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Gesundheitsmanager des Monats Juni 2015

Mag. pharm. Norbert Fuchs
Stand:

 

Mag. pharm. Norbert Fuchs

Berufliche und persönliche Eckdaten von Mag. pharm. Norbert Fuchs

Norbert Fuchs, Jahrgang 1955, studierte in Graz Pharmazie. Seit 1990 beschäftigt er sich vorwiegend mit angewandter Biochemie und ernährungsmedizinischer Forschung. Norbert Fuchs ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Nährstoff-Akademie Salzburg, Autor zahlreicher Fachpublikationen und Fachbücher sowie Referent ernährungsmedizinischer Themen.


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Wäre ich Chemiker, Arzt oder Botaniker geworden, hätte ich mehr Detailwissen, aber nicht den umfassenden Überblick, den Pharmazeuten zu diesen Wissenschaften haben. Die Pharmazie zählt wohl zu jenen Naturwissenschaften, die das Thema „Gesundheit“ am komplexesten betrachten. Das, was wir gemeinhin mit „Gesundheit“ assoziieren, nämlich die Behandlung von Erkrankungen, betrifft ja nur die letzten Glieder einer Kette, die in Wahrheit viel länger ist. Ich assoziiere meinen Beruf vor allem mit Neugierde, Leidenschaft und Respekt vor der Arbeit.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Meine Familie, meine Kinder und meine Enkelkinder. Es mag pathetisch klingen, aber bei allem, was ich beruflich umsetze, denke ich daran, ob dies auch nachhaltig ist. Nachhaltig im Sinne der nächsten Generationen. Es berührt mich unangenehm, zu sehen, wie wir mit unseren Ressourcen und unserem Planeten umgehen, nur den kurzfristigen Vorteil im Visier, ohne Rücksicht darauf, welche Hypotheken wir damit unseren Kindern hinterlassen.


3. Was ist das Besondere an Ökopharm GmbH?

Ökopharm setzt sich mittlerweile seit gut über zwei Jahrzehnten ernsthaft  mit den Auswirkungen unserer Ernährung auf die Gesundheit auseinander. Dies mag auf den ersten Blick unspektakulär klingen. In der Realität aber hat sich unser Ernährungsverhalten mittlerweile so massiv geändert, dass etwa jede zweite
Erkrankung in den Industrieländern ernährungsbedingt ist. Das Besondere an der Ökopharm GmbH ist wohl der umfassende wissenschaftliche Ansatz, mit dem diese Thematik konsequent bearbeitet wird. Unser Team besteht aus kompetenten
Fachleuten aus der Landwirtschaft, Biologie, Lebensmitteltechnologie, Chemie, Medizin und Pharmazie. Dieser Mix macht es uns möglich, die alimentären Versorgungslücken, angefangen von landwirtschaftlichen Maßnahmen bis in die Lebensmittelregale der Supermärkte, nahtlos aufzuspüren und entsprechend wieder zu schließen. Auch auf der wirtschaftlichen Ebene, in den Bereichen Finanzen, Rechnungswesen, Controlling, Marketing und Vertrieb, sind wir personell und substanziell gut aufgestellt. Wir entwickeln auf Basis ernährungsmedizinischer Erkenntnisse Produkte mit jenen lebensnotwendigen Nährstoffen, die im Zuge der zunehmenden Industrialisierung unserer Nahrung mehr und mehr verloren gehen.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Unser Gesundheitssystem hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte  zum Reparatursystem entwickelt. Aufklärung, Information und Prävention blieben auf der Strecke. Wenn im Jahr 2012 mehr als 10% der österreichischen Bevölkerung Psychopharmaka konsumieren, wenn knapp 25% der ÖsterreicherInnen an Allergien leiden, 8% an Diabetes, wenn beinahe die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig ist, dann stimmt wohl etwas nicht in unserem Gesundheitssystem. Wir verwechseln die Begriffe „arbeitsfähig“ und „gesund“, aber das ist nicht dasselbe. Die Menschen durch medizinische Maßnahmen arbeitsfähig zu erhalten, kostet Geld und wird von Jahr zu Jahr schwerer finanzierbar. Die Menschen gesund zu erhalten, wäre kostengünstiger und auf Dauer nachhaltiger. Gesundheit wird bereits auf dem Küchentisch entschieden, nicht erst in der Apotheke, in der Arztpraxis oder gar im Krankenhaus. Wenn wir Zigaretten besteuern, warum nicht auch das Fertigpüree? Niemand weiß (und niemand sagt es uns), dass uns eine Portion Püree aus Kartoffeln mit etwa 50% unseres täglichen Magnesium- und Kalium-Bedarfes versorgt, das Fertigpüree aber nur mehr mit einem Zehntel davon. Wohin verschwanden die beiden lebensnotwendigen Mineralstoffe? In die Abflusskanäle der Stärkeindustrie. Die meisten Fertigprodukte, die wir immer häufiger im Alltag  konsumieren, erfahren ähnliche Qualitätsverluste.
 „Gesundheitswirtschaft“ beginnt auf dem Ackerboden, verteuert sich in den Industriehallen für Stärke und andere Fertigzutaten und landet dann – völlig entwertet – in den Verkaufsregalen und auf dem Esstisch. Die Gesundheitswirtschaft in Österreich zu „verändern“, hieße, die Entscheidungsträger aus den Ministerien für Landwirtschaft, Familie, Bildung, Gesundheit und Wirtschaft an einen Tisch zu bekommen mit dem Ziel, eine durchgehende, nachhaltige Lösung zu erarbeiten. Insofern also mag mein Wunsch nach Veränderung ähnlich realistisch sein wie John Lennons Träume in „Imagine“.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Politiker und Interessensvertretungen werden weiterhin versuchen, einzelne Teilbereiche im Gesundheitssystem zu rationalisieren, seien es die Kosten für Medikamente, Kassenhonorare für Ärzte oder die Organisationsabläufe in den Krankenanstalten. Das muss und wird kurzfristiges Stück- und Flickwerk bleiben. Und dieser situative Aktionismus  wird weiter Generationen von Politikern beschäftigen, von einer Legislaturperiode zur nächsten. Es wird also an den betroffenen Menschen selbst liegen, wieder mehr Eigenverantwortung zu zeigen, sich eine eigene Meinung zu bilden über all jene Faktoren, die gesund erhalten oder krank machen.

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