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Gesundheitsmanager des Monats Juli 2013

Mag.a Art. Esther Rois-Merz

 

Mag.a Art. Esther Rois-Merz

Berufliche und persönliche Eckdaten von Mag.a Art. Esther Rois-Merz

Mag.a Art. Esther Rois-Merz, geboren 1980 und aufgewachsen in der Schweiz, studierte Tonmeister an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien mit Schwerpunkt Aufnahmeleitung. 2004 gewann sie einen Preis an der AES Student Recording Competition in Berlin in der Kategorie „Pop/Rock Stereo“. 2008 absolvierte sie die Meisterprüfung für Hörgeräteakustik in Innsbruck. Als Hörakustikerin war sie von 2006-2010 in Lausanne. Seit 2010 ist sie u.a. in der Lehre tätig und unterrichtet an der Akademie Hören Schweiz das Fach Akustik. Sie gewann mit ihrer akustischen Studie über MusikerInnen-Gehörschutz 2012 den EUHA-Förderpreis. Im August 2013 eröffnete sie das Hörgerätefachgeschäft „Audienz – musikalische Hörberatung“ in der Wiener Innenstadt, welches von der Wirtschaftsagentur Wien für den Dienstleistungsaward nominiert wurde. Mag.a Art. Esther Rois-Merz ist mit einem Oberösterreicher verheiratet und lebt seit 11 Jahren in ihrer Wahlheimat Wien.



Interview:


1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Freiheit, Freude und Befriedigung. Gerade mein erst kürzlich erfolgter Schritt zur Selbständigkeit hat mich diesen Zielen näher gebracht. Endlich habe ich die Freiheit, für meine eigenen Ideen einzustehen, die Freude mit den KundInnen am Erfolg zu teilen und ich kann meine Neugierde mit eigenen Forschungsexperimenten befriedigen. Alles in allem eine wunderschöne Komposition, die einem allerdings auch viel Energie abverlangt. Man muss sich der Verantwortung ganz alleinig stellen. Aber ich reife in meine neue Position und lerne tagtäglich dazu, was ein unglaublich schöner Zustand ist.
Am Beruf der Hörgeräteakustik hat mir schon immer die Schnittstelle zwischen Technik und Mensch besonders imponiert. Man baut eine richtige Beziehung zum/r KundIn auf und darf dieseN ein Stück lang durch eine Veränderung begleiten. Das gelingt nur, wenn sich beide Seiten vertrauen. Ein schönes Gefühl.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Gute Beziehungen sind mir besonders wichtig. Für Menschen, mit denen ich lachen und schöne Momente verbringen kann, nehme ich auch längere Wegzeiten in Kauf, um mit ihnen zusammen zu kommen. Das sieht man schon an meiner Familienstruktur: Meine Eltern und mein Bruder wohnen in der Schweiz, meine Schwester ist mit ihrer Familie nach Schweden ausgewandert und wir sind hier im Osten Österreichs. Es könnte schlimmer sein, aber das sind auch schon ganz ordentliche Wegstrecken. Ganz zu Schweigen von meinem beruflichen und privaten Netzwerk, welches sich um die ganze Welt erstreckt.
Mein Mann meint immer, ich wäre eine tolle Netzwerkerin. Für mich ist das immer noch ein blinder Fleck, da ich kaum mit Absicht netzwerke. Und wenn, dann fühle ich mich total unwohl. Aber es scheint mir dennoch immer wieder gut zu gelingen, mit Menschen eine gemeinsame Basis zu finden, und das ist wunderschön. Ich denke ich kann den Menschen ganz gut zuhören und mich in sie hineinversetzen.
…und natürlich Musik! Weil es hier eine unglaublich tolle Vielfalt an MusikerInnen gibt, lebe ich schließlich auch in Wien!


3. Was ist das Besondere an der Audienz – musikalische Hörberatung e.U.?


Das Wiener Unternehmen Audienz beschäftigt sich verantwortungsbewusst mit der Anpassung von Hörsystemen, Gehörschutz und In-Ear-Monitoring für Musizierende und MusikliebhaberInnen. Diese Tätigkeit bildet eine kreative Schnittstelle zwischen dem medizintechnischen Handwerk und dem künstlerischen Beruf des Tonmeisters. Musikalisch betriebene Hörgeräteakustik beinhaltet, dass der Klangcharakter der Technik berücksichtigt wird und in die Hörsystemanpassung einfließt. Das führt dazu, dass die Klangwiedergabe trotz optimaler Einstellung verändert wird: Dieselbe Musik klingt nicht über jedes Hörsystem gleich. Entspricht das verarbeitete Klangbild nicht dem eigenen Geschmack und passt es nicht zur bevorzugten Stilrichtung, dann kann das sowohl zur Ablehnung des Hörsystems als auch zu der der musikalischen Darbietung selbst führen. MusikerInnen und auch MusikliebhaberInnen stellen spezifische Anforderungen an ihr Gehör, die eine hochwertige Behandlung erfordern


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Ich wünschte mir von der Gesundheitswirtschaft Österreich mehr Transparenz, sowohl was Gesundheitsleistungen anbelangt als auch Kooperationen mit HerstellerInnen von Medizinprodukten. Damit würden die KonsumentInnen mündiger und die Kommunikation geschähe mehr auf Augenhöhe. In Österreich begegne ich manchmal unzugänglichen Machenschaften und Hierarchien, von denen ich vielleicht nicht verstehe, wie sie funktionieren, aber wo ich auch keine Chancen sehe, mitreden zu dürfen geschweige denn gewisse Themen auch nur zu anzusprechen. Das widerspricht meinem demokratischen Schweizerherz sehr.
Ebenfalls wünschte ich mir nach schwedischem Vorbild eine Transparenz bezüglich der von PatientInnen bezogenen Leistungen gegenüber weiteren Anbietern, so dass also Diagnosen nur einmal gestellt werden müssten und jeder Arzt, jede Ärztin und jedes Spital in der Lage wäre, die Krankengeschichte nachzuvollziehen. Hier geschieht für meinen Geschmack viel zu viel Bürokratie, was den sozialabgaben-leistenden PatientInnen verhindert, rasch eine angemessene und nachvollziehbare Dienstleistung beziehen zu können.


5. Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?

Ich hoffe positiv in Richtung mehr Durchlässigkeit, einfacheren Strukturen und klareren Konzepten für die EndverbraucherInnen. Eine Aufspaltung in eine Zweiklassenmedizin ist leider auch möglich, aber meines Erachtens nicht wünschenswert und sollte so gut es geht durch Einsparungen in der Verwaltung aufgefangen werden. Das ist möglich, denn die gesundheitliche Basisversorgung ist in Österreich im internationalen Vergleich exzellent!