th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

2014/2 Energie und Umwelt

Wirtschaftspolitische Blätter
Stand:

Editorial

Mag. Anna Maria Hochhauser

Energie und Umwelt

Österreich bzw. Europa insgesamt stehen vor der Herausforderung, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen und europäischen Volkswirtschaften sicherzustellen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen so zu gestalten, dass auch in Zukunft eine dynamische und wettbewerbsfähige Wirtschaft mit hohem Wachstums- und Beschäftigungsniveau gewährleistet werden kann. Diese Herausforderung gilt es vor dem Hintergrund der (europäischen) Umwelt-, Energie- und Klimapolitik zu bewerkstelligen. In diesem Sinne muss die Umwelt-, Energie- und Klimapolitik so gestaltet werden, dass sie mit Wachstum und Beschäftigung einhergeht und sowohl für Klein- und Mittelunternehmen als auch für große (Leit-)Betriebe wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen bietet. Um gegenüber anderen Regionen der Welt nicht an Standortattraktivität zu verlieren, muss vermieden werden, dass energieintensive Industrien in Europa durch hohe Kosten in andere Wirtschaftsräume abwandern. 

Im Vergleich der großen Wirtschaftsräume verfolgt die Europäische Union die ehrgeizigsten Klimaschutzziele. Bis zum Jahr 2020 sollen die CO2-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 1990 um 20 % reduziert werden, bis 2030 ist eine Reduktion von 40 % geplant. Diese Ziele sind unabhängig davon, ob andere bedeutende Emittenten wie die USA oder China ebenfalls Minderungsanstrengungen unternehmen.

Doch den Ambitionen der Europäischen Kommission sind in Hinblick auf Klimaschutz unter anderem dadurch Grenzen gesetzt, dass der Anteil der Europäischen Union an den globalen Emissionen relativ gering ist und die Emissionen insbesondere in den Schwellenländern steigen. Darüber hinaus können die europäischen Klimaschutzbemühungen kontraproduktive internationale Auswirkungen haben: Die weitgehenden Verpflichtungen, die die EU im Rahmen der internationalen Klimaverhandlungen übernommen hat und das Emission Trading System (ETS) der EU führen bei Fehlen vergleichbarer Verpflichtungen in anderen Wirtschaftsräumen zu höheren CO2-Kosten für Unternehmen in der EU. Diese Kostenbelastung kann Investitionen in Produktionskapazitäten in der EU entscheidend dämpfen und Produktionsverlagerungen auslösen. Die Verlagerung von Produktionsbetrieben in Folge unterschiedlicher CO2-Kosten („Carbon Leakage“) kann so zu insgesamt steigenden Emissionen führen können.

Vor diesem Hintergrund besteht die Notwendigkeit, bei der nächsten UN-Klimakonferenz im Jahr 2015 in Paris, eine Vereinbarung mit Rechtskraft zu schließen, die rechtlich verbindliche Emissionsreduktionsziele für alle Länder festhält. Doch spricht aus heutiger Sicht wenig dafür, dass es bei den nächsten Klimakonferenzen auf UN-Ebene zu einem fundamentalen Durchbruch kommen wird.

Eine besondere Bedeutung in Hinblick auf ein globalisierungs- und wettbewerbsfähiges sowie CO2-armes Wirtschaftsmodell kommt den Umwelt- und Energietechnologien zu. Umwelt- und Energietechnologien haben nicht nur das Potenzial, die Ressourceneffizienz zu erhöhen und positive Wachstums- und Beschäftigungsimpulse zu generieren, sondern bieten gleichzeitig auch die Chance, Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch zu entkoppeln. Effizienzsteigernde und umweltschonende Innovationen bilden die Voraussetzung für einen wirksamen Umweltschutz und unterstützen einen adäquaten Umgang mit knappen Ressourcen. Das hohe wirtschaftliche Potenzial, das in der Entwicklung und Anwendung innovativer Umwelttechnologien liegt, zeigt, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sind – sondern vielmehr eine Einheit bilden. Eine Stärkung der Innovationskraft und der technologische Wandel sollen Europas Führungsrolle in der Entwicklung und Verbreitung von Umwelttechnologien stützen.

Die Debatte zu diesen Themen wird europaweit intensiv geführt. Die vorliegende Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter fasst wesentliche Aspekte zusammen und liefert eine Analyse der Wirkungsmechanismen, Daten und Alternativen. 

Inhalt 

  • Manuel Frondel: Die EU-Klimapolitik: Teuer und ineffektiv  
  • Eric Heymann: Hohe Energiepreise dämpfen industrielle Investitionstätigkeit  
  • Hubertus Bardt: Wachstum und Umweltschutz – ein Widerspruch 
  • Angela Köppl: Österreichische Umwelt- und Energietechnologien im internationalen Wettbewerb  
  • Johann Wackerbauer: Die Umweltwirtschaft in Deutschland und derTransformationsprozess zu einer „Green Economy“ 
  • Klaus Rennings/Jens Horbach/Christian Rammer: Determinanten und Wirkungen von Umweltinnovationen in verschiedenen Anwendungsfeldern – eine Analyse auf Unternehmensebene  
  • Peter Biermayr: Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energie in Österreich – Die Marktentwicklung der Bereiche Biomassekessel, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Windkraft im Jahr 2013  
  • Michael Peneder: Europäische Industriepolitik – eine kleine Entwicklungsgeschichte mit Ausblick  
  • Andrea Jörg: Die Beziehung von Wirtschaftswachstum und Umwelt 

Aufsätze/Essays 

  • Peter Brandner/Uta Pock: Reformnotwendigkeiten auf dem österreichischen Wohnungsmarkt
  

Autoren 

  • Dr. Hubertus Bardt, Institut der deutschen Wirtschaft Köln
  • Dr. Peter Biermayr ist Energietechniker und Energieökonom und arbeitet als senior researcher an der Technischen Universität Wien, Energy Economics Group.
  • Mag. Peter Brandner ist Fachexperte für empirische Wirtschafts- und Finanzmarktforschung im Bundesministerium für Finanzen und Lektor an der Universität Wien.
  • Prof. Dr. Manuel Frondel, Ruhr-Universität Bochum und Rheinisch-Westfälisches Institut für
    Wirtschaftsforschung (RWI).
  • Diplom-Ökonom Eric Heymann, Jahrgang 1973, ist Senior Economist bei Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main. Deutsche Bank Research ist verantwortlich für die
    volkswirtschaftliche Analyse in der Deutschen Bank und analysiert die für die Bank relevantenTrends auf den Finanzmärkten, in Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Mag. Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich.
  • Prof. Dr. Jens Horbach, Hochschule Augsburg.
  • Dr. Andrea Jörg studierte Wirtschaftsmathematik an der Universität Kaiserslautern und promovierte(Dr. rer. pol.) im Jahr 2006 an der Technischen Universität in Kaiserslautern
    zum Thema „Die Beziehung von Wirtschaftswachstum und Umwelt – Eine umweltpolitische
    Implikation“. Die Forschungsschwerpunkte liegen in der ökonomischen Theori des Wirtschaftswachstums, in der Umwelt- und Ressourcenökonomie und im Bereic der Nachhaltigkeit. Sie war maßgeblich an der Schaffung einer Überwachung der Wasserrahmenrichtliniein Verbindung mit der Nachhaltigkeitsstrategie für Rheinland-Pfalz beteiligt.
  • Dr. Angela Köppl, Ökonomin mit den Schwerpunkten Umwelt, Energie und Klima am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO).
  • Dr. Michael Peneder ist Mitarbeiter am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Von 2006 bis 2014 leitete er im Auftrag der Europäischen Kommission ein internationales Forschungskonsortium zur Vorbereitung der jährlichen Berichte über die Europäische Wettbewerbsfähigkeit. Neben seiner Tätigkeit als Herausgeber des Journal of Industry, Competition and Trade wurde er wiederholt als Gastprofessor an die Ritsumeikan Universität in Kyoto (2004, 2008, 2015) eingeladen und war als Gastforscher ua an den Universitäten von Harvard (2009), Stanford (2003), und Manchester (1998) tätig. Sein Forschungsinteresse gilt Fragen der Industrieökonomie, Innovation sowie Unternehmensfinanzierung und ist in zahlreichen Publikationen in internationalen Fachzeitschriften dokumentiert.
  • Dipl.-Vw. Uta Pock ist Leiterin Research der Österreichischen Volksbanken-AG.
  • Dr. Christian Rammer, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
  • Dr. Klaus Rennings, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
  • Dr. Johann Wackerbauer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im ifo Institut, München, ifo Zentrumfür Klima, Energie und erschöpfbare Ressourcen. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit Analysen der Umweltwirtschaft auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene.


Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.