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Spitalsreform: Brauchen wir mehr Staat oder mehr Privat?

Resümee der Veranstaltung der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich
Stand:

 

"Privat“ und "öffentlich“ sind im Spitalswesen keine Gegensätze. Beide müssen angesichts sinkender Einnahmen Wege finden, ihre Leistungen effizient  zu erbringen. Public Private Partnership- Modelle sind dabei oft eine gute Möglichkeit, allgemeine Patentrezepte gibt es aber nicht!

Zu diesem Schluss kamen am 9. 2.2010 Vertreter der österreichischen privaten und kommunalen Spitäler im Rahmen einer Veranstaltung der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich (www.wirmachengesundheit.at).

Wie wichtig und bedeutend der Spitalssektor neben dem gesundheitlichen Nutzen auch wirtschaftlich zu sehen ist, unterstreicht Michael Heinisch, Geschäftsführer des Krankenhauses Vinzenz Gruppe (www.vinzenzgruppe.at). "Die 270 Spitäler in Österreich mit ihren 64.400 Betten sind ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Direkt und indirekt sorgen sie für 251.000 Arbeitsplätze, 116 Mrd. Euro Wertschöpfung und – inklusive Folgeeffekte - einem Anteil am Bruttosozialprodukt von 4,4 Prozent, was sogar den Beitrag der Landwirtschaft übertrifft“, betont Heinisch die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Krankenhaus.
 

Spitäler schaffen 4,4 Prozent vom BIP
Hinterlegt wird das durch eine von der Vinzenz Gruppe beauftragte Studie  des Volkswirtschaftlers Gottfried Haber. Zu den Folgeeffekten zählt Haber die Ausbildung - mehr als die Hälfte der 250.000 Spitalsbeschäftigten sind hoch qualifiziert -, weiters Vorleistungen durch Medikamente oder Geräte sowie Handel und Gastronomie infolge der Angehörigenbesuche. "Alle Zahlen sagen jedoch nichts aus über die Sinnhaftigkeit der Leistungen. Zudem besteht angesichts der hohen Ausgaben immer Potenzial zur Optimierung ", so Haber.

Dass die Gesundheitsbranche als Wirtschaftszweig im Aufwind ist, bekräftigt auch Wilhelm Marhold vom Wiener Krankenanstaltenverbund (www.wienkav.at), der die Diskussion um die Kostenverursacher in den Hintergrund rücken will: "Wir müssen uns lösen von der Diskussion, wer wo was billiger oder besser anbietet. Privat, öffentlich und gemeinnützig sind dabei keine Gegensätze. Im Gesundheitswesen sind alle Anbieter möglich. Es geht vor allem darum, dass sich alle anstrengen müssen, Leistungen effizient zu erbringen“. Dazu führt Generaldirektor Marhold aus: "Wien wird die Effizienz durch die Aufgabe mehrerer Spitalsstandorte und die Transferierung der Leistungen an wenige zentrale Standorte steigern".

 

"Wir sind noch zu sehr verliebt in die eigenen Strukturen“
Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka betont, dass Zentralisierung im ländlichen Bereich hohe Folgekosten der Abwanderung mit sich bringen würde. "Wir versuchen eine abgestufte Versorgung, bei der Disziplinen mit geringer Fallzahl nur mehr an bestimmten Zentren angeboten werden." Weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung sind für Sobotka die Zusammenarbeit der Spitalsträger etwa im Bereich Einkauf, EDV-Dienstleistungen oder Backoffice. Die medizinische Weiterentwicklung erhöhe vielfach automatisch die Effizienz, so sei die Verweildauer bei bestimmten Spitalsbehandlungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken. Die Neugestaltung kommunaler Spitäler sei jedoch schwerfällig. "Wir sind noch viel zu sehr verliebt in die eigenen Strukturen", gibt Sobotka zu.

Gottfried Koos, Geschäftsführer der international agierenden VAMED AG, (www.vamed.com) verweist im Rahmen der Podiumsdiskussion auf bereits seit langem erfolgreich durchgeführte Public Private Partnership-Modelle: “PPP-Modelle sind eine Chance für eine Optimierung des Spitalsmanagements bei zumindest gleich bleibender Qualität für die Patienten. Erfolgreiche Kooperationen zwischen öffentlichen Institutionen und privaten Akteuren zeigen das enorme Verbesse¬rungs- und Einsparungspotenzial von PPP-Modellen. Beispiele sind etwas das zwischen der VAMED- Gruppe und der Sozialversicherungsanstalt betriebene  Neurorehabilitations-Zentrum am Rosenhügel in Wien oder das mit der Stadtgemeinde Oberndorf geführte Krankenhaus.“

Julian Hadschieff, Geschäftsführer der PREMIAMED Management GmbH (www.premiamed.at) und Mitbegründer der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich fordert mehr privatwirtschaftliche Orientierung im Gesundheitssystem. "Wir brauchen einen fairen Wettbewerb zugunsten der Patienten. Alle Investitionen, die nicht beim Patienten selbst ankommen, sind unethisch investiert." Höhere Effizienz könne durch die Abschaffung unnötiger medizinischer Standards und die Vermeidung von Überregulierung erreicht werden. "Die Hereinnahme von privaten Partnern stellt sicher, dass höchste medizinische Qualität unter Einsatz von modernen Managementmethoden angeboten wird, wie etwa das Klinikum Malcherhof in Baden mit dem Schwerpunkt Rheumaerkrankungen beweist“, so der PREMIAMED Geschäftsführer.


Mehr Effizienz durch Kooperation mit privaten Anbietern
"Wir glauben, dass es einen Wettbewerb um die bessere Qualität für die Versicherten geben soll“, sagt Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der WKÖ und Mitbegründer der Plattform Gesundheitswirtschaft. In der Plattform sei man überzeugt, dass das österreichische Gesundheitssystem einige privatwirtschaftliche Elemente vertrage. Beseitigt man die Ineffizienzen, können die Kosten bei gleicher Qualität für die Patienten gedämpft werden. 

"Der vom Vorstandsvorsitzenden des Hauptverbands, Hans-Jörg Schelling, angekündigte "Masterplan Gesundheit“ mit einer koordinierten Steuerung und Planung sowie einer Finanzierung aus einem Topf ist der entscheidende Schritt. Kooperationen mit privaten oder gemeinnützigen Managementpartnern können darüber hinaus Kostenvorteile von bis zu 20 Prozent schaffen. Beispiel dafür ist die Herz-Kreislauf-Sonderkrankenanstalt Bad Ischl mit der Vinzenz Gruppe“, führt Gleitsmann aus. Wie Marhold unterstreicht Gleitsmann abschließend das Gemeinsame zwischen öffentlichen, privaten und gemeinnützigen Spitalsanbietern, um so auch in Zukunft effiziente Lösungen zu erzielen. 
Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich:
www.wirmachengesundheit.at (zu Zahlen und Faktoren zum Spitalswesen siehe Presseaussendung dort)

Studie "Krankenhaus: Wachstumsspritze für die Wirtschaft“

 

April 2010

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