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Gesundheitsmanager des Monats Juni 2013

Prof. Rudolf Öhlinger
Stand:

 

Prof. Rudolf Öhlinger

Berufliche und persönliche Eckdaten von Prof. Rudolf Öhlinger

Geboren 1951

Geschäftsführer der SeneCura Holding und Tochtergesellschaften

Berufserfahrung:
Jahrelange Tätigkeit für internationale Dienstleistungsunternehmen im Sozialbereich u. a. als Finanzdirektor und Geschäftsführer in mehreren europäischen Ländern

Tätigkeitsschwerpunkte:
Projektentwicklung und strategisches Management der SeneCura-Gruppe. Autor und Co-Autor zahlreicher Publikationen und Fachbücher

Interview:


1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Der Beruf ist für mich Berufung und Lebensinhalt. Ziel meiner Arbeit war und ist, den alten, pflegebedürftigen Menschen in Österreich eine qualitativ hochwertige Betreuung zu bieten, die für jedermann leistbar ist.

Der Anstoß für die Gründung von SeneCura kam aus dem Privatleben. Ich wollte einfach nicht akzeptieren, dass die ältere Generation in Österreich mit unzureichender Betreuung altern muss. Ich habe mir vorgestellt, wie ich mir persönlich mein Alter wünschen würde.
Ein aktiver Lebensherbst in Würde – das ist meine Vision. Hochqualifizierte Betreuung, „daheim sein“ statt im Heim, Wohlfühlen in großzügigen Häusern mit Einzelzimmern und ein buntes Aktivitätenprogramm sind die Zutaten. Wichtig ist mir, soziale Wärme finanzierbar zu machen. Daher sind alle derzeit 62 SeneCura Häuser in Österreich öffentlich zugänglich. Die Pflegekosten werden im Bedarfsfall von den Sozialhilfefonds der Länder getragen. „Näher am Menschen“ ist das SeneCura Motto – allen Stakeholdern, auch unseren MitarbeiterInnen, begegnen wir mit Wertschätzung. Zuhören, einfühlen und verstehen stehen im Vordergrund.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Im Mittelpunkt steht bei mir der „Social Return on Investment“. Soziales Denken und wirtschaftlich nachhaltiges Handeln schließen sich für mich nicht aus, sondern gehen Hand in Hand – und zwar zum Wohle der älteren Generation in Österreich. Mir persönlich ist es am wichtigsten, alle Menschen als Individuum wahrzunehmen und jeder und jedem mit Respekt zu begegnen. Mein persönliches Ziel ist es, im doch krisengebeutelten Pflegesektor hierzulande einen Fußabdruck zu setzen, der mehr Zufriedenheit der alten Menschen bedeutet.


3. Was ist das Besondere an SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH?

Warum wir so erfolgreich sind? Weil wir konsequent nach unserem Motto „Näher am Menschen“ agieren. Weil wir mehr bieten als andere Betreiber – kostenlose Spezialprogramme wie Urlaubsaustausch, Senioren-Fitnesscenter, Candlelight-Dinner oder die Aktion „Jahreswunsch“. Weil wir konsequent in Innovation und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, mit Projekten wie „Schmerzfreies Pflegeheim“ oder dem Förderprogramm für Mitarbeiter über 50, „Potenziale 50+“. Weil wir jederzeit auf eine gesunde wirtschaftliche Basis und gründliche Bedarfserhebung setzen. Uns unterscheidet, dass wir als privater Betreiber in enger Kooperation mit Ländern und Gemeinden durch eine schlanke Verwaltung und ein solides Wirtschaften einfach mehr Budgets für unsere wichtigste Bezugsgruppe, nämlich unsere Bewohnerinnen und Bewohner, frei machen können.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Ganz grundsätzlich gilt es in jeder Branche, als ersten Schritt den Bedarf zu erheben und zu analysieren. Auf Basis dieser Analyse müssen dann neue Betreuungsmodelle erarbeitet werden, die am Puls der Zeit sind und die Bedürfnisse der alten Menschen in Österreich erfüllen. Denn die erfreuliche Tatsache, dass Menschen immer älter werden, stellt für das System der sozialen Absicherung eine große Herausforderung dar. So erhöht sich unter anderem mit dem Anstieg der Lebenserwartung auch das Risiko, dass ältere Menschen bei ihren alltäglichen Tätigkeiten zu unterstützen sind und/oder an Demenz erkranken. Derzeit
sind viele Betreuungs- und Pflegeangebote auf geistig gesunde und urteilsfähige betagte Menschen ausgerichtet. Oder Stichwort Wohnmodelle: vom Betreuten Wohnen über die AltenWG bis hin zum Pflegeheim muss es hier einen Strauß an Angeboten geben, der alle individuellen Bedürfnisse bestmöglich abdeckt. Ebenso wichtig wie Innovationen im Pflegesektor und eine bessere Pflegequalität ist die Finanzierbarkeit der Pflege. Hier würde ich mir wünschen, dass privaten Betreibern stärker das Feld geebnet wird.


5. Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?

In Österreich sind heute bereits 645.000 Menschen älter als 75 – diese Zahl wird bis 2030 um 50% steigen. Derzeit leben sieben Prozent der älteren Generation in 887 Betreuungseinrichtungen: rd. 70.000 Menschen. 2050 werden es 190.000 sein. Wir brauchen in Österreich in den nächsten Jahren wohl an die 150 neue Heime, ein Investitionsbedarf von rd. 1 Mrd. Euro. Die Nachfrage steigt, und ich bin der Überzeugung, dass der Staat diesen Aufwärtstrend nicht finanzieren und operativ umsetzen kann. Daher gilt es, private Pflegeheimbetreiber ins Boot zu holen. Unser Ziel ist, weiterhin Versorgungslücken zu schließen und ein flächendeckendes Betreuungsnetz zu erschaffen.



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