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Gesundheitsmanager des Monats September 2018

Mag. Gabriele Jaksch
Mag. Gabriele Jaksch
© mtd-austria

Berufliche und persönliche Eckdaten von Frau Präsidentin Mag. Gabriele Jaksch 

Frau Mag.a Gabriele Jaksch ist seit Dez. 2006 Präsidentin von MTD-Austria, Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs (Biomedizinische AnalytikerInnen, DiätologInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, OrthoptistInnen, PhysiotherapeutInnen, RadiologietechnologInnen) insgesamt ca. 25.000 Berufsangehörige.

In Ihrer Funktion als Präsidentin ist Frau Mag. Jaksch Mitglied in zahlreichen Gremien auf Bundes- und Landesebene und hält Kontakt zu wichtigen Organisationen und Stakeholdern im Gesundheitswesen, verschiedenen Ministerien, National- und Bundesräten etc.

Seit 2012 ist sie Vorstandsmitglied der Plattform Patientensicherheit.  

Sie absolvierte das Studium der Erziehungswissenschaften und die Ausbildung zur Physiotherapie in Wien. Neben Ihrer Tätigkeit als Präsidentin und Physiotherapeutin hält sie nationale und internationale Vorträge im Gesundheitswesen. Sie ist verheiratet und Mutter zweier Kinder.


Interview:

1. Was bedeutet Ihnen der Beruf?

Seit über 25 Jahren einen Gesundheitsberuf auszuüben und seit 2006 auch sieben wesentliche Gesundheitsberufe berufspolitisch zu vertreten ist eine Berufung. Die Gesundheit des Menschen ist das wichtigste Gut, diese zu fördern bzw. erhalten und gleichzeitig die Veränderung der Gesundheitslandschaft über die Jahrzehnte aktiv zu begleiten ist eine Mission im engen Austausch mit vielen interessanten Menschen.

2. Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig?

Geht nicht – gibt’s nicht und Ausdauer ist das Fundament aller Tugenden – dies sind nur zwei meiner essentiellen Leitsprüche im Leben.

Familie, herausfordernde Berufe und Sport ausgewogen unter einen Hut zu bringen ist regelmäßig eine spannende Herausforderung.

Respektvolles Umgehen miteinander, Ehrfurcht und Demut gegenüber bereits Bewährtem/Geleistetem einerseits und andererseits Lebenslanges Lernen und an Herausforderungen wachsen ist die Grundlage von Fortschritt. Stillstand heißt Rückschritt.

3. Was ist das Besondere an der MTD-Austria?

Mit berechtigtem Stolz darf der Dachverband auf jenes Alleinstellungsmerkmal von MTD-Austria blicken, für das man uns seitens des benachbarten Auslands großen Respekt zollt: der Zusammenschluss dieser sieben sehr verschiedenen Berufe unter einem Dach ist europaweit einzigartig! Er bewirkt nicht nur, dass es sich bei den gehobenen MTD-Berufen (Biomedizinische AnalytikerInnen, DiätologInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen, OrthoptistInnen, PhysiotherapeutInnen, RadiologietechnologInnen) um die drittgrößte Berufsgruppe im österreichischen Gesundheitswesen handelt – auch schafft diese Konstellation die Grundlage für Synergien und ermöglicht ein deutlich effizienteres Agieren innerhalb der Gesundheitssystemlandschaft, wo entsprechend mehr erreicht werden konnte. Es verdeutlicht aber auch, viele unterschiedliche Interessen können im Konsens in eine gemeinsame Richtung gehen.

4. Was möchten Sie im Bereich Gesundheitswirtschaft Österreich verändern?

Das Gesundheitswesen – so bemerkenswerte Leistungen es in Österreich für die Patientinnen und Patienten auch bietet – steht unter enormem Veränderungsdruck. Demographische Entwicklungen (Überalterung der Bevölkerung, zunehmende Migration…), Ressourcenknappheit in vielen Bereichen, neue Krankheitsbilder, Multimorbidität und wissenschaftliche Errungenschaften mit den entsprechenden Folgen für die diagnostisch/therapeutischen Berufe können nur im Zusammenspiel aller im Gesundheitswesen beteiligten Gruppen bewältigt werden. Neue Organisations- und Kooperationsmodelle sind unumgänglich. Dazu sind die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und faire, den Leistungsangeboten angemessene Abrechnungsmöglichkeiten zu schaffen! Bildungssilos sind aufzubrechen, inter- und multiprofessionellen Elementen muss mehr Beachtung und Raum geschenkt werden – dies sind die Nahtstellen, an denen Innovation stattfindet.

5.  Wie wird sich die Gesundheitswirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?  

Für die Qualität des österreichischen Gesundheitswesens wird es jedenfalls entscheidend sein, parallel zu den unmittelbar vorzunehmenden Maßnahmen, jene geeigneten Schritte einzuleiten und dann auch zu setzen, infolgedessen die Gesundheit der ÖsterreicherInnen nachhaltig positiv beeinflusst werden kann. Die MTD-Berufe sind gerade wegen ihrer hochprofessionellen Aus-, Weiter- und Fortbildung im präventiven, diagnostischen, therapeutischen, rehabilitativen und palliativen Rahmen sehr wesentlich. 

Letztlich wird all das zwingend auf eine Umverteilung der Tätigkeitsbereiche innerhalb der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe hinauslaufen. Internationale Modelle dazu gibt es. Man muss sie nicht kopieren, aber man kann an erfolgreichen Ansätzen Maß nehmen. Der Blick in die Zukunft lädt nicht zum Verweilen ein. 

Veränderungen, die kommen, müssen Platz greifen – das derzeitige Gesundheitssystem in wichtigen Bereichen transparenter, qualitätsgesicherter und sicherer für die PatientInnen zu machen. 

Die Gesundheit der Bevölkerung hängt jedoch auch von vielen weiteren Einflussfaktoren ab, die außerhalb des traditionellen Gesundheitssektors liegen, wie etwa im Bereich der Sozial-, Umwelt-, Arbeitsmarkt-, Verkehrs-, Wirtschafts- oder Bildungspolitik. Das Thema ‚Health in all Politics‘ ist wesentlich für unser aller Zukunft.



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