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Gesundheitsmanager des Monats Oktober 2015

Dr. Brigitte Ettl
Stand:

 

Dr. Brigitte Ettl

Berufliche und persönliche Eckdaten von Frau Präsidentin Dr.in Brigitte Ettl

Geboren am 20.4.1956, verheiratet, 2 Kinder, wohnhaft in Wien

Brigitte Ettl absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität Wien wo sie 1982 promovierte. Ihre Ausbildung zur Fachärztin für Innere Medizin schloss sie 1988 am Krankenhaus Lainz in Wien ab. Es folgte die Facharztausbildung in den Zusatzfächern Nephrologie, Endokrinologie und Intensivmedizin. Im Krankenhaus Lainz – heute Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel startete sie als Ärztin ihre erfolgreiche berufliche Laufbahn. 2007 wurde sie zur Ärztlichen Direktorin dieses Krankenhauses bestellt. Ihre Managementausbildung absolvierte sie in Salzburg und an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Neben ihrer Funktion als Ärztin in Spital und Ordination durchlief Ettl verschiedenste Stationen in der Ärztekammer: Sie war 1999 bis 2007 Vorstandsmitglied der Ärztekammer für Wien, heute ist sie Referentin für medizinische Leitlinien und Patientensicherheit im Referat der Österreichischen Ärztekammer. Sie erhielt als erste Frau das Goldene Ehrenzeichen der Österreichischen Ärztekammer.
Seit 2008 steht sie als Präsidentin der Österreichischen Plattform Patientensicherheit vor.


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Ich arbeite gerne mit und für Menschen. Ich bin leidenschaftliche Ärztin, sehe meine Herausforderung aber auch in den Aufgaben einer Ärztin im Management.
Ich will meinen Teil in notwendigen Veränderungsprozessen einbringen und dazu beitragen, dass vieles in Bewegung gebracht wird, aber auch in Bewegung gehalten wird. Das gemeinsame Anpacken von Problemen und Umsetzung von möglichen Lösungen macht mir Freude. Stillstand ist ein Zustand, der mir ganz und gar nicht liegt und mich unruhig werden lässt. Fasziniert hat mich von Anfang an die Herausforderung der Führung – sowohl der Führung meiner MitarbeiterInnen als auch die von PatientInnen und Angehörigen.

Als Ärztin arbeite ich in meiner Ordination nach wie vor, jedoch in sehr kleinem Rahmen. Es ist für mich eine Form von Luxus, den ich mir leisten möchte. Aber diese Arbeit ganz nahe am kranken Menschen erdet mich auch in besonderer Art und Weise und lässt meinen Blick für das Wesentliche offen sein.


2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Meine Familie steht da sicherlich an erster Stelle. Sie ist mein Ruhepol – zu Hause kann ich ICH sein. Da gibt es eine Brigitte Ettl. Im beruflichen Alltag steht die Funktion im Vordergrund. Eine ausgewogene Balance zu halten ist mir besonders wichtig. So gilt es achtsam zu sein für das Wesentliche und Wichtige – da und dort.
Ich suche immer auch nach geistigem Ausgleich. Lesen und vor allem das Segeln sind meine großen Passionen.


3. Was ist das Besondere an der Plattform Patientensicherheit?

In der österreichischen Plattform Patientensicherheit arbeiten GesundheitsexpertInnen aller Berufsgruppen miteinander. Hier geht es nicht um Standespolitik und Parteipolitik sondern um eine wirklich wichtige Angelegenheit – wir möchten unseren Teil dazu beitragen, um unser Gesundheitssystem sicherer zu machen. Und wir alle wissen um diese besondere Bedeutung. Das Thema Patientensicherheit braucht Engagement, Offenheit und Mut für Veränderungen. Das bringen wir alle ehrenamtlich ein.
Hervorheben möchte ich dabei auch, dass wir mit sehr wenig Geld (im Vergleich zu z.B. der Schweiz)tolle Entwicklungsschritte unterstützt und geleistet haben. Da hat sich in den vergangenen Jahren doch so einiges in die richtige Richtung bewegt – das freut mich besonders.


4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Es ist mehr und mehr von Bedeutung, auch den weitreichenden und bedeutsamen wirtschafltlichen Aspekt der Gesundheit zu sehen. Der ökonomische Druck auf das Gesundheitssystem zwingt uns geradezu dazu und stellt uns in Zukunft vor große Herausforderungen.
Gesundheit ist für jeden von uns ein wertvolles Gut und wir als GesundheitsexpertInnen haben dabei eine große Verantwortung zu tragen. Wichtig erscheint mir dazu, dass wir GesundheitsakteurInnen in Augenhöhe miteinander diskutieren und auch handeln. Es ist kein Weg, Schuldige zu suchen, sondern gemeinsam die notwendigen Schritte nach vorne weiterzugehen.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Ich glaube, dass PatientInnen mehr und mehr als ExpertInnen in eigener Sache in den Gesundheitsmarkt eintreten werden und als Zielgruppe noch mehr Bedeutung erhalten werden müssen. Es ist mein erklärtes Ziel, PatientInnen in ihrer Rolle als GesundheitspartnerInnen zu sehen und zu behandeln. Gerade auch in Hinblick auf Patientensicherheit können sie letzte Lücken schließen. Stärkung der Gesundheitskompetenz wird zu einem Schlüsselfaktor werden. Da zeichnet sich bereits seit längerem ab und ist auch bereits in unseren Gesetzen angekommen.

Die Behandlungsmöglichkeiten und auch der Betreuungsaufwand werden weiter expandieren - die medizinische Entwicklung schreitet voran – innovativ, komplexer, teurer, aufwändiger. Wir werden uns in vielen Aspekten zu helfen wissen um dem Tempo und den Möglichkeiten etwas entgegensetzen  zu können. Wir werden mehr in die Organisation und in  die Prozesse investieren müssen, um den enormen Entwicklungen sicher und qualitätsvoll folgen zu können. Ich glaube jedoch auch, dass es Grenzen aufzeigen wird. Diese gilt es zu erkennen. Wir alle sind zukünftig sehr gefordert und müssen noch enger zusammenrücken und gemeinsam gute Wege der Entwicklung mittragen.

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