auswirkungen auf öffentliche Einnahmen und Ausgaben. Qualifizierte Zuwanderung trägt auch zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes bei, weil dadurch Forschung und Innovation angekurbelt und der technologische Fortschritt vorangetrieben werden (OECD, 2014).

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass vor allem mit qualifizierter Zuwanderung eine Entlastung des Staatshaushalts einhergeht, von dem die gesamte Bevölkerung profitiert. Je besser die Zuwandernden qualifiziert sind, desto höher ist ihr Beitrag zur Finanzierung des öffentlichen Systems.

Qualifizierte Zuwanderung hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Laut einer Studie der Donau Uni Krems und des IHS führt die bessere Qualifikationsstruktur der Zuwanderer einerseits zu einer Anhebung der Erwerbsquote, andererseits zu einer steigenden Bildungsneigung, da die Bildung der Kinder stark mit der Bildung ihrer Eltern korreliert. Der Familienzuzug wird besser qualifiziert sein, da gut ausgebildete Personen meist Partner mit einer ähnlichen Qualifikation suchen und nach Österreich bringen.

Qualifizierte Zuwanderung fördert Innovation

Doch auch abseits des langfristig positiven Einflusses von Zuwanderung auf Volkswirtschaft und Arbeitsmarkt ist kulturelle Vielfalt ein Vorteil in allen Aspekten des Wirtschaftslebens. Menschen mit Migrationshintergrund stellen mit ihren besonderen Erfahrungen und Fähigkeiten, wie z. B. ihrer Mehrsprachigkeit und ihren interkulturellen Kompetenzen, ein unverzichtbares Potenzial für jeden Betrieb dar. Dies fördert die Innovationsfähigkeit und Kreativität im Unternehmen und erleichtert die Erschließung neuer Märkte.

Nutzen Sie dieses Potenzial auch für Ihren Betrieb und erfahren Sie mehr über die Rahmenbedingungen für die Zuwanderung aus EU-Staaten und die Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten.