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2011/2 Gerechtigkeit

Witschaftspolitische Blätter
Stand:

Editorial

 
Anna Maria Hochhauser
 
Schwerpunkt

 

Gerechtigkeit ist ein zentrales Motiv in der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. So facettenreich wie die Wirtschaft selbst sind auch die Konzepte der Gerechtigkeit und die daraus in einer sozialen Marktwirtschaft und demokratischen Gesellschaft abgeleiteten Ziele, Handlungen und Konventionen. Die Vorstellungen davon ‚was recht ist‘ gehen dabei weit über den juristischen Horizont hinaus und umfassen Ansatzpunkte, die in der Diskussion u.a. mit den Begriffen Leistungsgerechtigkeit, Chancengerechtigkeit, Generationengerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit oder Steuergerechtigkeit in Verbindung gebracht werden. In der Wirtschaft ist die Verhältnismäßigkeit von Leistung und Gegenleistung der Motor des Austauschs, sie steuert die Entwicklung der Märkte und bringt durch eine wohlfahrtssteigernde und nachhaltig tragfähige Allokation von Ressourcen allen Beteiligten Vorteile: den Konsumenten, den Unternehmern, der Gesellschaft und der Umwelt. Für die Wirtschaft heißt Gerechtigkeit auch faire Rahmenbedingungen für den Wettbewerb und eine Übereinstimmung von Leistung, Belastung und Chancen. Das Thema Gerechtigkeit, das schon die Philosophen der griechischen Antike beschäftigt hat, ist aktueller denn je.

Das Verständnis von Gerechtigkeit in Wirtschaft & Gesellschaft ist untrennbar verbunden mit der Rolle der Akteure im Wirtschaftsleben und der gesellschaftlichen Akzeptanz z.B. von Unternehmern, Managern, Kunden, Beitragszahlern und Begünstigten in sozialen Sicherungssystemen, aber auch der Regulierung. Darüber hinaus ist die Weiterentwicklung eines als gerecht empfundenen gesellschaftlichen Rahmens in einer Demokratie eine der Kernaufgaben der Politik. In ganz Europa, aber auch in Amerika, Asien und Afrika liegen Fragen der Gerechtigkeit im Zentrum der Diskussion um die Weiterentwicklung von Gesellschaftsordnungen. Dies war auch eines der Motive für die Organisatoren des Europäischen Forums Alpbach, das Thema‚ Gerechtigkeit – Verantwortung für die Zukunft‘ als Generalthema 2011 zu wählen. Viele der unterschiedlichen Aspekte zur Gerechtigkeit kamen dabei zur Sprache.

Gerechtigkeit, Weiterentwicklung, Fairness im Wettbewerb sowie der Erhalt und die Nutzung von Zukunftschancen sind auch leitende Motive für das Handeln der österreichischen Sozialpartner, die im Dialog versuchen, im jeweiligen Kontext und zum jeweiligen Zeitpunkt akzeptable und dauerhaft leistungsfähige Lösungsvorschläge nicht nur zu der stets präsenten Frage der Verteilungsgerechtigkeit, sondern auch zu Fragen der Generationengerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit zu finden. Die Vorstellungen klaffen am Beginn der Diskussion oft auseinander, aber es lohnt sich, die Auseinandersetzung zu führen, wenn am Ziel ein gemeinsam getragenes, gerechtes Ergebnis steht.

Diese Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter versucht, Licht in die unterschiedlichen Konzepte der Gerechtigkeit in der Wirtschaft zu bringen und stellt sie zum Teil in den historischen Kontext. Die Diskussion darüber ist aber nicht abgeschlossen, sondern wird uns auch weiterhin begleiten.

 

·         Michael S. Aßländer
Soziale Gerechtigkeit und Soziale Marktwirtschaft
·         Stefan Liebig
Die Bedeutung von Gerechtigkeit in marktgesteuerten Gesellschaften
·         Christian Hagist
Von Worthülsen und Messkonzepten – Generationengerechtigkeit
vs Nachhaltigkeit
·         Hans Pechar
Bildungsgerechtigkeit in der Wissensgesellschaft
·         Michael Eilfort/Guido Raddatz
Gerechtigkeit und Soziale Marktwirtschaft
·         Urs Müller
Volkswirtschaftliche Gerechtigkeit
·         Christian Keuschnigg
Intra- und intergenerative Gerechtigkeit in der Finanzpolitik
·         Hardy Bouillon
Ist die sozial gerechte Marktwirtschaft gerecht?
·         Detmar Doering
Marktwirtschaft und der Gerechtigkeitsbegriff des Alltagsverstandes
·         Friedrich Schneider
Schattenwirtschaft (Pfusch) und ihre Konsequenzen auf die Verteilung: Was wissen wir (nicht)?
 
Aufsätze
 
·         Arthur Schneeberger
Blockierte Hochschulreform
·         Michael Böheim/Eva Pichler
Der österreichische Selbstmedikationsmarkt – Marktperformance
und Deregulierungsspielräume
 
Autoren
 
·         Prof. DDr. Michael S. Aßländer, Fachbereich Sozialwissenschaften,
Internationales Hochschulinstitut Zittau
·         Dr. Michael Böheim, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
·         Prof. Dr. Hardy Bouillon, Universität Trier
·         Dr. Detmar Doering, Leiter des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
·         Prof. Dr. Michael Eilfort, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Stiftung Marktwirtschaft
·         Dr. Christian Hagist, Forschungszentrum Generationenverträge, Universität Freiburg im Breisgau
·         Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
·         Prof. Dr. Christian Keuschnigg, Universität St. Gallen, FGN-HSG
·         Prof. Dr. Stefan Liebig, Fakultät für Soziologie, Universität Bielefeld
·         Prof. Dr. Urs Müller, BAKBASEL und Universität Basel
·         Prof. Dr. Hans Pechar, Institut für Wirtschaftskommunikation und Hochschulforschung, Universität Klagenfurt
·         ao.Prof. Dr. Eva Pichler, Institut für Volkswirtschaftspolitik und Industrieökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien
·         Dr. Guido Raddatz, Stiftung Marktwirtschaft
·         Dr. Arthur Schneeberger, IBW Institut für die Bildungsforschung der Wirtschaft
·         o. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schneider, Institut für Volkswirtschaftslehre, Johannes Kepler Universität Linz

 

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