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Gesundheitsmanager des Monats Juni 2010

Mag. Simone Thomsen
Stand:

 

Mag. Simone Thomsen

Berufliche und persönliche Eckdaten von Mag. Simone Thomsen

 2008 – heute
Geschäftsführerin Lilly Österreich GsmbH, Wien
(seit 01. April 2010 FOPI Präsidentin, seit Mai 2009 PHARMIG Vorstandsmitglied)

2005 - 2007
International Marketing Leader Cardiovascular, Eli Lilly Corp, Indianapolis

2003 – 2004
Verkaufsleiterin Critical Care Deutschland-Österreich-Schweiz, Eli Lilly Corp., Genf

2002
Abteilungsleiterin New Product Planning, Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg

2001
Leiterin Area Management Japan, Fresenius Kabi AG, Bad Homburg / Tokio

1999 - 2000
Leiterin Corporate Communication, Fresenius Kabi AG, Bad Homburg

1998 – 1999
Produktmanagerin Anästhesie, Business Unit Overseas, Fresenius AG, Bad Homburg

1997
Internationales Traineeprogramm, Business Unit Overseas, Fresenius AG, Bad Homburg

2000 – 2001
Hotelkauffrau in einer internationalen Hotelkette, Berlin

Ausbildung:

2000 – 2001
MBA, NIMBAS Graduate School of Management, Utrecht (NL) und Bradford (UK)

1992 - 1997
Diplom-Betriebswirtin (FH), Schwerpunkte Internationales Marketing und Japanisch, Ludwigshafen am Rhein

1987 – 1999
Ausbildung zur Hotelkauffrau, Flensburg

Persönliche Eckdaten:
Verheiratet
Trotz vieler Auslandsstationen sind mir Familie und Freunde sehr wichtig.
Mein Mann und ich gehen gerne Mountainbiken im Wiener Wald.

 

Interview:


1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Ich durfte in den letzten 18 Jahren meiner Berufstätigkeit in unterschiedlichen Branchen, mit ganz unterschiedlichen Menschen in Europa, den USA, Südamerika, Japan und zahlreichen asiatischen Ländern zusammenarbeiten. In einigen von diesen Ländern habe ich mit meinem Mann mehrere Jahre gelebt, in anderen habe ich nur kurz und projektbezogen gearbeitet. Jede dieser Begegnungen hat mir etwas Neues gelernt und gleichzeitig konnte ich meine Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen, um wichtige Themen voranzubringen und Dinge zu bewegen. Das bereitet mir große Freude und daraus ziehe ich meine Energie. Mein Beruf gestattet es mir Dinge im Gesundheitsbereich voranzubringen und weiterzuentwickeln – um mitzuhelfen, dass mehr PatientInnen besser und länger leben können. Was gibt es Besseres?


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Zwei Dinge sind mir wichtig – zum einen meine Familie und Freunde. Die meisten davon leben entweder hoch oben in Norddeutschland, wo ich herkomme oder über die Welt verstreut. D.h. für das Aufrechterhalten dieser Freundschaften – schon aufgrund der räumlichen Distanz - muss man sich Zeit nehmen, was ich gerne tue. Zum anderen ist es mir sehr wichtig, dass ich durch meinen Beruf einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann. Deswegen bin ich vor 13 Jahren in die forschungsorientierte Pharmaindustrie gegangen. Es gibt so viele Krankheiten auf die wir heutzutage leider noch keine Antworten haben. Meiner Meinung nach kann und muss die forschende Pharmaindustrie hierzu Antworten finden und deswegen möchte ich durch die Arbeit in dieser Industrie meinen Beitrag leisten. Das ist mir wichtig und macht mir große Freude.


3. Was ist das Besondere an Eli Lilly GmbH?

Für mich gibt es zwei Bereiche, die Eli Lilly für mich besonders machen:
Zum einen sind wir eines der weltweit führenden pharmazeutischen Unternehmen und setzen seit unserer Gründung im Jahre 1876 auf Forschung und Innovation aus eigener Kraft. Dabei investieren wir 19% unseres jährlichen Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Forschung bedeutet für mich dabei nicht nur Wissenschaft und Theorie, sie sollte in allererster Linie den PatientInnen dienen. Mit medizinischen Innovationen dazu beitragen zu können, dass Leben von PatientInnen gerettet, verlängert oder verbessert werden kann, das treibt Lilly an und das treibt mich an. Unsere Firmenvision "Improved Outcomes for Individual Patients“ spricht mich deshalb besonders an.

Der zweite Bereich sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Eli Lilly. Ich habe schon für verschiedenste Firmen in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen und Kulturen gearbeitet. Meine Kolleginnen und Kollegen bei Eli Lilly überraschen mich allerdings jeden Tag aufs Neue mit Ihrem Engagement, Ihrem Wissen und Ihrem Teamgeist. Dazu kommt das Arbeiten in internationalen, kross-funktionalen Teams, das ich als überaus spannend empfinde. Durch den unterschiedlichen Hintergrund von Ausbildung und auch Herkunft ergeben sich immer wieder neue faszinierende Perspektiven und somit viele innovative Ideen, die uns helfen unseren Kunden noch besser zu dienen.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Meiner Meinung nach ist schnellstens ein Umdenken gefordert. Auf uns als forschende pharmazeutische Industrie wird einerseits massiver Kostendruck ausgeübt, andererseits sollen wir durch Innovationen und Investitionen zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit Österreichs beitragen. Im Interesse der Patienten und des Wirtschaftstandorts brauchen daher wir tragfähige Konzepte und Investitionssicherheit. Nachhaltige Gesundheitspolitik und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit dürfen sich einfach nicht mehr widersprechen. Ausgaben für Arzneimittel sollten verstärkt im Kontext der gesamten Gesundheitsversorgung betrachtet werden und weniger in den altbekannten Silos. Dafür brauchen wir allerdings Transparenz und Kostenwahrheit. Die Herausforderungen, vor der wir als alternde Gesellschaft stehen, sind ohne die forschende Industrie und ihre biopharmazeutischen Innovationen nicht zu bewältigen. Nur das kostet. Allein die Erforschung eines einzigen neuen Medikamentes bis zur Marktreife kostet ein Unternehmen durchschnittlich eine Milliarde Euro. Damit verbunden ist ein enormes unternehmerisches Risiko, dass ein forschendes Pharmaunternehmen damit eingeht. Ich möchte dazu beitragen, dass in Österreich der Beitrag den medizinische Forschung und Entwicklung leisten kann wieder wertgeschätzt wird. Dies ist uns in den letzten Jahren aufgrund der einseitigen Kostendiskussion verloren gegangen.

Als FOPI-Präsidentin möchte ich den Dialog zwischen forschender pharmazeutische Industrie und allen relevanten Bereichen der Gesellschaft stärken. Denn die forschende pharmazeutische Industrie möchte sich auch weiterhin zum Wohle der Patienten aktiv und konstruktiv in die gesellschaftliche Diskussion einbringen.


5. Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?

Aus meiner Sicht gibt es mehrere Trends. Das Zeitalter der Blockbuster neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu, die personalisierte Medizin wird immer wichtiger werden. Viele therapeutische Fragen unserer alternden Gesellschaft sind noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Auch wenn schon viel erreicht wurde, von uns als forschender pharmazeutischer Industrie werden Lösungen zum Beispiel in den Bereichen Alzheimer, Krebs, oder Diabetes erwartet. Dabei wird es immer weniger darum gehen, ein Medikament allen PatientInnen anzubieten, sondern die PatientInnen zu identifizieren, die von einer Therapie am besten profitieren. Genetische Faktoren und auf biologische Weise hergestellte Medikamente werden dabei immer wichtiger werden. Die Forschung in diesen Bereichen ist allerdings sehr aufwendig, risikoreich und kostenintensiv. Das leitet über zu einem weiteren Trend, den ich sehe.Der Budgetdruck auf Seiten der Krankenkassen wird weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es für uns als Industrie, den therapeutischen und ökonomischen Nutzen unserer Therapien klar herauszuarbeiten. Stichwort Health Technology Assessments und Kosten-Nutzen-Bewertung. Das Ziel aller Partner im Gesundheitswesen muss es sein, gemeinsam an einem langfristig orientierten, solide finanzierten Gesundheitssystem zu arbeiten, dass sicherstellt, dass die Bedürfnisse der PatientInnen nicht ökonomischen Zwängen geopfert werden, sondern dass die Mittel sinnvoll zum Wohle der PatientInnen eingesetzt werden.
In einem solchen Gesundheitssystem haben wir positive Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung, Innovationen werden angemessen und fair honoriert und stehen unseren PatientInnen zeitnah zur Verfügung, und Generika werden gezielt und sinnvoll eingesetzt.Allein in den nächsten zwei Jahren sehen wir in Österreich Einsparungen von fast 1 Milliarde Euro durch Patentabläufe. Wenn wir diesen Spielraum sinnvoll nutzen, können wir viel für unsere PatientInnen erreichen.

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