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Gesundheitsmanager des Monats Oktober 2010

KommR. Dr. Anton Gerald Ofner
Stand:

 

KommR. Dr. Anton Gerald Ofner

Berufliche und persönliche Eckdaten von KommR. Dr. Anton Gerald Ofner

Geboren: 26.2.1953 in Murau, Steiermark  

  • seit 2010: WIFI Wien - Kurator
  • seit 2006: MBB BioLab GmbH - Geschäftsführender Gesellschafter
  • seit 2005: Bundeswirtschaftskammer, Bundesgremium Medizinprodukte-/Fotohandel Vorstand, Obm.-Stv., Obmann 
  • seit 2005: Wirtschaftskammer Wien, Landesgremium des Medizinproduktehandels Obmann
  • 1992 - 2003: Vorstand - Österreichischer Fotohändlerverband
  • 1992 – 2006: OLYMPUS - Geschäftsführer
  • 1983 – 1992: VOEST ALPINE/BÖHLER – Regionaldirektor China/Hong Kong, Direktor
  • 1980 – 1983: BUNDESWIRTSCHAFTSKAMMER - AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER SEOUL, SÜDKOREA
  • 1980 - 1981: BUNDESWIRTSCHAFTSKAMMER – Wien
     

Mitgliedschaften:
Wirtschaftskammer Wien:   Wirtschaftsparlament, Spartenkonferenz, Sparte Handel
Fonds der Wiener Kaufmannschaft:   Kuratorium, Vergabeausschuss,
Erste Bank:  Beirat, Kreditverein
Wiener Gebietskrankenkasse:   Generalversammlung, Bauausschuss,

Auszeichnungen:
2008 Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
2007 Auszeichnung des Wiener Handels in Silber
2005 Goldene Ehrennadel des Fotohandels
2003 Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
2001 Kommerzialrat
2000 Kaplan Medaille, Österreichischer Erfinder- und Patentinhaberverband
1998 Wiener Innovationspreis

 

Interview:


1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Mein Beruf  bedeutet für mich, täglich die Chance zu haben, gemeinsam mit Kunden, Kollegen, Mitarbeitern, mit Behörden, kurz: mit den am jeweiligen Prozess beteiligten Menschen und Organisationen, wirtschaftlich und auch gesellschaftlich Sinnvolles zu bewirken. Daran habe ich Freude.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Ich bin ein sehr familienorientierter Mensch und versuche, die zeitlichen Forderungen, die das berufliche Umfeld mit sich bringt, mit einem erfüllten Familienleben in Einklang zu bringen – neudeutsch nennt man das, glaube ich, work-life-balance. Ich bin sehr gerne in der Natur und hoffe, dass es uns gelingt, die global mit unfassbarer Geschwindigkeit fortscheitende Zerstörung unserer Ressourcen und Reduktion der Artenvielfalt – auch eine Folge nicht nachhaltigen wirtschaftens – unter Kontrolle zu bekommen. Den Gedanken, dass mein heute 10 Jahre alter Sohn in meinem Alter seine Welt nur mehr mit halb so vielen tierischen und pflanzlichen Arten teilen wird wie ich in seinem Alter, finde ich wirklich erschreckend. Das führt auch zwangsläufig dazu, dass ich mir häufig auch selbst Fragen zur Nachhaltigkeit meiner eigenen Aktivitäten kritische Fragen stelle. Nicht immer kann ich mir selbst eine zufrieden stellende Antwort geben. Auch sind Vertrauen und Loyalität im beruflichen und privaten Umgang mit Menschen für mich wichtige Werte.


3. Was ist das Besondere an der Firma BioLab GmbH?

Die Firma MBB BioLab GmbH wurde ursprünglich von mir für die mehrheitliche Akquisition eines Unternehmens  der Republik Österreich im Zuge einer Privatisierung gegründet. Dieser Erwerb war wohl auch eines der ersten echten "public-private – partnerships“ im österreichischen Gesundheitssektor überhaupt und für alle Beteiligten ein großer Erfolg. Das war ein Pionierprojekt. Wir haben damals eine doch erkleckliche Anzahl von Beamten der Republik zur Dienstleistung übernommen und ich habe – und das mit großer Freude – in vielen Fällen ein Vorurteil bezüglich des Leistungswillens und der Einsatzfreude von "Beamten“ revidiert. Ich durfte in diesem Unternehmen großartige Mitarbeiter kennen lernen und KollegInnen gewinnen.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Zuerst muss man einmal sagen, dass das österreichische Gesundheitswesen in der Vergangenheit Großes für die Bevölkerung geleistet und dazu beigetragen hat, dass Österreich eines der lebenswertesten Länder der Welt geworden ist. Allerdings haben wir es im Gesundheitswesen naturgemäß mit dynamischen Parametern zu tun und wir liegen mit den Kosten mittlerweile in der Spitzengruppe der OECD Länder. Neben einigen anderen Faktoren ist die mangelnde Steuerfähigkeit des Systems auf Grund der – auch föderal bedingten – Mehrfachstrukturen im Hinblick auf Verwaltung und Finanzierung des Systems ein Grund. Es ist dringend notwendig, sowohl das Leistungsangebot des intra- als auch des extramuralen Sektors patientenorientiert auf einander abzustimmen. Ich denke, dass man sich ganz pragmatisch in die Position des Leistungsbeziehers, des Patienten, begeben muss, um zielführende strukturelle Reformen zu konzipieren. Nehmen wir zum Beispiel den ambulanten Bereich. Es gibt natürlich Indikationen, die durch den Besuch bei einem einzelnen niedergelassenen Arzt, Praktiker oder Facharzt, behandelbar sind. Bei sehr vielen Indikationen trifft dies jedoch nicht zu. Für den Patienten ist dieser Vorgang, besonders in ländlichen Regionen, jedoch oft zeitraubend und beschwerlich. Hier würde der Ausbau  integrierter Versorgungseinheiten ohne Zweifel Abhilfe schaffen.
Auch muss endlich das Prinzip des Wettbewerbs im Gesundheitssystem Einzug halten. Die Forderung, dass der Besitz und der Betrieb von Einrichtungen des Gesundheitswesens (Z.B. Tageskliniken oder integrierte Versorgungseinheiten) der Berufsgruppe der Ärzte vorbehalten sein solle, ist anachronistisch. Weiters sollten e-Medizin und die elektronische Krankenakte hohe Effizienzgewinne bringen und damit Mittel für die Absicherung der Versorgungsleistung sowie die Forcierung des Präventionsgedankens in der Versorgung frei machen.


5. Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?

Die demografische Entwicklung der Gesellschaften in den entwickelten Nationen, die gegenwärtig und wohl noch über die nächsten Jahre durch die krisenhafte wirtschaftliche Situation verschärft wird, sowie der wissenschaftliche und der technische Fortschritt gepaart mit dem Recht des Patienten auf die qualitativ hochwertigste und modernste Behandlung bilden die Schenkel einer Schere, die das Bestreben hat, sich immer weiter zu öffnen.  Wir werden unsere ganze Kraft, unsere ganze Kreativität und Phantasie brauchen, um diese Situation zu meistern.

Die Einflussgrößen der Qualität der medizinischen Leistung müssen definiert und – auch für den Patienten – transparent gemacht werden. Wir müssen die Effizienz der Prozesse des Gesundheitssystems  steigern. Ein leistungsorientiertes Anreizsystem für die medizinische Dienstleistung sollte stärker den Aspekt der Prävention beinhalten. Wir werden diesen Herausforderungen nur Lösungen entgegensetzen können, wenn es uns gelingt, die Struktur des Gesundheitswesens so zu adaptieren, dass dessen Steuerung möglich wird.

Derzeit gibt es nicht nur völlig intransparente Finanzierungsprozesse, sondern auch zu viele Partner im Kompetenzdschungel des Gesundheitssystems. Dies verunmöglicht effiziente, flexible, situations- und patientenorientierte Steuerung des Systems und Abstimmung der Schnittstellen zwischen extra- und intramuralem Bereich. Die Finanzierung aus einer Hand ist ein wichtiger erster Schritt in Richtung der Behebung dieser schwierigen Situation. Weitere, wie die Schaffung eines gesamtkompetenten Lenkungsgremiums, müssen folgen. Hier gibt es eine ganze Reihe von Ideen. Manche dieser Ideen bilden sehr radikale Ansätze, wie etwa die Abschaffung aller Kassen und die Totalverstaatlichung des Gesundheitssystems. Ich hänge diesen Ideen nicht an und  bin der Meinung, dass die Kassen eine wichtige Funktion, nämlich die regionale, nahe am Patienten verwaltete Sicherstellung von zweckmäßigen und qualitativ adäquaten Leistungen,  erfüllen.  Sie sollten daher saniert und nachhaltig abgesichert werden. Das schließt aber die – auch überregionale - Hebung von Effizienzpotenzialen, etwa in Verwaltung, Leistungsangebot, etc., ein. Der zentrale Punkt ist aber ohne Zweifel die Finanzierung aus einer Hand, die eine ganze Anzahl von positiven Begleiterscheinungen mit sich bringen wird. Der Medizinproduktehandel wird auch  bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen eine wichtige Rolle spielen: Der Handel bringt im Normalfall die Produkte der Industrie auf den Markt, oder genauer, zum Arzt, ins Krankenhaus, in die Apotheke, in den Einzelhandel und zum Konsumenten. Gewerbe und Industrie in unserem Sektor produzieren ihre Erzeugnisse und Leistungen fast immer in enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Spitälern, die neue Lösungen für bestehende oder auch neue Probleme suchen. Daraus entsteht ein Strom von immer neuen, innovativen Produkten – derzeit gehen wir von über 500.000 verschiedenen Medizinprodukten aus. Der Hauptnutzen eines Medizinproduktes kann ohne die von den Unternehmen unserer Branche generierten Zusatznutzen (Lagerhaltung, Beratung, Planung, Lieferung, Inbetriebnahme, Schulungen, Garantieleistungen, Stellung von hoch qualifizierten Medizinprodukteberatern, Service, Sicherstellung der Betriebssicherheit, Vigilanz u.a.m.) in den allermeisten Fällen überhaupt nicht entfaltet werden.

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