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2013/2 Zukunft Weltwirtschaft – Europa in der Welt

Wirtschaftspolitische Blätter
Stand:

Editorial

Mag. Anna Maria Hochhauser


Zukunft Weltwirtschaft - Europa in der Welt

Die Weltwirtschaftsordnung sowie damit einhergehend auch das internationale Machtgefüge unterliegen rasanten Veränderungsprozessen, deren Struktur und Dynamik unterschiedlich ausgeprägt sind und unterschiedlich prognostiziert werden. Unumstritten ist, dass die großen Schwellenländer – allen voran die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) – an Bedeutung gewinnen und die weitere Dynamik der Weltwirtschaft wesentlich prägen werden.

Die dynamischen Schwellenländer konnten in den letzten Jahren enorme Wachstumsraten verzeichnen und den Wohlstand der Bevölkerung entscheidend erhöhen. So ist es beispielsweise China nach 30 Jahren rasanten Wachstums gelungen, von einem armen Entwicklungsland zu einer wichtigen Wirtschafts- und Exportnation aufzusteigen. Auch in Zukunft wird sich der Aufholprozess wichtiger Schwellenländer fortsetzen und an Dynamik gewinnen, weswegen die Schwellenländer als „Wachstumsmotoren der Weltwirt­schaft“ bezeichnet werden können. In diesem Zusammenhang zeigen Analysen des Internationalen Währungsfonds, dass die Erholung der Weltwirtschaft nicht in zwei Geschwindigkeiten erfolgt, sondern in drei, da sich auch innerhalb der Industrieländer die USA wesentlich dynamischer entwickeln als Europa.

Demgegenüber müssen die führenden europäischen Volkswirtschaften sowie die Europäische Union in ihrer Gesamtheit einem möglichen Bedeutungsverlust entgegen­wirken. Europas Bevölkerung schrumpft und der relative Anteil Europas an der weltweiten Produktion von Gütern und Dienstleistungen geht zurück. Vor allem seit dem Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 ist Europas Wirtschaftsleistung durch eine geringe Dynamik gekennzeichnet und es scheint, als ob sich der Erholungsprozess in Europa deutlich langwieriger gestaltet als in anderen Regionen der Welt.

Die Wirtschaftskrise hat die Schwächen Europas klar aufgezeigt. Bereits zu Beginn der Wirtschafts- und Währungsunion waren die europäischen Volkswirtschaften durch Heterogenität und Ungleichgewichte geprägt, welche sich bis zur Krise zusätzlich verstärkt haben. Mit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise wurden die Probleme rund um die deutlichen Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit einzelner Mitgliedstaaten und den damit einhergehenden Ungleichgewichten innerhalb der Europäischen Union und insbesondere innerhalb des Europäischen Währungsraums offenkundig. In der Folge sehen sich einige europäische Volkswirtschaften gezwungen, notwendige Anpassungsprozesse einzuleiten, was sich nicht nur in einer derzeit stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung äußert, sondern ebenso in sozialen Spannungen und Protesten. Die notwendigen Strukturreformen und die damit einhergehende „Anpassungsrezession“ sind zwar kurzfristig schmerzhaft, sind aber notwendig, um die Eurozone in Zukunft besser aufzustellen.

Die Konsolidierungs- und Konjunkturprogramme europäischer Regierungen, die die Zielsetzung haben, die Auswirkungen der Krise abzufedern, haben darüber hinaus die Staatsverschuldung in den europäischen Staaten zusätzlich erhöht und die Notwendigkeit einer ambitionierten Budgetkonsolidierung mit sich gebracht.

Doch trotz all dieser krisenhaften Entwicklungen und der Schwierigkeiten, mit denen Europa derzeit kämpfen muss, bleibt klar: Europa ist nach wie vor einer der größten Wirtschaftsräume der Welt und eine gewichtige Wirtschaftsmacht. Dies zeigt sich nicht nur am Anteil am Welthandel, sondern auch an den hohen Pro-Kopf-Einkommen und dem Wohlstandsniveau auf diesem Kontinent. In vielerlei Hinsicht ist und bleibt Europa auch eine Modellregion und Vorbild für die Welt.

Um auch in Zukunft mit den wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Regionen der Welt mithalten zu können, muss Europa seine Anstrengungen erhöhen und notwendige Maßnahmen ergreifen, die standortsichernd wirken und gleichzeitig die Wettbewerbs­fähigkeit stärken. Dazu gehört in erster Linie der Abbau von innereuropäischen Ungleichgewichten – ein Anpassungsprozess, der bereits in Gang ist und in einigen Peripherieländern über eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit zu einem Abbau makroökonomischer Ungleichgewichte innerhalb der Europäischen Union geführt hat.

Zu den wesentlichen Bereichen, um auch in Zukunft wirtschaftliche und gesellschaftliche Prosperität gewährleisten zu können, gehören Humankapital, Forschung und Entwicklung sowie Innovationen und damit Investitionen in Bildung und technologische Entwicklung. Darüber hinaus müssen Maßnahmen getroffen werden, um die Standortbedingungen für Unternehmen und insbesondere auch die der Industrie zu verbessern, um ein Abwandern von (Industrie-)Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländer zu verhindern.

Sicher ist, dass sich die rasanten Veränderungen, die in den letzten Jahrzehnten beobachtet werden konnten, auch in Zukunft fortsetzen werden. Volkswirtschaften weltweit sehen sich der Herausforderung gegenüber, Wirtschaftswachstum sowie eine Steigerung von Wohlstand und Lebensqualität vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung, einer erhöhten Nachfrage nach Rohstoffen, der Notwendigkeit von Ressourceneffizienz bzw. der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energie sowie der Notwendigkeit einer Neuorientierung des globalen Finanzsystems zu erreichen.

Wichtig ist, die Veränderungen und die damit einhergehenden Herausforderungen als Chance zu begreifen und Maßnahmen dahingehend zu setzen, dass die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Unternehmen optimal gestaltet werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die europäischen Volkswirtschaften auch in Zukunft zu den dynamischsten und wettbewerbsfähigsten der Welt gehören.

Die aktuelle Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter widmet sich all diesen und vielen weiteren Aspekten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Fragestellung, welche Rolle Europa in Zukunft in der Weltwirtschaft spielt bzw. spielen kann. Ich wünsche eine interessante Lektüre.

Inhalt

  • Robert Kappel
    Der Aufstieg der BRICS und Europas Zukunft in der Weltwirtschaft
  • Aslan Milla
    Die Welt im Jahr 2050 – Welche Volkswirtschaften dominieren die Weltwirtschaft in der Zukunft?
  • Zongyi Liu
    The Fundamental Problems in World Economy and the Role of the G20 – A Perspective from a Chinese Scholar
  • Elisabeth Beckmann/Martin Gächter/Doris Ritzberger-Grünwald
    Das internationale Währungssystem im Umbruch?
  • Henning Vöpel
    Zwischen Dollar und Renminbi – Die Zukunft des Euro im globalen Währungssystem
  • Henning Klodt
    Baustelle Europa – Subsidiarität als Konstruktionsprinzip
  • Rolf Kroker/Karl Lichtblau
    Zukunft der Industrie
  • Willy Shih
    The Re-industrialization of the United States?
  • Marcus Scheiblecker
    Außenwirtschaftliche Ungleichgewichte im Euro-Raum verringern sich
  • Anja Hochberg
    Die hilfreiche Krise – Europas wirtschaftliche Perspektiven
  • Carsten Hefeker
    Europas Rolle in der globalen Energiepolitik
  • Gabriel Felbermayr/Mario Larch
    Das Transatlantische Freihandelsabkommen – Zehn Beobachtungen aus Sicht der Außenhandelslehre
  • Waltraut Urban
    Chinas Rolle in der Weltwirtschaft und seine Bedeutung für die Europäische Union  

Buchbesprechungen/Reviews  

  • Ulrich E. Zellenberg
    Wie gerecht ist der Markt? Ethische Perspektiven der sozialen Marktwirtschaft

Autoren

  • Elisabeth Beckmann, MSc, Abteilung für die Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen im Ausland, Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
  • Prof. Gabriel Felbermayr, PhD, ifo Institut – Leibniz Institut für Wirtschafts-forschung an der Universität München
  • Dr. Martin Gächter, Abteilung für die Analyse wirtschaftlicher Entwicklungen im Ausland, Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
  • Prof. Dr. Carsten Hefeker, Universität Siegen
  • Dr. Anja Hochberg, Leiterin Investment-Strategie, Investment Research and Strategy, Credit Suisse AG, Zürich
  • Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich
  • Prof. Dr. Robert Kappel, German Institute of Global and Area Studies
  • Prof. Dr. Henning Klodt, Leiter des Zentrums Wirtschaftspolitik, Institut für Weltwirtschaft
  • Dr. Rolf Kroker ist Leiter des Wissenschaftsbereichs „Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik“ und Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
  • Prof. Dr. Mario Larch, Lehrstuhl für Empirische Wirtschaftsforschung, Universität Bayreuth
  • Dr. Karl Lichtblau ist Sprecher der Geschäftsführung der Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH
  • Dr. Zongyi Liu, Research Fellow of Shanghai Institutes for International Studies and visiting fellow at Center for Strategic and International Studies (CSIS)
  • Dr. Aslan Milla, Senior Partner PwC Österreich
  • Dr. Doris Ritzberger-Grünwald, Direktorin der Hauptabteilung Volkswirtschaft, Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
  • Dr. Marcus Scheiblecker, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) und Fachhochschule des bfi-Wien
  • Willy Shih, Robert and Jane Cizik Professor of Management Practice, Harvard Business School
  • Mag. Waltraut Urban, Österreichisches Institut für China- und Südostasien-forschung
  • Prof. Dr. Henning Vöpel, Senior Economist am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) Professor für Volkswirtschaftslehre an der HSBA Hamburg School of Business Administration
  • Dr. Ulrich E. Zellenberg, Wirtschaftskammer Österreich

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