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Gesundheitsmanager des Monats März/April 2020

Dr. Iris Herscovici
Dr. Iris Herscovici
© René Prohaska

Berufliche und persönliche Eckdaten

Iris Herscovici ist Mitbegründerin des Online-Portals www.selpers.com und für die inhaltliche und medizinische Leitung verantwortlich. Die Expertin für barrierearme Patientenkommunikation entwickelt mit ihrem Team kostenlose Online-Kurse zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz von chronisch Kranken und deren Angehörigen.

Ihr besonderes Anliegen ist PatientInnen handlungs- und entscheidungsfähig zu machen, durch leicht verständliche medizinische Informationen und leicht umsetzbare Empfehlungen für den Alltag. selpers wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

Iris Herscovici ist promovierte Medizinerin, diplomierte Krankenhaus-Betriebswirtin und Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften. Sie war u.a. im Allgemeinen Krankenhaus Wien (AKH) und in der Generaldirektion des Wiener Krankenanstaltenverbundes tätig.

Persönliches Statement 

Meine Arbeit zeigt mir täglich auf´s Neue wie wichtig es ist, die kleinen schönen Momente bewusst wahrzunehmen. Hinsehen, hinhören und spüren, wie wertvoll genau dieser Augenblick ist. 


Interview:

1. Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft weltweit in den nächsten Jahren entwickeln?

Die PatientInnen-Einbindung und Mitbestimmung spielt eine immer größere Rolle. PatientInnen zu „Patient Experts“ auszubilden also über ihre eigene Krankheit intensiv zu schulen, hilft ihnen, ihr Leben auch mit einer Erkrankung selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu führen. Eng verbunden damit ist die Partizipative Entscheidungsfindung (Shared Decision Making). In der Vergangenheit wurden Entscheidungen oft ohne oder die aktive Einbeziehung der PatientInnen getroffen. Die PatientInnen hatten Anweisungen zu befolgen. Beim Shared Decision Making treffen Ärztin/Arzt und PatientIn die Entscheidungen gemeinsam, auf Augenhöhe. Viele ÄrztInnen arbeiten heute schon so, aber dieser Teil der Arzt-Patienten-Kommunikation wird sicher noch wichtiger werden.

Grundsätzlich bewegt sich vieles in die Richtung, PatientInnen zu stärken und zu ManagerInnen ihrer eigenen Gesundheit zu machen. Eine sehr gute und wichtige Entwicklung, wie ich finde. Erwiesenermaßen steigt damit die Adhärenz. 


2. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Ich finde es wichtig, Gesundheitskompetenz ganzheitlich zu denken und auch zu fragen: Was brauchen die PatientInnen im Alltag? Die Lebensrealität der PatientInnen spielt eine große Rolle und sollte bei Entscheidungen unbedingt mitgedacht werden. Gibt man den PatientInnen Informationen an die Hand, die sie in ihrer speziellen Situation unterstützen, verbessert das die Lebensqualität und den Gesundheitszustand oft beträchtlich. Je konkreter die Hilfen für den Alltag anwendbar sind, umso besser. Das stärkt das Gefühl der PatientInnen, die Kontrolle über ihr Leben und ihre Gesundheit zu behalten. Und es hilft ihnen ganz praktisch mit ihrer Erkrankung zu leben.


3. Welche Rolle wird dabei Ihre Geschäftsidee spielen?

Damit PatientInnen handlungs- und entscheidungsfähig werden, brauchen Sie seriöse Hintergrundinformationen über ihre Erkrankung. Diese Informationen müssen so aufbereitet sein, dass die PatientInnen sie unabhängig von Vorkenntnissen und Bildungsgrad verstehen können. Nur durch medizinisches Verständnis können sie auch die Tragweite von Entscheidungen verstehen und aktiv mitwirken. selpers Online-Kurse sind so aufgebaut, dass sie leicht verständlich sind und die wesentlichen Informationen über die Erkrankung transportieren. Außerdem legen wir viel Wert auf konkrete Hilfestellungen für den Alltag. Was kann ich machen, wenn ich an Fatigue leide und gleichzeitig ein kleines Kind zu versorgen habe? Welche Rechte habe ich bei der Auswahl der Behandlung? Was kann beim Umgang mit den Entzugssymptomen nach dem Rauchstopp helfen? Bei solchen Fragen setzen wir an und unterstützen damit die PatientInnen, ein neues Selbst-Verständnis zu entwickeln. Wir zeigen ihnen: Ich kann selbst Einfluss nehmen und meinen Gesundheitszustand verbessern.


4. Was ist in Ihrem Leben besonders wichtig?

Meine engsten Freundinnen sind mir sehr wichtig. Musik. Und Humor: Lachen darf im Leben nicht zu kurz kommen. Kreativität gehört ebenfalls zu mir, sie zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Das mag ich auch an selpers: immer wieder neue Ideen umzusetzen und Menschen in ihrem Leben zu unterstützen, damit sie selbst auch wieder mehr Grund zum Lachen haben.