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Gesundheitsmanager des Monats Dezember 2017

Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA
Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA
© Foto Wilke

Berufliche und persönliche Eckdaten von Herrn Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA:
Bernhard Rupp wurde 1961 in St. Pölten geboren. Rupp absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien sowie das Studium der Betriebswirtschaft an der University of Toronto. 

Im Jahr 1986 trat Rupp in den Dienst der AK Niederösterreich, war Anfang der 1990er Jahre kurz im BM für Gesundheit beschäftigt und war von 1998 bis 2005 als Geschäftsführer des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds und Psychiatrie-Koordinator des Landes NÖ tätig, seit 2006 ist Rupp Leiter der Grundlagenabteilung Gesundheitspolitik der AKNÖ.

Seit 1998 ist Rupp wissenschaftlich in außeruniversitären Forschungsnetzwerken und an Universitäten und Fachhochschulen tätig - insbesondere zu Themen neuer Organisationsformen im Gesundheits- und Pflegewesen (PPP-Modelle), Personalbedarfsberechnungsmodelle und Assistive Technologien (AAL).

Im Bereich AAL bzw smart & green city war bzw. ist Rupp aktuell an sechs FFG-geförderten Forschungsprojekten beteiligt.

Seit April 2016 hat Rupp auch die wissenschaftliche Leitung des Masterplans „Fittest City of Austria“ in St. Pölten inne.

Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Ich persönlich arbeite wirklich gerne, wahrscheinlich auch deshalb, weil sich mit die Chance geboten hat, seit Beginn meiner Berufstätigkeit in gesellschaftlich relevanten Bereichen tätig sein zu können. Ich war in meiner Berufslaufbahn in der Grundlagenarbeit für Sozialpolitik in der AK tätig, im Gesundheitsministerium mit der Vorbereitung des EU-Beitritts Österreichs, als Geschäftsführer des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds mit der Einführung des LKF-Systems und besonders auch mit der Umsetzung der Psychiatriereform befasst und bin seit  meiner Rückkehr in die AK weiterhin mit Aufgaben der Gesundheitspolitik beschäftigt. Seit den 1990er Jahren versuche ich überdies für Österreich aber auch international in wissenschaftlichen Projekten und in der Lehre brauchbare Beiträge zu Gesundheitssystemweiterentwicklungen leisten.

2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Das Wohl meiner Familie, gute Zukunftsperspektiven für Österreich und natürlich ein funktionierendes faires Gesundheits- und Pflegesystem.

3. Was ist das Besondere an der Abteilung Gesundheitspolitik der Kammer für Arbeiter und Angestellte NÖ?

Die AK Niederösterreich hat – im Vergleich zu anderen Bundesländern – eine einzigartige und lange Tradition in der anwendungsorientierten Grundlagenarbeit auf Landes- und Bundesebene. Seit Ende der 1980er Jahre gibt es in der AK Niederösterreich einen „think tank“ im Bereich der Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik. Ich konnte in diesem „think tank“ Anfang der 1990er Jahre als „Frischg‘fangter“ bereits an der Entwicklung des Bundes-Pflegegeldgesetzes mitarbeiten, dessen Bedeutung ja wohl keiner näheren Erläuterung bedarf. In dieser Tradition stehend arbeitet die Abteilung Gesundheitspolitik an zahlreichen Ideen und Konzepten zur Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheits- und Sozialsystems für Niederösterreich und für ganz Österreich. Meine hochspezialisierten MitarbeiterInnen, bei denen ich mich an dieser Stelle für Ihr phantastisches Engagement herzlichst bedanken möchte, erarbeiten diese Konzepte nicht im stillen Kämmerlein sondern in der permanenten Auseinandersetzung mit realen Problemen der Praxis gemeinsam mit PatientInnen, Angehörigen, BetriebsrätInnen, GewerkschafterInnen, ExpertInnen der Sozialpartner, Angehörigen der Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufe, mit PolitikerInnen, BeamtInnen und WissenschafterInnen. Ich bin froh und stolz auf diese innovative Tradition der AK Niederösterreich und besonders glücklich, diese Abteilung leiten zu dürfen.

4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Meine Zielvorstellung ist, die bestmögliche Gesundheitsversorgung für Österreich sicherstellen, die Arbeitsfähigkeit beziehungsweise die Lebensqualität für möglichst viele ÖsterreicherInnen zu erhalten und dem Gesundheitssektor als dem wichtigsten Wachstumsmotor der kommenden Jahre in Österreich zu bestmöglichen Entfaltungsbedingungen zu verhelfen insbesondere auch deshalb, um attraktive Arbeitsbedingungen und angemessene Löhne und Gehälter bieten zu können. Dieser Motor und eigentlich das ganze Vehikel sollen nicht mit einem kaputten Getriebe, blockierenden Bremsen und (mindestens) zwei Lenkrädern suboptimale Leistung bringen müssen. Dazu hätte ich – die Sozialpartner sowieso – einige gute Ideen…

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Die politischen Entwicklungen und somit die Entwicklung des öffentlichen Gesundheits-wesens sind derzeit nur schwer einschätzbar. Es ist wahrscheinlich, dass der Krankenhaussektor weiterhin schrumpfen  und in Richtung High-End Versorgung konzentriert werden wird und dass die Primärversorgung tatsächlich auf neue Beine gestellt wird. Nachdem bis zu 80% der direkten Kosten in europäischen Gesundheitssystemen für die Behandlung chronisch Kranker ausgegeben werden, hoffe ich, dass sich diese Tatsache doch bald in neuartigen Prozessen und Strukturen und einem breiteren multiprofessionellen lebensqualitätsorientieren Versorgungsangebot für alle Versicherten niederschlägt. PhysiotherapieutInnen, PflegeexpertInnnen, PsychologInnen oder ApothekerInnen werden derzeit völllig unter ihrem Potenzial eingesetzt, das ist pure Vergeudung von ExpertInnenwissen zum Schaden der Bevölkerung.

Ich sehe darüber hinaus insbesondere im Bereich der Biotechnologie, der Telemedizin und lebensqualitätsverbessernder Assistiver Technologien in Wohnungen, in der Arbeitswelt und auch im öffentlichen Raum der Gemeinden (smart and green cities, neue Formen der Stadtplanung, der Mobilitätsicherung) ein ungeheures Wachstumspotenzial für die Wirtschaft und das Potenzial für viele neue gute Arbeitsplätze.