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Ansgar Belke: Unsicherheit und Optionswert des Wartens – Anwendungen aus der Ökonomie

Ausgabe 4/2015 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Die makroökonomische Umgebung ist durch zunehmende Unsicherheit gekennzeichnet

Die makroökonomische Umgebung für Unternehmen und Haushalte ist durch zunehmende Unsicherheit, gemessen durch Volatilität an den Rohstoff-, Energie- und Agrarmärkte sowie bei Wechselkursen, Aktienkursen oder Zinssätze, gekennzeichnet. Auch wachsende geopolitische Risiken und Konflikte, Panik auf den Finanzmärkten, Datenunsicherheit, d.h. Unsicherheit über die Qualität entscheidungsrelevanter Daten, und andere Ereignisse spielen eine große Rolle. 

Unsicherheit kann mit volkswirtschaftlichen Kosten verbunden sein

Diese Unsicherheit und Unberechenbarkeit der Welt kann nach weitläufiger Meinung zu erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten führen, die Unternehmen, Investitionen, Beschäftigung und Konsum maßgeblich beeinflussen. Anstatt weitreichende strategische Entscheidungen zu treffen, ist es für Unternehmen und Haushalte oftmals lohnender, mit Investitionen auf sicherere Zeiten zu warten. Es kann zu Investitionsstau, Arbeitslosigkeit und ausbleibendem Strukturwandel kommen. 

Unterschiedliche Investitionstypen reagieren unterschiedlich

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Unsicherheit zu mehr oder weniger Investitionen bzw. investitionsähnlichen Entscheidungen führt oder ob diese bei steigender Unsicherheit „nur“ in die Zukunft verschoben werden.  

Studien zeigen, dass unterschiedliche Investitionstypen verschieden auf die jeweils relevante Unsicherheit reagieren. Die Unsicherheit über zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen kann es beispielsweise optimal werden lassen, ein gegebenes Investitionsprojekt zu verschieben. So kann sich ein Unternehmen, das Ressourcen für Forschung und Entwicklung verwendet, nicht sicher sein, ob ein effizienteres Produktionsverfahren überhaupt zum Einsatz kommen wird. Möglicherweise ist in der Zwischenzeit die Nachfrage nach dem betrachteten Gut rapide gefallen oder es hat sich der Wechselkurs so stark verändert, dass das Unternehmen gegenüber Importen nicht mehr konkurrenzfähig ist.  

Andererseits kann Unsicherheit auch einen positiven Einfluss auf Investitionen haben, da Unternehmen auf die Zukunft vorbereitet sein wollen. Um auf verschiedene Umweltzustände vorbereitet zu sein, kann es sich lohnen, bei wachsender Unsicherheit mehr in Generalisten und „Training in general skills“, in unspezifisches Kapital oder den Erwerb von Land zu investieren. Dementsprechend muss wachsende Unsicherheit nicht zwangsläufig mit geringeren Investitionen bzw. investitionsähnlichen Entscheidungen einhergehen. 

Konjunkturprogramme bei Unsicherheit

Generell zahlt es sich in Zeiten großer Unsicherheit ökonomisch aus, nicht voreilig zu handeln. Dies gilt auch für Regierungen. Häufige fiskalpolitische Politikänderungen stiften zusätzliche Unsicherheit bei Konsumenten und Investoren und forcieren deren Zurückhaltung. 

Der Abbau von Unsicherheit beschleunigt den Strukturwandel

Der Abbau von institutioneller Unsicherheit beschleunigt den Strukturwandel. Ein Teil der Investitionen und investitionsähnlichen Entscheidungen, die zuvor zurückgehalten wurden, wird nunmehr durchgeführt.   

Autoreninformation 

Ansgar Belke

Ansgar Belke

Univ.-Prof. Dr. Ansgar Belke, ad personam Jean Monnet Chair und Fakultät für Wirtschaftswissenschaften; Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Direktor des Instituts für Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft (IBES); Research Fellow am Centre for European Policy Studies (CEPS), Brüssel und Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA), Bonn.

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