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Gesundheitsmanager des Monats März 2016

Mag. Bernhard Wurzer
Stand:

 

Mag. Bernhard Wurzer

Berufliche und persönliche Eckdaten von Generaldirektor-Stv. Mag. Bernhard Wurzer

Geburtsdatum 28.3.1974, Familienstand verheiratet, 2 Kinder
Ausbildung 
Adolf-Schärf-Volksschule St. Pölten-Wagram
Gymnasium St. Pölten
Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien
Beruflicher Werdegang:
1996-2000 Parlamentarischer Mitarbeiter
2000-2001 Organisationsreferent beim Gemeindevertreterverband Niederösterreich
2003-2006 Parlamentarischer Mitarbeiter
2006-2011 Büroleiter des Verbandsvorsitzenden-Stellvertreters im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Projektleitung für die Verhandlungen mit der österreichischen Ärztekammer zum Kassensanierungspaket 2009
Projektleitung „Masterplan Gesundheit“
2012-2013 Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Projektleitung „Evaluierung und Optimierung der 4 Competence Center“
Koordination des gesamten Gesundheitsreformprozesses im Rahmen der 15a-Verhandlungen „Zielsteuerung Gesundheit“
Seit 1. April 2013 Generaldirektor–Stellvertreter im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger

Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

In der Rolle als Manager in der Sozialversicherung kann ich aktiv an einer der Grundsäulen unseres Systems mitgestalten. Das ist eine große Ehre aber auch Verantwortung.  Die Sicherung des Systems auch für kommende Generationen und die Verantwortung mit öffentlichen Mitteln sorgsam umzugehen ist ein besonderer Reiz. So gesehen ist der Beruf auch gewissermaßen Berufung


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Neben meiner Familie ist es mir besonders wichtig die Balance zu halten. Damit meine ich nicht die berühmte work life balance. Die ist ohnehin ein moderner Götze.
Ich meine damit die Balance zwischen dem Handeln und seiner Wirkung. In der Systemgestaltung sehen wir immer das große Ganze. Ein System kann aber unmöglich für jeden Einzelfall eine Lösung bieten, da würde es unsteuerbar sein.  Man darf also nie vergessen, dass wir bei dem was wir tun, immer Menschen mit ihren individuellen Problemen, Anliegen und Ängsten, dahinter sind. Sonst werden wir Systemtheoretiker, die Papier produzieren aber deren Ergebnisse nicht ankommen.  Dafür hole ich mir immer Inputs von meinem Umfeld.


3. Was ist das Besondere am Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger?

Er hat eine Pufferrolle. Auf der einen Seite ist es die Aufgabe des HV die Interessen der Versicherten, der Beitragszahler bei der Regierung und dem Gesetzgeber durchzusetzen. Er muss oft zwischen Trägern untereinander aber auch zur Politik hin ausgleichen und die SV-Positionen abstimmen. In der alten Fußballersprache würde ich sagen, der Libero. Wie
wichtig die Koordination ist, zeigt die Gesundheitsreform. Da ist es gelungen, dass die SV mit einer Zunge sprach, während die Länder oft um Positionen untereinander ringen mussten.
Der HV muss aktiv gestalten und ist Taktgeber.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Es braucht neue Denkansätze. Die alten Rezepte funktionieren nicht mehr. Einheitsverträge für Ärzte, Listen mit Einzelpositionen die honoriert werden und im Bereich der Reha das Prinzip „Wenn jeder einmal dran kommt regt sich niemand auf“ haben ausgedient.
Ich bin überzeugt, dass auch im Gesundheitswesen der Markt und der Wettbewerb funktioniert. Die Ausschreibung zur Kinder Reha hat das gezeigt. Die Sozialversicherung muss selbstbewusst als Einkäufer von Leistungen auftreten. Das machen unsere Vertragspartner ja auch mit ihren Zulieferern.
Gleichzeitig müssen wir uns als öffentliche Hand damit auseinandersetzen, dass sich der Gesundheitsmarkt verändert hat. Viele Menschen sind heute bereit, selbst Geld für die Gesundheit in die Hand zu nehmen. Nicht nur für lifestyle, sondern auch für echte Gesundheitsdienstleistungen. Das ist nichts Schlechtes, aber die SV muss aufpassen, dass die Kassenleitungen nicht zu einem reinen „Arme Leute Programm“ werden und nur wer privat zahlt vermeintlich gute Medizin bekommt.  
Hier müssen wir klar stellen. Wir haben ein exzellentes System, das alles Notwendige zur Verfügung stellt. Dazu braucht es mehr Markt und Wettbewerb im System und Partner die uns unterstützen. Die Instrumente dazu muss die Politik zur Verfügung stellen.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Ich glaube, dass das System ganz anders ausschauen wird als heute. Die Mechanismen der 50er Jahre funktionieren nicht mehr, weil sich das Umfeld und auch die Ansprüche der Menschen verändert haben.
Am Ende des Tages kann ich mir durchaus vorstellen, dass in ein paar Jahren Gesundheitsdienstleitungen nach objektiven Vergabeprozessen für einen bestimmten Zeitraum  ausgeschrieben und vergeben werden, dass Menschen  selbst zwischen eine Auswahl von Medizinprodukten auswählen können, die „katalogisiert“ sind.
Es muss aber fair und transparent ablaufen, wo alle die gleichen Chancen haben. Die Betroffen müssen in die Prozesse eingebunden werden. Eins solcher Wettbewerbe regt Innovation an und schafft Verständnis. Damit bekämen auch manche Interessen-vertretungen, wie die ÖÄK eine neue Rolle. Sie könnten sie ihre Mitglieder unterstützen im Wettbewerb mit anderen zu bestehen, anstatt Pfründe zu schützen.


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