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Gesundheitsmanager des Monats Juli 2017

Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Kathryn Hoffmann, MPH
Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Kathryn Hoffmann, MPH

Berufliche und persönliche Eckdaten von Frau Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. med. univ. Kathryn Hoffmann, MPH

Frau Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. med. univ. Kathryn Hoffmann, MPH ist interimistische Leiterin der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien. Sie studierte Humanmedizin an den Universitäten Graz und Wien (Promotion 2002) sowie Public Health an der Medizinischen Universität Graz (Master of Public Health 2010).

Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin, Public Health Expertin in der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, seit 2010 an der Med. Universität Wien (Habilitation im Fach Allgemein- und Familienmedizin). Darüber hinaus Lehrverpflichtungen an der Johannes Kepler Universität in Linz und der FH Campus Wien, Beraterin in Arbeitsgruppen des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen. Wissenschaftliche Aufenthalte an der Duke University in den USA und der Ghent University in Belgien sowie vertiefte Ausbildung in Primary Health Care an der Johns Hopkins University. Sie ist führende Wissenschaftlerin für Versorgungsforschung im Primärversorgungsbereich in Österreich, verantwortlich für große EU-finanziert Studien zu diesem Thema und Autorin zahlreicher Publikationen in Top-gerankten wissenschaftlichen Journalen sowie von Buchbeiträgen. Kathryn Hoffmann ist Österreichvertreterin im European General Practice Research Network und European Forum for Primary Care sowie Gründerin der Allianz zur Stärkung der Primärversorgung der Österreichischen Gesellschaft für Public Health und Gründungsmitglied des Österreichischen Forums Primärversorgung


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Mein Beruf bedeutet für mich die Möglichkeit, mich aktiv in die Verbesserung der Gesundheit der Menschen einzubringen zu können. Ich gestalte leidenschaftlich gerne sowohl auf individueller als auch auf systemischer Ebene. Als Wissenschaftlerin, Medizinerin und derzeitige Leiterin der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin an der Medizinischen Universität Wien ist es mir möglich, Visionen mit wissenschaftlichen Fakten und Good-Practice-Modellen zusammen zu bringen und so Wege aufzuzeigen, die oftmals neue Perspektiven bieten und in deren Mittelpunkt immer der Mensch steht. Ich sehe es als Privileg sich auf akademischem Niveau mit so einem für die Bevölkerung bedeutenden Fach in der Medizin beschäftigen zu können. Eine große Freude ist für mich auch, den Studierenden das für das Gesundheitssystem so wichtige Fach Allgemeinmedizin in seiner ganzen Komplexität und Bedeutung vermitteln zu können, wobei ich immer gerne neue didaktische Methoden ausprobiere.

2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Besonders wichtig sind in meinem Leben Menschen, mit denen ich lachen, weinen, arbeiten und Freizeit genießen kann. Ich habe das große Glück eine wundervolle Partnerschaft, Familie, Freunde und ArbeitskollegInnen zu haben. Darüber hinaus liebe ich die Natur, die meine Ressource und Inspiration ist.

3. Was ist das Besondere an der Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin der Medizinischen Universität Wien?

Die Abteilung für Allgemein- und Familienmedizin der Med. Universität Wien war die erste derartige Abteilung an einer österreichischen Universität. Das Fach Allgemeinmedizin hat eine enorme Bedeutung für das gesamte Gesundheitssystem und ist das zentrale medizinische Fach im Primärversorgungssektor. Eine exzellente Lehre und Forschung in diesem Bereich ist aus diesem Grund unabdingbar, wenn im Fokus der gesundheitlichen Bemühungen wirklich die Gesundheit der Menschen stehen soll. Die Aufgaben der Abteilung sind vielfältig und reichen von der Lehre des Fachs in Kooperation mit universitären Lehrpraxen über Beratungstätigkeiten für öffentliche Einrichtungen bis zur Forschung auf höchstem Niveau. Die Forschungsthemen reichen von Gesundheitssystem-relevanter nationaler und internationaler Forschung über die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen, Asylsuchenden und MigrantInnen bis hin zu mehr medizinischen Themen wie Antibiotikaresistenzen. Eine Besonderheit ist auch die Interdisziplinarität innerhalb der Abteilung, meine Kollegin ist Medizinanthropologin. Von Vorteil ist auch die Einbettung der Abteilung ins Zentrum für Public Health, so liegt die Abteilung beispielsweise Tür an Tür mit den Abteilungen für Gesundheitsökonomie, Umwelthygiene, Epidemiologie, medizinische Psychologie oder Sozial- und Präventivmedizin, was professionellen und kollegialen Austausch vereinfacht.

4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Im Fokus der Interessen sollten immer die verbesserte Gesundheit und Lebensqualität der Menschen stehen und zwar unabhängig von deren sozio-ökonomischen Faktoren im Sinne einer gesundheitlichen Chancengerechtigkeit. In dieser Hinsicht wäre es wichtig, dass das Konzept der Health in all Policies auch tatsächlich in allen Bereichen angewendet würde, da die Gesundheit der Menschen zu einem Großteil von Entscheidungen in Sektoren beeinflusst wird, welche primär nichts mit dem Gesundheitssystem zu tun haben wie Wirtschaft, Bildung, Infrastruktur, Umwelt, Wissenschaft, Soziales etc..

Darüber hinaus wandeln sich die gesundheitlichen Herausforderungen, die Menschen werden immer älter jedoch nicht automatisch auch gesund älter und chronische sowie psychische Erkrankungen nehmen zu bei gleichzeitigen beunruhigenden Entwicklungen bei akuten Erkrankungen wie z.B. den Antibiotikaresistenzen. Auch Migrationsbewegungen, welche in Zukunft unter anderem durch den Klimawandel noch verstärkt werden, bergen zusätzliche gesundheitswirtschaftliche Herausforderungen in einem Aufnahmeland wie Österreich. Eine wissenschaftlich anerkannte und bewährte Möglichkeit diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die Entwicklung und Stärkung des Primärversorgungssektors in seiner gesamten Komplexität (Definition als eigenständiger Sektor, klare Finanzierung, Multiprofessionalität, Arbeitskräfteentwicklung, Zusammenarbeits- und Organisationsformen, Steuerungsfunktion). Hier brauch es zuerst einmal überlegtes wirtschaftliches Investment, um danach von den gesundheitlichen Gewinnen profitieren zu können.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Ich würde mir wünschen, dass die Gesundheitswirtschaft die Bedeutung einer echten Stärkung und Entwicklung des Primärversorgungssektors erkennt und dort überlegte und ausreichende Investitionen tätigt. Ich hoffe auch sehr, dass die Gesundheitswirtschaft diese Investitionen auf Basis von unabhängig-erhobenen, transparenten Daten zu den Gesundheitsbedürfnissen und der Krankheitslast der Bevölkerung durchführt. Auch hier gibt es ausgezeichnete Entwicklungsmöglichkeiten hinsichtlich Forschungsförderungen, die zu einer internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Österreich im Versorgungsforschungsfeld führen würden und dies wiederum zur Qualitätsverbesserung im Gesundheitssystem sowie mehr Gesundheit und Sicherheit für die Menschen.


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