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2012/2 Jugend, Familie und Generationen

Wirtschaftspolitische Blätter
Stand:

Editorial

 
Mag. Anna Maria Hochhauser
 
Jugend, Familie und Generationen
 
Untrennbar sind die Entwicklung der Wirtschaft und die Entwicklung der Gesellschaft miteinander verbunden und es ist offensichtlich, dass die Bedingungen und Perspektiven, die verschiedene Alters- und Gesellschaftsgruppen vorfinden oder für sich gestalten können, einem Wandel unterliegen. Der Wandel vollzieht sich im Gefüge unserer Gesellschaft aber auch in der Arbeitswelt und beeinflusst Märkte. Ein Blick auf die Entwicklungen und Handlungsalternativen lohnt sich also, wenn man die Optionen für Jugend, Familie und Generationen und auch für die Wirtschaft gestalten möchte, damit der Wohlstand, den unsere Wirtschaft und Gesellschaft schaffen, möglichst gute Lebenschancen bietet. Diese Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter ist einigen in diesem Zusammenhang zentralen Themen gewidmet.
 
In Österreich wächst die Bevölkerung durch Zuwanderung, die Anzahl der Haushalte und Familien steigt - hauptsächlich durch eine Zunahme der Single-Haushalte und der Lebensgemeinschaften ohne Kinder. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen an unserer Bevölkerung schrumpft. Die Anzahl der Kinder pro Frau, die sich mit 1,4 Kindern pro Frau am unteren Ende der Skala internationaler Vergleichswerte befindet, liegt deutlich unter dem, für den Erhalt der Bevölkerungsstruktur notwendigen "Bestanderhaltungsniveau“ von etwa 2 Kindern pro Frau.
 
Dass der Anteil der Jugendlichen an der Bevölkerung schrumpft ist am Arbeitsmarkt bereits spürbar – etwa an der fallenden Zahl der Jugendlichen, die eine Lehre beginnen. Die Zahl der Lehrlinge ist auch betroffen von der Tatsache, dass leistungsstarke Jugendliche sich oft für eine hochschulische Ausbildung und nicht für eine duale Ausbildung in der Berufslehre entscheiden. Österreich braucht beides. Die Herausforderung liegt darin, sowohl gute und praxisnah ausgebildete Fachkräfte auszubilden, als auch unsere Bildungssysteme so zu gestalten, dass sie die vielfältigen Potenziale und Fähigkeiten junger Menschen optimal entwickeln und sie auf ihre spätere berufliche Laufbahn vorbereiten.
 
Die Ursachen für gesellschaftliche Veränderungen sind nicht an einigen wenigen Faktoren festzumachen, sondern sind Ausdruck verschiedener, voneinander unabhängiger Entwicklungen und sozialer Veränderungen sowie von Entscheidungen auf individueller, familiärer und gesellschaftlicher Ebene.
 
Eine der grundlegenden Entwicklungen betrifft die Verlängerung der "Jugendphase“ in der Entwicklung von jungen Menschen. Ereignisse, die typischerweise den Übergang von der Jugend zum Erwachsenenalter bilden, z.B. das Ende der Ausbildungsphase und der Eintritt in das Erwerbsleben, die finanzielle Selbständigkeit, das Eingehen einer festen Partnerschaft und die Geburt eines Kindes, verschieben sich auf einen späteren Zeitpunkt im Leben.
 
Die Anzahl der "typischen“ Familien mit zwei leiblichen, verheirateten Eltern und einem oder mehreren Kindern nimmt ab. Gleichzeitig nehmen Familienformen wie Alleinerziehende, (ehelose) Lebensgemeinschaften mit Kindern oder "Patchworkfamilien“ sowie der Wechsel dieser Familienformen über die Lebensphasen von Einzelpersonen zu.
 
Das Bildungsniveau von Frauen ist in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen. So liegt der Anteil weiblicher Studierender an öffentlichen Universitäten inzwischen bei über 50 Prozent. Viele Frauen, die damit im Beruf höhere Positionen erreichen können und eine eigene Karriere anstreben, entscheiden sich erst spät für die Geburt von Kindern oder verzichten ganz darauf. Hier gilt es weiterhin an den Rahmenbedingungen für Familiengründung, für die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Ausbildung und Familie und auch an der Weiterentwicklung der Kinderbetreuungseinrichtungen zu arbeiten. Das Beispiel Frankreich zeigt, dass es durchaus möglich ist, die Vereinbarkeit von Beruf bzw. Ausbildung und Familie zu gewährleisten und hohe Fertilitätsraten auch von gebildeten Frauen zu ermöglichen.
 
Für den Erfolg einer Volkswirtschaft hat das Bildungssystem eine ganz besondere Bedeutung. Doch genauso wichtig sind auch die Rahmenbedingungen in der Familie und Gesellschaft, welche Kinder und Jugendliche für ihre Persönlichkeitsentwicklung, ihre Bildungs- und Berufsentscheidungen und für ihren Schritt in das Erwachsenenleben vorfinden. Die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit, die Selbständigkeit in der Lebensgestaltung und unternehmerisches Denken bestimmen in hohem Maße das Entwicklungspotenzial unserer Gesellschaft sowie der Wirtschaft und müssen unsere Aufmerksamkeit haben.
 
Mit all diesen und weiteren Aspekten zum Thema "Jugend, Familie und Generationen“ beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.
 
Inhalt
 
·         Norbert Neuwirth/Andreas Baierl
Entwicklung der Familienformen in Österreich
·         Tanja Mühling
Vielfalt der europäischen Familie und Familienpolitik
·         Alain Trannoy
Family taxation and fertility – The French experience
·         Franz Prettenthaler
Gerechtere Besteuerung von Familien nach deutschem oder
französischem Vorbild – Was kostet, was bringt mehr? Eine Notiz
·         Philipp Ikrath
Wie die Jugend tickt – Jung sein im 21. Jahrhundert
·         Aljoscha C. Neubauer/Sylvia Opriessnig
Begabung, Talent und Leistungsstreben – Wie kann Österreich im
globalen Wettbewerb bestehen?
·         Arthur Schneeberger
Fakten und Überlegungen zum Bildungsreformdiskurs
·         Ewald Verhounig/Robert Steinegger/Simone Harder
Jugend quo vadis? – Ausbildungsentscheidungen im Schatten des
Fachkräftemangels
·         Markus Kaindl
Ältere Menschen in Familie, Gesellschaft und im Erwerbsleben –
Generationenbeziehungen und Auswirkungen des demografischen
Wandels auf das Erwerbsverhalten älterer Menschen
·         Hans-Peter Blossfeld
Globalisierung, wachsende Unsicherheit und die Lage der
Berufseinsteiger in modernen Gesellschaften
·         Reinhold Popp/Ulrich Reinhardt
Lebensqualität lebenslang – Österreichische und deutsche
Zukunftsbilder zum Generationenverhältnis
·         Beat Fux
Zukunft der Familie – Möglichkeiten und Grenzen einer
europäischen Familienpolitik
·         Martin R. Textor
Familie und Gesellschaft – Zukunftstrends
 
Buchbesprechung/Review
 
·         Robert Steinegger
Schumpeter für Jedermann – Von der Rastlosigkeit des Kapitalismus
Autoren
·         Andreas Baierl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Familienforschung(ÖIF) an der Universität Wien mit den Schwerpunkten Planung und Analyseempirischer Studien.
·         Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
·         Univ.-Prof. Dr. Beat Fux, Fachbereich Soziologie, Universität Salzburg
·         Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
·         Mag. Philipp Ikrath, Institut für Jugendkulturforschung Wien/Hamburg
·         Dr. Markus Kaindl, Österreichisches Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien
·         Dr. Tanja Mühling ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb). Ihre Forschungsschwerpunkte sind Familienpolitik im internationalen Bereich, die sozioökonomische Lage von Familien, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Geschlechterrollen in der Familie.
·         Prof. Dr. Aljoscha C. Neubauer, Institut für Psychologie der Karl Franzens Universität Graz
·         Mag. Norbert Neuwirth ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) an der Universität Wien mit den Schwerpunkten Familienpolitik und Demografie.
·         Mag. Sylvia Opriessnig, Institut für Psychologie der Karl Franzens Universität Graz; Landesakademie Niederösterreich, St. Pölten
·         Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp ist einer der wenigen Hochschullehrer im deutschsprachigen Raum, die sich systematisch mit Zukunftsforschung befassen, sowie wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für Zukunftsstudien der FH-Salzburg.
·         Dr. Franz Prettenthaler, Zentrum für Wirtschafts- und Innovationsforschung JOANNEUM RESEARCH
·         FH-Prof. Dr. Ulrich Reinhardt ist Wissenschaftlicher Leiter der "Stiftung für Zukunftsfragen - eine Initiative von British American Tobacco“.
·         Dr. Arthur Schneeberger, IBW Institut für die Bildungsforschung der Wirtschaft
·         Mag. Robert Steinegger, Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung, Wirtschaftskammer Steiermark
·         Dr. Martin R. Textor studierte Pädagogik, Beratung und Sozialarbeit an den Universitäten Würzburg, Albany, N.Y., und Kapstadt. Er arbeitete 20 Jahre lang als wissenschaftlicher Angestellter am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Im November 2006 gründete er das Institut für Pädagogik und Zukunftsforschung (IPZF) in Würzburg. Er ist Autor bzw. Herausgeber von mehr als 40 Büchern und hat über 600 Fachartikel veröffentlicht. Weitere Informationen unter www.martin-textor.de.
·         Prof. Alain Trannoy, Aix-Marseille University (Aix-Marseille School of Economics), CNRS & EHESS
·         Mag. Ewald Verhounig, Mag. Robert Steinegger und Mag. Simone Harder sind Mitarbeiter des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) an der Wirtschaftskammer Steiermark
 
 
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