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Gesundheitsmanager des Monats Oktober 2017

Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr
Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr

Berufliche und persönliche Eckdaten von Mag.pharm Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr

seit 2017  Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer
2012-2017 Präsidentin der OÖ. Apothekerkammer
seit 2011 Stellvertreterin von Präsident Dr. Christoph Leitl in den Gremien der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft
seit 2006 Vorstandsmitglied der Österr. Apothekerkammer, des Österr. Apothekerverbandes und der pharmazeutischen Gehaltskasse
1999 Konzessionserteilung zum Betrieb der neu errichteten Steyrtalapotheke, Josef-Teufel-Platz 1, 4523 Neuzeug mit derzeit 14 MitarbeiterInnen
1989 – 1998 Nach dem Aspirantenjahr Angestellte Apothekerin, Mitglied des Vorstandes der Angestellten Apotheker der Österr. Apothekerkammer
1984 – 1989 Universitätsassistentin am Pharmakologischen Institut der Uni Innsbruck bei Prof. DDr. Winkler
1977 – 1984 Studium der Pharmazie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck
15. Juni 1959 Geboren in Sierning


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Ich engagiere mich seit 1990, damals war ich bereits als Angestellte Mitglied des Vorstandes der Österreichischen Apothekerkammer, für die Anliegen der Apothekerinnen und Apotheker. Und zwar immer im Hinblick darauf, dass Apothekerinnen und Apotheker Gesundheits-, Nah- und Grundversorger sind. Apotheken sind oft erste Anlaufstelle bei Gesundheitsthemen. Mit Menschen in Kontakt zu sein und dabei für ihr körperliches und seelisches Wohlergehen Sorge zu tragen, hat mir immer viel Freude bereitet. Die Spezialisten, wenn es um Arzneimittel geht, das sind wir Apothekerinnen und Apotheker. Hier leisten wir mit rund 400.000 Kundenkontakten am Tag einen wesentlichen Beitrag in unserem Gesundheitssystem. Der niederschwellige Zugang, den Apothekerinnen und Apotheker täglich mit Menschen zu Gesundheitsfragen haben, ist genau das, was den Reiz für mich ausmacht. Jetzt, in meiner Funktion als Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer kann ich dieses Know-How weiterentwickeln und das Berufsbild zukunftstauglich gestalten.

2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Was mir persönlich immer wichtig ist, dass man sich bewährten Systeme gegenüber mit Respekt verhält, aber gleichzeitig seinen eigenen Horizont öffnet, um neuen Möglichkeiten und Lösungsvorschlägen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Ein lebenslanges learning ist enorm wichtig, um mit den Anforderungen Schritt halten zu können. Dabei steht das Miteinander immer im Fokus. Sich gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen für das Wohl der Menschen stark zu machen, das ist mir ein besonderes Anliegen. Hier baue ich auf die Zusammenarbeit und Synergien mit der Ärzteschaft und allen anderen Gesundheitsberufen. Wir sollten gemeinsam im Sinne und zum Wohle der Patienten arbeiten – niemals gegeneinander.

3. Was ist das Besondere an der Österreichischen Apothekerkammer?

Die Österreichische Apothekerkammer ist die gesetzliche Berufsvertretung der 6.000 Apothekerinnen und Apotheker, die sowohl in öffentlichen Apotheken als auch in Krankenhäusern tätig sind. Als Interessenvertretung der Österreichischen Apothekerinnen und Apotheker leistet die Kammer einen entscheidenden Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung, und setzt sich dafür ein, dass selbstständige und angestellte Apotheker als Angehörige eines freien Heilberufs die Arzneimittelversorgung über Apotheken sicherstellen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts garantiert die Apothekerkammer eine wirksame Selbstverwaltung, gleichzeitig übernimmt sie hoheitliche Aufgaben. Damit dieses bewährte System in Zukunft bestehen bleibt, werde ich mich persönlich, dank meiner Funktion als Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, stark machen.

4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Ich möchte klare Gesundheitsvorsorge und –versorgungsziele umsetzen. Durch die demografische Entwicklung und den prognostizierten gleichzeitigen Verlust von Arztstunden wird eine niederschwellige professionelle Gesundheitsversorgung immer wichtiger. Das heißt, wir Apothekerinnen und Apotheker werden künftig noch stärker Patienten steuern und strukturiert begleiten müssen, nicht zuletzt, um die Ärzte zu entlasten. Das bedeutet aber auch, dass wir die Gesundheitskompetenz der Patienten weiter stärken und unsere Beratungskompetenz noch mehr in den Mittelpunkt stellen.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Als Apothekerinnen und Apotheker bieten wir täglich Gesundheitsnahversorgung an. Aufgrund unserer Qualifikation durch Studium, Praxis und permanente Fortbildung sind wir die erste wichtige Anlaufstelle der Patienten bei allen Gesundheitsfragen bereits vor Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen. Wir werden versuchen, dies in Zukunft noch strukturierter zu gestalten und damit unsere Aufgabe als Grundversorger auch im Bereich der Früherkennung zu stärken. Gleichzeitig bemühen wir uns im Sinne der Zielsteuerungspläne, die strukturierte Betreuung chronisch Kranker weiter zu entwickeln.

Weitere wichtige Themen in den nächsten Jahren sind: Praxisnahes Medikationsmanagement und eine Offensive in Sachen Therapietreue sowie die spürbare Verbesserung der Gesundheitskompetenz der Österreicher – weg vom Tabellenende hin zur europäischen Mittelklasse. Das heißt: darauf schauen, dass die Menschen die ihnen verordneten Medikamente nach entsprechender Wechselwirkungs- und Interaktionsprüfung überzeugt und richtig einnehmen. Gleichzeitig werden wir den Menschen Gesundheitskompetenz vermitteln und sie so umfassend beraten, dass sie wissen: Dies ist gut für mich, jenes nicht, mit diesen Beschwerden muss ich zum Arzt, mit jenen nicht. Als Gesundheitsdrehscheibe haben wir das Know-how, den Menschen dabei zu helfen, diese Kompetenz zu entwickeln.