th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Editorial: Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit

Ausgabe 1/2016 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Mag. Anna Maria Hochhauser

Die europäische und insbesondere die österreichische Wirtschaft weisen derzeit eine sehr geringe Dynamik auf. Unter den großen Wirtschaftsregionen der Welt ist Europa der Wachstumsnachzügler. Die österreichische Wirtschaft ist zwischen 2012 und 2015 vier Jahre in Folge mit weniger als 1 %  gewachsen, in diesem Zeitraum haben auch die Investitionen einen negativen Wachstumsbeitrag geleistet. Österreich verfügt zwar über einen hohen Kapitalstock, die Investitionsquote befindet sich jedoch seit Jahren auf einem eindeutigen Abwärtstrend. Darüber hinaus wird der größte Teil des jährlichen Investitionsvolumens für die Erneuerung des bereits bestehenden Kapitalstocks verwendet, nicht jedoch für Neuinvestitionen.  

Investitionen von privaten Akteuren in die Erneuerung bzw. den Ersatz von Technologien, Maschinen und Ausstattung sind Voraussetzung für Innovation und technischen Fortschritt und bestimmen maßgeblich die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Damit sichern Investitionen Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wohlstand.  

Generell sind Investitionen von Unternehmen von hoher Bedeutung. Private Investitionen machen 87 Prozent aller Investitionen aus, Unternehmen sind die Treiber von Forschung und Entwicklung sowie Innovation und schaffen den Großteil der Arbeitsplätze. Bei den Investitionen ist auch die Art der Investition entscheidend. In den letzten Jahren zeigt sich eine Verschiebung hin zu immateriellen Investitionen.  

Es stellt sich die Frage, warum hierzulande so wenig investiert wird. Makroökonomische Indikatoren wie das historisch niedrige Zinsniveau, ein Anziehen der globalen Konjunktur und sinkende Weltmarktpreise für Investitionsgüter würden prinzipiell für eine expansive Investitionstätigkeit sprechen.  

Die Investitionszurückhaltung kann auf ein fehlendes Vertrauen von Investoren in eine positive Wirtschaftsentwicklung und in konstante wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen interpretiert werden. Denn Investitionen sind stark von Erwartungen gegenüber der zukünftigen Entwicklung geprägt und in den regelmäßigen Umfragen zu Konjunktur und Investitionsvorhaben äußern Österreichs Unternehmen überwiegend zurückhaltende bis pessimistische Erwartungen.  

Durch die geringe Investitionstätigkeit in den letzten Jahren („Investitionsstau“) steigt der Bedarf an Investitionen. Die Europäische Kommission hat Österreich in den letzten Jahren davor gewarnt, dass bei zu geringen Investitionen Österreich in geringerem Maß von einem beginnenden Aufschwung profitieren kann.  

Vor diesem Hintergrund gilt es, Investitionen wieder attraktiver zu machen, den Kapitalstock zu modernisieren und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu forcieren. Voraussetzungen dafür sind eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen in Österreich sowie generell das Setzen von vertrauensbildenden Maßnahmen für Unternehmen, um ein positives Klima zu schaffen. Durch entsprechende Rahmenbedingungen sichert die öffentliche Hand die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts für Investitionen aus dem In- und Ausland sowie für die Produktion und Schaffung von Arbeitsplätzen.

Notwendig dafür sind eine Reduktion der hohen Abgabenquote, eine investitionsfreundliche Ausgestaltung des Steuerrechts, die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen sowie ein Abbau von Regulierung und administrativen Vorschriften. Darüber hinaus sind gezielte Investitionsanreize notwendig, denn trotz kurzfristiger Budgetbelastung durch Liquiditätsverschiebung generieren diese mittelfristig einen wesent­lichen Wachstumseffekt. Für Investitionen in Österreich sind auch weitere Rahmenbedingungen wie die Sicherung eines qualifizierten Arbeitskräftepotenzials durch leistungsfähige Bildungs- und Ausbildungssysteme sowie eine leistungsfähige Infrastruktur entscheidend.  

Die aktuelle Erholung in Österreich ist laut den Wirtschaftsforschungsinstituten durch steigende Konsumausgaben infolge von Sonderfaktoren –Tarifreform und Migrationsstrom – begründet. Das Wachstum über den Konsum ist aber nicht nachhaltig. So müssen der prognostizierten Sonderkonjunktur nunmehr gezielte Maßnahmen folgen, um dauerhaft zu mehr Wachstum über die Wachstumstreiber – Investitionen und Exporte - zu führen. 


>> Alle Beiträge der Ausgabe 1/2016

Bitte wählen Sie oben ein Bundesland aus, um Kontakte und Serviceangebote des Bundeslandes zu erhalten.