th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

2012/1 Kapital 2.0

Wirtschaftspolitische Blätter
Stand:

 

Editorial
Mag. Anna Maria Hochhauser
Kapital 2.0
Spätestens seit Karl Marx steht "das Kapital“ immer wieder im Zentrum wirtschaftspolitischer Diskussionen und  gesellschaftspolitischer Kritik. Die Debatte über dessen Beitrag zur Produktion, über Zins und Profit, über deren Höhe und moralische Angemessenheit ist mehr als 150 Jahre alt. Die jüngste Wirtschaftskrise hat den Fokus erneut geschärft. Nicht zuletzt deshalb, weil ‚dem Kapital‘ vorgeworfen wird, für die krisenhaften Entwicklungen der letzten Jahre verantwortlich zu sein.
In einer global arbeitsteiligen, eng vernetzten und hochproduktiven Weltwirtschaft hat sich der Begriff ‚Kapital‘ gewandelt und seine Bedeutung ist gegenüber dem ursprünglichen Gebrauch stark differenziert. Heute werden viele Faktoren als ‚Kapital‘ bezeichnet, die jenseits des Geld- und Sachvermögens liegen.
Eine ausreichende Ausstattung mit Kapital und die Verfügbarkeit liquider Mittel ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung für die Produktion von Gütern und Dienst-leistungen bzw. zur Finanzierung von Investitionen und der betrieblichen Aktivitäten zwischen Produktionsbeginn und Verkauf. In Österreich, mit seinem für Kontinentaleuropa typischen stark bankenbasierten Finanzsystem und der überwiegend kreditfinanzierten Wirtschaft, kommt den Finanzinstitutionen eine besonders große Bedeutung zu. Ihre Regulierung und die deutliche Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen werden den Zugang von Unternehmen zu Krediten nicht erleichtern. Zwar ist ein Maß der Regulierung, das die Stabilität der Wirtschaft stärkt, grundsätzlich zu begrüßen, die Umsetzung soll aber nicht dazu führen, dass mit strikteren Rahmenbedingungen der Zugang von Unternehmen zu Krediten und das Wachstum der Wirtschaft behindert werden. Die laufenden Anpassungsprozesse und die Schwierigkeiten bei der Realisierung des Wachstumspotentials lassen erkennen, dass in Österreich auch bei der Weiterentwicklung des Kapitalmarkts Handlungsbedarf gegeben ist.
Über die Finanzierungsfunktion hinaus steht ‚Kapital‘ in der Wirtschaftswissenschaft auch für die Gesamtheit der Produktionsfaktoren, die für die Erstellung von Gütern und Dienstleistungen notwendig sind - darunter Maschinen, Anlagen, Werkzeuge und Rohstoffe als ‚Sachkapital‘.
Für den Erfolg von Unternehmen und Volkswirtschaften spielen aber auch Human- und Sozialkapital als Gesamtheit der Qualifikationen und des Wissens von Unternehmen eine entscheidende Rolle. In Unternehmen verbinden sich das Wissen, die Erfahrung und die Fertigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Unternehmensleitung. Sozialkapital als Bezeichnung für das soziale System einer Organisation, die interne Vernetzung, das Ausmaß gemeinsamer Überzeugungen, Werte und Regeln sowie auch die Fähigkeit, soziale Netzwerke aufzubauen und darin zu operieren, ist inzwischen in vielen Branchen als treibende Kraft für den Unternehmenserfolg identifiziert.
Die in dieser Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter mosaikartig zusammengefügten Beiträge beleuchten die unterschiedlichen Facetten von ‚Kapital‘ und eröffnen dem Leser ein breiteres Bild dieses vielfältigen und nur selten direkt thematisierten Bestandteils unseres marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems sowie der Rolle von ‚Kapital‘ – etwa bei der Realisierung von Entwicklungschancen von Unternehmen, Märkten und Ländern sowie für die Resilienz und die Funktionsfähigkeit einer Wirtschaft. Ich wünsche eine interessante Lektüre.
Inhalt
·         Heinz D. Kurz
Kapital und Zins
·         Christian Beer/Walter Waschiczek
Der Bankkredit in der Finanzierung des Unternehmenssektors in Österreich
·         Stefan Bruckbauer
Mehr Kapital – mehr Kapitalisten?
·         Thomas Url
Kapitalmärkte als Finanzierungsquelle und Instrument zur Unternehmenskontrolle
·         Klaus Schredelseker
Finanzkrise und finanzwirtschaftliches Wissen
·         Norbert Knoll
Wirksamkeit und Designprinzipien der direkten Wirtschaftsförderung – Macht Förderung einen Unterschied?
·         Uwe Sunde
Humankapital als zentraler Wirtschaftsfaktor
·         Leo W. Chini
Der Einfluss von unternehmerspezifischem Humankapital und unternehmerspezifischem Sozialkapital auf die Entwicklung von Unternehmen
·         Bernhard Badura
Gute Unternehmensführung – Sozialkapital, Gesundheit und Organisationserfolg
·         Harald Katzmair
Soziales Kapital und Resilienz – Adaptive Netzwerke in einer Welt der "schöpferischen Zerstörungen“
 
Autoren
·         Em. Prof. Dr. Bernhard Badura, Fakultät für Gesundheitswissenschaften,
Universität Bielefeld
·         Mag. Christian Beer, Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen,
Österreichische Nationalbank
·         Mag. Stefan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria
·         Hon.-Prof. Mag. Dr. Leo W. Chini, Vorstand des Forschungsinstituts für Freie Berufe, Institut für KMU Management, Department für Welthandel, Wirtschaftsuniversität Wien
·         Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
·         Dr. Harald Katzmair, Sozialwissenschaftler und Philosoph, ist Gründer und Geschäftsführer der FAS.research – Understanding Networks GesmbH, einem internationalen Analyse und Beratungsunternehmen mit Standorten in Wien und New York im Bereich Executive Networking, Strategic Social Capital Management, Public Affairs, Key Account Management, Pharma KOL-Management, Forschungs- und Innovationsnetzwerke
·         Mag. MSc (Sussex) Norbert Knoll, Leiter der Stabstellenfunktion Evaluierung der Bundesförderagentur AWS/ERP-Fonds
·         Univ.-Prof. Dr. Heinz D. Kurz, Institut für Volkswirtschaftslehre und Graz Schumpeter Centre, Universität Graz
·         Em. Univ.-Prof. Dr. Klaus Schredelseker, Institut für Finanzwirtschaft,
Universität Innsbruck
·         Prof. Dr. Uwe Sunde, Universität St. Gallen, SEW-HSG
·         Dr. Thomas Url, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
·         Mag. Walter Waschiczek, Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen, Österreichische Nationalbank
Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.