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Enste/Ewers/Möller: Wie beeinflussen Regulierungen Wohlstand und Lebenszufriedenheit? – Eine Analyse auf Basis von internationalen Umfrage- und Regulierungsdaten

Ausgabe 3-4/2014 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Regulierungen stellen einen Kostenfaktor dar und können die Eigeninitiative beschränken

Als „Regulierung“ gilt die staatliche Beeinflussung des Verhaltens von Unternehmen durch Vorschriften sowie direkte Eingriffe des Staates in Marktabläufe. Die Intensität von Regulierungen hat dabei wesentliche Auswirkungen auf Wohlstand und subjektives Wohlbefinden der Regulierten. Zu starke Regulierungen können wohlstandshemmend wirken und sich negativ auf die Lebenszufriedenheit auswirken. Denn Regulierungen und bürokratische Hürden stellen große Kostenfaktoren dar, welche die Eigeninitiative beschränken können.  

Grundlegende Regeln sind Voraussetzung für das Funktionieren von Märkten

Es geht dabei aber nicht darum, Regulierungen per se zu kritisieren, sondern für deren intelligenten Einsatz zu argumentieren. Während überflüssige Einschränkungen der Handlungsfreiheiten der Wirtschaftsakteure wohlstandshemmend wirken, sind grundlegende Regeln notwendige Voraussetzung für das Funktionieren von Märkten. Eucken fordert, der Staat solle einen Ordnungsrahmen schaffen, innerhalb derer sich Marktkräfte frei entfalten können. Zu den Rahmenbedingungen gehören beispielsweise der Schutz des Privateigentums, wodurch ein Anreiz besteht, möglichst viel zu erwirtschaften oder auch die Konstanz der Wirtschaftspolitik, die den Investoren zu Planungssicherheit verhilft.  

Stärkere Regulierung wirkt sich negativ auf Wohlstand und Lebenszufriedenheit aus

Um die Frage zu beantworten, welche Regulierungen notwendig und welche überflüssig sind bzw. ob der Staat durch seine Eingriffe zu mehr Wohlstand führt oder durch überzogene Vorschriften die Zufriedenheit senkt, wurde der „IW-Regulierungsindex“ als Maß für die Regulierungsdichte entwickelt. Besonderes Augenmerk liegt in der Analyse auf Regulierungen in den Bereichen Produkt- und Dienstleistungs-, Kapital- und Arbeitsmarkt in 28 OECD-Ländern. Dabei zeigt sich, dass eine stärkere Regulierung negativ mit dem Wohlstandsniveau sowie der subjektiven Lebenszufriedenheit korreliert ist. 

Abbildung 1: BIP pro Kopf in US$ und IW-Regulierungsindex 

BIP pro Kopf in US$ und IW-Regulierungsindex

Abbildung 2: Produktmarktregulierung und Lebenszufriedenheit

Abbildung 2: Produktmarktregulierung und Lebenszufriedenheit

Fazit: Staatliche Eingriffe müssen einen intelligenten Ansatz verfolgen

Ein gewisses Ausmaß an staatlicher Regulierung ist erforderlich, damit wirtschaftliche Aktivitäten durchgeführt werden. Der in der Vergangenheit zu beobachtende zunehmende Anstieg des Regulierungsgrades verdeutlicht jedoch, dass Überregulierungen Wohlstandseinbußen und eine Verringerung der subjektiven Lebenszufriedenheit herbeiführen.

Staatliche Eingriffe müssen einen intelligenten Ansatz verfolgen. Bei Regulierungsvorhaben sollte vorab geprüft werden, ob sich die Regulierung durch einen Marktversagenstatbestand rechtfertigen lässt, ob sich die Situation durch die Regulierung tatsächlich verbessert und ob die Regulierung so ausgestaltet ist, dass sie mit minimalen Kosten das Ziel erreichen. Nur wenn die Regulierung eine tatsächliche Verbesserung der Situation erzeugt und kosteneffizient ausgestaltet ist, ist ein staatlicher Eingriff sinnvoll.  

Autoreninformation 

Dominik H. Enste

Dominik H. Enste

Prof. Dr. Dominik H. Enste ist Professor an der TH Köln für Wirtschaftsethik und Institutionenökonomik, Leiter des Kompetenzfeldes Verhaltensökonomik/ Wirtschaftsethik im Institut der deutschen Wirtschaft Köln sowie Geschäftsführer und Dozent der IW Akademie GmbH, die Führungskräfteseminare sowie einen berufsbegleitenden Master in Psychologie, Ethik und Ökonomik anbietet.

 


Mara Ewers

Mara Ewers

Dr. Mara Ewers arbeitet seit 2013 am Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Kompetenzfeld Verhaltensökonomik und Wirtschaftsethik. Sie interessiert sich vor allem für die psychologischen Aspekte wirtschaftlichen Entscheidens und Handelns.




Marie Möller

Marie Möller

Dr. Marie Möller ist seit 2014 Referentin am Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Kompetenzfeld Verhaltensökonomik und Wirtschaftsethik und lehrt an der Technischen Hochschule Köln, der Hochschule Fresenius und der FOM Hochschule Mikro- und Makroökonomie.



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