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Diabetes: Die Pandemie, die keiner beachtet!

Die Zahl der Diabetiker in Österreich könnte sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln.
Stand:

 

Experten befürchten eine gewaltige Kostenlawine aufgrund von Folgeerkrankungen. Gezielte Maßnahmen zur Prävention, Früherkennung und Behandlung müssen endlich umgesetzt werden.

Laut einer Studie der University of Chigago, erschienen im Medizinjournal "Diabetes Care“, wird sich die Anzahl der Diabetiker in den USA von 24 Millionen im Jahr 2009 auf etwa 44 Millionen im Jahr 2034 verdoppeln. Die daraus resultierenden Behandlungskosten sollen dabei von 113 Milliarden Dollar auf 336 Milliarden Dollar (inkl. Inflation) steigen.

Auch die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS) warnt schon seit längerem vor der "süßen Kostenlawine“. Mindestens 4 Mio Erkrankte und eine Dunkelziffer von etwa 2 Mio weiteren Patienten lassen eine gewaltige Kostenexplosion im Gesundheitswesen aufgrund von Diabetes befürchten. Bereits heute werden 30 Milliarden Euro im Jahr für die Behandlung der Zuckerkrankheit ausgegebenen. Bei gleichbleibender Zunahme der Diabetikerzahlen muss in 15 Jahren von (inkl. Inflation) 240 Milliarden Euro (!) an Kosten bei unseren Nachbarn ausgegangen werden.

Rund 600.000 Menschen in Österreich leiden an Diabetes - damit weit mehr als die bisher angenommene Zahl von maximal 500.000 Diabetikern. Allein aufgrund der demographischen Entwicklung ist für den Zeitraum 2001 bis 2050 mit einer weiteren Zunahme um 42- 51 % zu rechnen.

 

Diabetes ist die teuerste chronische Krankheit

Die Anzahl von Diabetikern in Wien stieg in den Jahren 2005-2008 von 58.906 auf 70.369 betroffene Personen an. Das hatte eine Steigerung  der Heilmittelkosten innerhalb von drei Jahren von 13,3 Mio. auf 15,5 Mio Euro zur Folge. Studien aus Deutschland machen aber klar: Der überwiegende Teil der von Diabetes verursachten Kosten wird zur Behandlung Diabetes-bedingter Folgeerkrankungen aufgewendet, die sich bei rechtzeitiger und adäquater Therapie vermeiden ließen.

In Deutschland verursacht ein Typ 2-Diabetiker das 1,3-fache (ohne Komplikationen) bis 4,1-fache (mit Komplikationen) der durchschnittlichen Kosten eines Versicherten (KoDiM-Studie, Köln 2001 – die erste umfassende Studie unter knapp 27.000 Versicherten in Deutschland). Der Großteil der Kosten wird damit nicht für die Therapie der Diabetes aufgewendet, sondern für die Behandlung von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nieren- und Augenerkrankungen oder das diabetische Fußsyndrom.

Werden die deutschen Zahlen auf Österreich umgelegt, dürfte Diabetes derzeit in Österreich Kosten von weit über einer halben Milliarde Euro pro Jahr verursachen.
Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, Früherkennung und Behandlung sind rasch umzusetzen.

Die Wirtschaft geht davon aus, dass gesündere Arbeitnehmer, aber auch medizinisch gut betreute Diabetiker neben geringeren Gesundheitskosten auch weniger Fehlzeiten und Krankenstände in Unternehmen verursachen und "normal“ am Erwerbsleben teilhaben können. Deshalb sind Gesundheits- und Präventionsprogramme in Betrieben zu forcieren und eine einheitliche und flächendeckende Therapie und Maßnahmen zur Diabetes-Früherkennung einzuführen.

 

Flächendeckende Strategie fehlt

Zwar gibt es in Österreich bereits viele gute Projekte, Programme und Initiativen. Eine flächendeckende Strategie fehlt aber. Zunächst müssen alle Projekte in den Bundesländern geprüft und dann die Best Practices österreichweit verbreitet werden. Ein Vorbild sind die von der Sozialversicherung in allen Bundesländern durchgeführten Disease-Management-Programme (DMP) für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2.

Informationen in guter Qualität müssen die richtigen Menschen erreichen. Ärzte schaffen es in Praxis nicht immer, Patienten über Diabetes und die dramatischen Folgen einfach und laiengerecht zu informieren. Notwendig sind daher Informationsprodukte für Patienten, die Mitwirkung von Medien und alles, was Bewusstsein in der breiten Bevölkerung schafft. Dadurch könnten noch gesunde Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko frühzeitig aufgeklärt und zu einer Umstellung des Lebensstils bewegt werden, sodass aus dem Risiko keine Erkrankung wird. Die Hauptursachen für Diabetes - Übergewicht, Bewegungsmangel und die falsche Ernährung - sind allesamt vermeidbar!

 

Die Prävention wird vernachlässigt

Österreich gab im Jahr 2007 10,1 % seiner Wirtschaftsleistung für die Gesundheitsversorgung aus. Das ist der siebthöchste Wert in der OECD. Auch die Ausgaben pro Kopf liegen kaufkraftbereinigt um 26 % über dem OECD-Schnitt. Gleichzeitig machen die Ausgaben für öffentliche Gesundheits- und Präventionsprogramme nur 1,9% der gesamten Gesundheitsausgaben aus. Damit liegt Österreich deutlich unter dem OECD-Schnitt mit 3,0%.

 

Fazit: Österreich muss endlich umdenken und die Prävention forcieren, um die "Pandemie Diabetes“ zu bekämpfen.


Dezember 2009

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