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Gesundheitsmanager des Monats Dezember 2016

Dr. Herwig Ostermann
Stand:

 

Dr. Herwig Ostermann

Berufliche und persönliche Eckdaten von Dr. Herwig Ostermann

Ao. Univ.-Prof. Dr. Herwig Ostermann ist seit 1. August 2016 Geschäftsführer der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Er studierte in Innsbruck und Dublin Internationale Wirtschaftswissenschaften und absolvierte anschließend an der privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik (UMIT) in Hall in Tirol das Magister- und Doktoratsstudium der Gesundheitswissenschaften. Von September 2013 bis Juli 2016 leitete Herwig Ostermann die Abteilung für Gesundheitsökonomie an der Gesundheit Österreich GmbH / Geschäftsbereich ÖBIG. Ferner hält er eine Teilzeitprofessur für Health Policy and Administration am Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der UMIT.


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Mein Beruf bereitet mir viel Freude und ich komme an neun von zehn Arbeitstagen wirklich gerne ins Büro. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ausschlaggebend sind  sicherlich die Art der Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, angewandter Forschung und Entscheidungsunterstützung, die inhaltliche Herausforderung der Sicherstellung bzw. kontinuierlichen Verbesserung des öffentlichen Gesundheitssystems sowie die Zusammenarbeit mit hervorragenden Kolleginnen und Kollegen in einem sehr wertschätzenden Klima.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Neben Gesundheit an sich haben meine Familie, Freunde und Bekannte einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben. Und dann natürlich das Lesen von Fachliteratur, aber auch Romanen, Zeitschriften und allem, was mir sonst noch in die Hände gelangt. Besonders schön ist es, wenn ich dann auch noch die Zeit finde, mich mit Freunden oder Bekannten über das Gelesene auszutauschen und mit ihnen in einen inhaltlichen Dialog zu treten. Dass Letzteres auch in meinem Beruf möglich ist, empfinde ich als ein besonderes Privileg.


3. Was ist das Besondere an der Gesundheit Österreich GmbH?

Neben den bereits genannten Punkten hat die Gesundheit Österreich GmbH insbesondere die Aufgabe, die Planung, Organisation, Steuerung und Qualitätsentwicklung im österreichischen Gesundheitssystem zu unterstützen und über den Fonds Gesundes Österreich Gesundheitsförderung und Prävention zu forcieren. Diese Kompetenzen in einer Organisation zu bündeln, die gleichzeitig auch noch über die Jahre hinweg einen regen internen Austausch etabliert hat, ist ein Alleinstellungsmerkmal der GÖG.

4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Im Wesentlichen würde ich mir wünschen, in der österreichischen Gesundheitswirtschaft zu mehr Diskussion, Transparenz und Austausch beizutragen. Wir sollten über die bestehenden institutionellen und strukturellen Grenzen hinaus denken und nach vorne schauen. Am Ende geht es darum, unser Versorgungssystem so auszurichten, dass wir mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen die Leistungen so erbringen, dass wir einen möglichst großen Nutzen für die Bevölkerung erzielen. Das bedeutet, nicht nur zu fragen, wo und wie wir die Patientinnen und Patienten bestmöglich versorgen, sondern auch danach, wo wir vielleicht zu viele Leistungen durchführen und damit möglicherweise sogar Schaden anrichten.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Die nächsten Jahre werden meines Erachtens von drei Trends gekennzeichnet sein: So werden wir erstens mit neuen Bedürfnissen der Angehörigen von Gesundheitsberufen an die Ausgestaltung ihrer Arbeitswelten konfrontiert sein – insbesondere in Hinblick auf Erwerbskarrieren und Work-Life-Balance, aber auch was die Verteilung der Tätigkeiten zwischen den einzelnen Berufsgruppen angeht. Zweitens denke ich, dass E-Health und Telegesundheitsdienste in den nächsten Jahre als Entwicklungsfelder an Bedeutung gewinnen und ähnlich wie in anderen Branchen die enge Koppelung zwischen Dienstleistungsersteller und Patientinnen/Patienten zumindest teilweise aufheben werden. Und drittens glaube ich, dass es uns „Big Data“ ermöglichen wird, viel bessere Versorgungsansätze und -¬modelle zu entwickeln, die zu einer optimierten Koordination und Steuerung der Dienstleistungserstellung führen werden.