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Daheim statt im Heim

Altersgerechte Sanierung anstelle von kostspieligem Neubau
Stand:

Bund und Länder haben sich darauf geeinigt, bis 2014 insgesamt fast 700 Mio Euro zur Bewältigung der steigenden Pflegekosten den Ländern und Gemeinden zuzuschießen. Die Kosten dafür werden nach dem Schlüssel des Finanzausgleichs verteilt, der Bund zahlt also zwei Drittel, Länder und Gemeinden zusammen ein Drittel. Die Länder verpflichten sich zwar im Zuge der Einigung im Stabilitätspakt zu einem Sparkurs, nicht aber dazu, wie und wo die zusätzlichen Mittel eingesetzt werden. Nach einer Vereinbarung gemäß Art. 15 a B-VG sind Bund und Länder für eine einheitliche Pflegevorsorge in Bezug auf Geld- und Sachleistungen verantwortlich und finanzieren das System gemeinsam.
Nachhaltig investieren heißt, dass Menschen möglichst lange gesund bleiben und sich selbst versorgen können. In 40 Jahren wird es laut Statistik Austria um 650.000 mehr Über-80jährige als derzeit geben. Die Studie "Volkswirtschaftlicher Vergleich von altengerechten Wohnversorgungstypen“ rechnet vor: Müssten davon 10% in Pflegeheimen versorgt werden (65.000 Plätze), würden auf derzeitiger Kostenbasis einmalige Errichtungskosten von 5,5 Mrd. Euro (82.000 Euro pro Person) und jährliche Pflegepersonalkosten von 1,6 Mrd. Euro anfallen.

Barrierefreiheit ist günstiger als Pflegeheime

Die Alternative zum Neubau von Pflegeheimen ist die "Barrierefreimachung“ des Eigenheims. Wohnungen und Gebäude sollen so adaptiert werden, dass sie von allen Menschen ohne fremde Hilfe genutzt werden können. Barriefreiheit kostet Geld (ca. 2.500 Euro pro Person gemäß obiger Studie), ermöglicht aber den längstmöglichen Verbleib in den eigenen vier Wänden.
Mit 1,6 Mrd. Euro könnten somit Wohnungen für 650.000 (!) Personen nachhaltig barrierefrei gemacht werden. Daher sollte ein Großteil der zusätzlichen 700 Mio Euro in die Wohnsanierung und die Barrierefreiheit investiert werden. Zwar werden Barrierefreiheit und altersgerechtes Bauen im Neubau bereits sehr effektiv umgesetzt, doch sind Neubauten meist nicht die Lösung für ältere Menschen. Zur Sanierung des Altbestands fehlen hingegen die Impulse. Die Folge: Viele ältere Menschen wechseln frühzeitig in ein teures Pflegeheim, obwohl sie noch nicht voll pflegebedürftig wären.

Maßnahmen

Damit die Pflege finanzierbar bleibt und möglichst viele Menschen selbstbestimmt leben können, empfiehlt die Studie:

  • Eintritt in ein Pflegeheim erst ab Pflegestufe 5, dies bewirkt ein höheres durchschnittliches Eintrittsalter (~ 85 Jahre sowie eine kürzere Verweildauer im kostenintensiven Pflegeheim);
  • bis dahin Wohnversorgung zuhause, im "Betreuten Wohnen“ oder optimalerweise in selbständigen Seniorenwohngemeinschaften (bis Pflegestufe 5 betreut durch mobile Dienste);
  • Forcierung der mobilen Dienste für die niedrigeren Pflegestufen (Dezentralisierung vor Zentralisierung, Hauskrankenpflege statt stationärer Pflege);
  • bestehende Gebäude barriefrei machen (Stiegenhaus, Zugänglichkeit)

Neben der Forcierung der mobilen Pflege sollte daher vor allem in eine altersgerechte Sanierung investiert werden. Zusätzlich zu einer stärkeren Schwerpunktsetzung bei bestehenden Fördermodellen der Länder (z.B. Wohnbauförderung) sollte eine spezielle Förderschiene für "barrierefreies Sanieren“ unabhängig vom Gebäudealter geschaffen werden.


Fazit: Durch altersgerechte Sanierung entsteht ein dreifacher WIN-WIN-WIN Effekt: Unser Sozialsystem wird nachhaltig entlastet, Menschen können länger selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben und die regionale Wirtschaft wird gestärkt.

 

Studie, Volkswirtschaftlicher Vergleich von altengerechten Wohnversorgungstypen,
Download, Stand 06.2010.


WKÖ-Geschäftsstelle Bau www.bau.or.at

Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich, www.wirmachengesundheit.at  

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