th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail LinkedIn Google-plus Facebook Whatsapp Flickr Youtube Instagram Pinterest Skype Vimeo Snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home

Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 1/2016 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Inhalt



Georg M. Busch: Mehr Wachstum für Europa – Wege und Irrwege

Europas Wirtschaft wächst seit den siebziger Jahren immer langsamer und stagnierte in den letzten Jahren. Die bisher angewandten Instrumente der Geld- und Fiskalpolitik haben sich als ungeeignet zur Erreichung eines nachhaltig höheren Trendwachstums er- wiesen. Durch ihren permanenten und überdehnten Einsatz ist ihr Spielraum und ihre Effektivität mittlerweile weitgehend erschöpft.

Der Schlüssel für die Erreichung eines steileren Wachstumspfades liegt auf der Angebotsseite der Wirtschaft, der Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit der privaten Unternehmen. Die Wirtschaftspolitik auf europäischer Ebene hat mit dem Binnenmarkt, der Wettbewerbsordnung und der gemeinsamen Währung die geeigneten Rahmenbedingungen geschaffen. Die Wirtschaftspolitik auf nationaler Ebene soll die privaten Wachstumskräfte durch Bereitstellung leistungsfähiger Infrastruktur, effiziente Verwaltung und ein transparentes und leistungsfördern des Steuer- und Transfersystem unterstützen. Sie wird umso erfolgreicher sein, je mehr sie ihre Rolle darin sieht, Marktkräfte zu unterstützen statt zu behindern.

Österreich hat seinen Wachstumsvorsprung in Europa in den letzten Jahren verloren und an Attraktivität als Investitionsstandort eingebüßt. Die Abgabenbelastung bleibt auch

nach der jüngsten Steuerreform hoch, und durchgreifende Reformen in der Finanzverfassung und der öffentlichen Verwaltung werden aufgeschoben. Im Sozialsystem sind eine deutliche Anhebung des sehr niedrigen Pensionsantrittsalters und seine Koppelung an die steigende Lebenserwartung vordringlich.

>> Gesamtbeitrag lesen

Michael Christl/Monika Köppl-Turyna/Hanno Lorenz: Investitionen -  Warum wir sie brauchen und wie wir sie kriegen 

Dieser Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen Investitionswachstum, Zinsen und Erwartungen für Österreich. Basierend auf einem Panel von 73 Wirtschaftssektoren zeigt sich, dass Zinsänderungen nur dann einen positiven Einfluss auf Investitionswachstum haben, wenn die Erwartungen stark zurückgehen. Sind die Erwartungen konstant (gut oder schlecht), so haben Zinsen jedoch kaum einen Einfluss.

Ebenso zeigt sich, dass stark steigende Erwartungen einen positiven Effekt auf das Investitionswachstum auf- weisen. Außerdem geht ein Anstieg der Produktionsbesteuerung sowie stärkere Kapitalmarktregulierung mit einem negativen Investitionswachstum einher.

Autoreninformation

  • Mag. Michael Christl MSc., Agenda Austria
  • Dr. Monika Köppl-Turyna, Agenda Austria
  • Mag. Hanno Lorenz, Agenda Austria

Martin Falk: Unternehmensinvestitionen in Österreich – Stilisierte Fakten, Bestimmungsfaktoren, Investitionswirkung und optimale   Investitionspolitik 

Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über Stand und Entwicklung der Investitionen in Ausrüstungen und immaterielle Wirtschaftsgüter auf internationaler Ebene. Zudem wird ein Überblick über die Entwicklung der Investitionsklimafaktoren und der Investitionsdeterminanten im engeren Sinne (Körperschaftssteuern, Abschreibungsregelung, direkte Investitionszuschüsse) gegeben. Darüber hinaus wird eine umfassende empirische Analyse der Auswirkungen und Determinanten von Ausrüstungsinvestitionen im Unternehmenssektor durchgeführt.

In den EU-Ländern sind die häufigsten steuerlichen Maßnahmen die Senkung der Körperschaftssteuern, gefolgt vom Ausbau der steuerlichen F&E-Förderung. Beschleunigte steuerliche Abschreibung und Steuergutschriften für Investitionen werden vergleichsweise selten eingeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Anlagevermögen insgesamt 0,5 Prozentpunkte pro Jahr zum Wachstum der realen Wertschöpfung zwischen 2010 und 2014 beiträgt. Davon hat das Anlagevermögen in immaterielle Wirtschaftsgüter den höchsten Wachstumsbeitrag (0,3 Prozentpunkte).

Für die Gruppe der hochentwickelten Industrieländer zeigt sich, dass Körperschaftssteuern einen signifikant negativen Einfluss auf den Zuwachs des Kapitalstocks haben. Die Einführung einer Patent/IP Box ist mit einer Steigerung der heimischen Investitionen in immaterielle Anlagegüter verbunden (zB in Belgien) oder mit einem Zuwachs in inländischen Direktinvestitionen in F&E, Design und technischen Dienstleistungen (zB in den Niederlanden). Auf Grundlage der hier vorgelegten Ergebnisse wird eine Strategie zur Steigerung der Ausrüstungsinvestitionen vorgelegt.

Autoreninformation: Dr. Martin Falk (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung)

Christian Rammer/Bettina Peters: Investitionsschwäche oder Strukturverschiebung der Investitionstätigkeit? – Zur Rolle immaterieller Investitionen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen

Der Beitrag untersucht, inwieweit hinter der oft konstatierten Investitionsschwäche der europäischen Wirtschaft eine Strukturverschiebung von materiellen zu immateriellen Investitionen steht. Da letztere nur zum Teil unter den Investitionsbegriff der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung fallen, könnte der beobachtbare Rückgang der Investitionsquote nur ein scheinbarer sein, da ihm steigende Ausgaben für die Bildung von im- materiellem Kapital wie zB unternehmerischen Kompetenzen (ua Markenwerte, Human- und Organisationskapital) oder anderen Formen nichttechnischen neuen Wissens gegenüberstehen.

Auf Basis von Daten der gewerblichen Wirtschaft Deutschlands zeigen wir zum einen, dass in der Tat Ausgaben für immaterielle Kapitalgüter im vergangenen Jahrzehnt deutlich stärker angestiegen sind als die Investitionen für Sachkapital. Zweitens belegen mikroökonometrische Panelanalysen, dass diese Investitionen bedeutende Produktivitätsbeiträge leisten und somit für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen immer wichtiger werden. Die Wirtschaftspolitik sollte daher die steuerlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für immaterielle Investitionen verbessern.

Autoreninformation:

  • Christian Rammer, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)
  • Bettina Peters, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW)

Brigitte Ecker/Helmut Gassler: Forschung und immaterielle Investitionen als zentrale Elemente für die Zukunftssicherung moderner Volkswirtschaften 

Österreich hat sich in den letzten Jahren zu einem führenden Forschungsstandort in Europa entwickelt. Ausdruck dessen ist ua die starke Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen F&E-Intensität. Sie ist auch eine zentrale Zielgröße der österreichischen FTI-Politik. Basierte die Berechnung des BIP bislang hauptsächlich auf materiellen Leistungen, so hat sich die Bewertungsperspektive mit der im September 2014 in Kraft getretenen überarbeiteten Version des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) 2010 geändert. Dem zugrunde liegt das ökonomische Verständnis, dass F&E- Ausgaben als Investitionen in einen F&E-Kapitalstock angesehen und immaterielle Investitionen damit verstärkt berücksichtigt werden.

Vor diesem Hintergrund ist es nun Ziel des Beitrags, ausgewählte Entwicklungen im Bereich von Forschung und Entwicklung darzustellen sowie anhand von jüngsten OECD-Daten der Frage nachzugehen, inwieweit Österreich bezüglich immaterieller Investitionen bzw seines wissensbasierten Kapitalstocks der Stellung als hochentwickelte Volkswirtschaft gerecht wird.

>> Gesamtbeitrag lesen

Clemens Felder/Karl-Heinz Leitner: Open Innovation als neue Innovationsstrategie für österreichische Unternehmen – Verbreitung, Barrieren und Nutzen

Open Innovation wird als Strategie propagiert, die durch die Einbindung von unterschiedlichen externen Partnern helfen soll, die Innovationskraft von Unternehmen zu erhöhen. Das Konzept von Open Innovation gewinnt dabei nicht nur für das Innovationsmanagement an Bedeutung sondern wird zunehmend auch in der Innovationspolitik diskutiert, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Sektoren und Ländern zu erhöhen.

Der vorliegende Artikel untersucht auf Basis einer empirischen Untersuchung an 95 österreichischen Unternehmen die Verbreitung von Open Innovation Strategien. Die Erhebung illustriert, dass ein Viertel der Unternehmen eine traditionelle geschlossene Innovationsstrategie verfolgt, die Hälfte der Unternehmen gemeinsam mit ausgewählten Partnern, wie etwa Kunden oder Lieferanten, kooperieren und ein Viertel der Befragten eine avancierte Open Innovation Strategie verfolgt. Die Studie liefert des Weiteren empirische Evidenz für einen positiven Einfluss von Open Innovation auf den Innovationsoutput sowie die Unternehmensperformance.

Autoreninformation:

  • Dipl.-Ing. Clemens Felder ist Unternehmensberater und Absolvent der Technischen Universität Wien mit Schwerpunkt in Innovation und Strategic Management.
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Karl-Heinz Leitner ist Senior Scientist am Austrian Institute of Technology und Professor für Innovationsmanagement an der Karl-Franzens-Universität Graz. Forschungsschwerpunkte seiner Tätigkeit sind neue Innovationsmodelle, Strategieentwicklung und Forschungspolitik.

Martin Gornig/Alexander Schiersch: Investitionsschwäche gefährdet Europa als Industriestandort

Die globale Standortstruktur der Industrie befindet sich seit längerem im Umbruch. Dem Aufstieg Chinas zur Industrienation steht dabei der Verlust von Marktanteilen der westlichen Industrienationen insgesamt gegenüber. Die etablierten Industrienationen in Europa schnitten allerdings sehr unterschiedlich ab. Länder wie Frankreich und Großbritannien erlitten massive Verluste, andere, wie Deutschland und Österreich, konnten ihre Produktion nach der Krise 2009 wieder spürbar ausweiten.

Richtet man den Blick nach vorne, dürfte der Industriestandort Europa noch weiter zu- rückfallen. Dies gilt nicht nur mit Blick auf aufholende Schwellenländer wie China. Auch gegenüber etablierten Industrienationen ist Europa in Gefahr zurückzufallen. So weist etwa die USA eine weit höhere Investitionsdynamik der Industrie auf. Die USA hängen dabei nicht nur Frankreich und Großbritannien, sondern auch das derzeit noch so erfolgreiche Deutschland ab. In Österreich allerdings hat das Modernisierungstempo zu- gelegt.

Autoreninformation:

  • Prof. Dr. Martin Gornig ist stellvertretender Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und Honorarprofessor für Stadt- und Regionalökonomie an der Technischen Universität Berlin.
  • Dr. Alexander Schiersch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Christian Keuschnigg: Unternehmensbesteuerung und Standortattraktivität 

Wenn der Markt im eigenen Land klein ist, müssen Unternehmen mehr auf die internationalen Märkte setzen und sind mobiler. Viele Staaten haben ihre Steuersätze gesenkt und Patentboxen eingeführt, um Innovationserträge zu begünstigen. In Österreich wurden seit der Senkung des Körperschaftssteuersatzes auf 25% in 2005 keine gleichwertigen Maßnahmen gesetzt, sondern überwiegend Einschränkungen und Steuererhöhungen beschlossen.

Eine Abzugsfähigkeit von Eigenkapitalzinsen könnte die Anreize für Investition und Innovation stärken, Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität steigern sowie die Krisenrobustheit durch Abbau der Verschuldung verbessern. Alternativ könnte eine reduzierte Besteuerung im Rahmen von Patentboxen oder ein Ausbau der steuerlichen F&E-Förderung gezielt die F&E-intensiven Firmen entlasten, die überdurchschnittlich mobil sind und das innovationsgetriebene Wachstum treiben.

>> Gesamtbeitrag lesen

Michael Böheim/Eva Pichler: Die Qualität von staatlichen Institutionen als Standortfaktor – Empirische Evidenz aus dem Bereich der österreichischen Steuerpolitik 

Wirtschaftswachstum und Investitionen zeigen für Österreich seit Jahren konjunkturelle Schwankungen um einen ausgeprägten Abwärtstrend. Eine Hauptursache besteht in den rückläufigen Investitionen der privaten Haushalte und Unternehmen. Die Folgen sind ein versiegendes Wachstum des Potentialoutputs, der Arbeitsproduktivität und letztlich des Wohlstands.

Die moderne Wachstumstheorie sieht als treibende Kraft für langfristiges Wachstum und nachhaltigen Wohlstand die Bereitschaft einer breiten Mittelschicht zu Investitionen in die Erneuerung bzw den Ausbau des Kapitalstocks. Als wichtigste Voraussetzung dazu wird die Qualität der Institutionen betrachtet, welche den Schutz des Eigentums sowie die Funktionsfähigkeit von Märkten garantieren.

Im internationalen Vergleich weist Österreich noch immer eine gute Institutionenqualität auf, obwohl in den letzten Jahren eine deutliche Verschlechterung zu konstatieren ist. Ausgewählte empirische Evidenz aus dem Bereich der Steuerpolitik bestätigen diesen Befund.

Autoreninformation:

  • Dr. Michael Böheim, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)
  • ao. Univ.-Prof. Dr. Eva Pichler, Wirtschaftsuniversität Wien

Christian Helmenstein/Philipp Krabb/Tobias Thomas: Standort-Sentiment als Determinante der Investitionstätigkeit – Zur Erklärungskraft von internationaler Medienberichterstattung und nationaler Perzeption für Standortentscheidungen

Investitionsentscheidungen sind auf zukünftige Absatz-, Umsatz- und Ertragserwartungen gerichtet. Neben dem individuellen Erfahrungskontext der Wirtschaftsakteure übt die Medienberichterstattung einen entscheidenden Einfluss auf die Erwartungsbildung aus.

Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung dieser beiden Determinanten für die Investitionstätigkeit in- und ausländischer Investoren am Wirtschaftsstandort Österreich empirisch auf Basis des Standortbarometers Panel-50 der Industriellenvereinigung und von Mediendaten von Media Tenor International. Im Ergebnis zeigt sich eine robuste Evidenz für die Erklärungskraft beider Sentiment-Daten als Vorlaufindikatoren für Investitionsaktivitäten.

>> Gesamtbeitrag lesen

Reinhold Hofer: Wettbewerbsfähigkeit und Investition – Eine evolutionäre Sicht 

Eine rückgängige Investitionsquote wird mit einer (zukünftig) abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit Österreichs verbunden. Ergebnisse einschlägiger Analysen führen regelmäßig zu wirtschaftspolitischen Empfehlungen verstärkter öffentlicher Investitionstätigkeit, um damit Voraussetzungen für Wachstumsentwicklungen einzuleiten.

Diesem Befund wird in diesem Artikel eine evolutionäre Perspektive gegenübergestellt, die vor allem Notwendigkeiten wirtschaftspolitischer Handlungen im Sinne psychologischer und sozio-ökonomischer Erkenntnisse für kontinuierlichen Wandel in den Vordergrund rückt.

Autoreninformation: Dr. Reinhold Hofer, AustroControl

Christoph Schröder: Lohnstückkosten – zentraler Indikator der Kostenwettbewerbsfähigkeit

Bei der Betrachtung der Wettbewerbsfähigkeit lassen sich zwei Aspekte beleuchten: Zum einen die Standortqualität für Ansiedlungen und zum anderen die Produktwettbewerbsfähigkeit. Für die Standortqualität sind vor allem langfristige Faktoren bedeutend, während für die Produktwettbewerbsfähigkeit neben Infrastruktur und Bildungssystem besonders Kostenaspekte eine wichtige Rolle spielen. Die Lohnstückkosten sind hierbei ein wichtiger Einzelindikator, in dem über die Produktivität viele andere Indikatoren indirekt eingehen. Die Lohnstückkostenposition ist deutlich negativ mit der Exportperformance korreliert.

Deutschland wird häufig eine zu hohe Kostenwettbewerbsfähigkeit vorgehalten, die zu den Ungleichgewichten in der Eurozone beitrüge. Im Vergleich zu 1999 hat sich die deutsche Lohnstückkostenposition jedoch nur gegenüber dem Euroraum nicht aber gegenüber einen größeren Länderkreis verbessert. In Österreich blieb die Lohnstückkostenposition gegenüber beiden Länderkreisen in etwa stabil.

Autoreninformation: Diplom-Statistiker Christoph Schröder, geboren 1961 in Düsseldorf; Studium der Statistik in  Dortmund und Sheffield (England); seit 1989 im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, Senior Researcher im Kompetenzfeld „Tarifpolitik und Arbeitsbeziehungen“.

Roman Stöllinger: Investitionen in Österreich – Fakten, Ursachen und Politikempfehlungen

Die mangelnde Investitionstätigkeit gilt als eine der Hauptursachen für die mäßige Konjunkturlage in Europa. Gleichzeitig belasten die unsicheren Wachstumsaussichten die unternehmerische Investitionstätigkeit. Die stark expansive Geldpolitik im Euro-Raum konnte bisher wenig an diesen Entwicklungen ändern – auch nicht in Österreich.

Nach einer Kurzdarstellung der wichtigsten Fakten zur Entwicklung der Bruttoanlageinvestitionen in Österreich werden vier der häufigsten Erklärungen für den gegenwärtigen Trend näher erörtert: (i) die fehlende Nachfrage, (ii) strukturelle Veränderungen, (iii) die Verschlechterung des Wirtschaftsstandorts sowie (iv) das Vorliegen einer Investitions- klemme.

Vieles deutet darauf hin, dass die attestierte Investitionsschwäche in Österreich nachfragebedingt ist, wobei es wenig wahrscheinlich erscheint, dass diese die internationale Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen gefährdet. Handlungsbedarf auf Seiten der Wirtschaftspolitik besteht allerdings durchaus, denn das Potential des Staates, die Investitionstätigkeit in Zukunftsbereichen zu unterstützen, wird bei Weitem nicht ausgeschöpft.

Autoreninformation: Roman Stöllinger arbeitet als Ökonom am Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die internationalen Handelsbeziehungen, ausländische Direktinvestitionen, Industriepolitik sowie internationalen Makroökonomie.

Elisabeth Stampfl-Blaha: Normen: Zwischen Belebung und Verhinderung des Wettbewerbs

Normen (in diesem Beitrag: freiwillige Normen – im Unterschied zu Rechtsnormen) als nicht-tarifarische Handelshemmnisse sind ein Kernthema der Freihandelsabkommen. Dieser Beitrag stellt das Ökosystem der Standardisierung dar und beschreibt jene Instrumente, die sicherstellen sollen, dass Normen zur Belebung und nicht zur Verhinderung von Wettbewerb führen.

Im WTO-Abkommen über technische Handelshemmnisse wurden solche Prinzipien und Regeln festgelegt: Diese sollen verhindern, dass nationale, regionale oder auch internationale Standards zu Handelsbarrieren werden bzw den Wettbewerb verzerren. Diese Prinzipien und Regeln werden in den Verfahren der Normungsorganisationen in verschiedener Weise konkretisiert. Ihre Wirksamkeit hängt von strukturellen Rahmenbedingungen und Verhaltensfaktoren ab.

Autoreninformation: DDr. Elisabeth Stampfl-Blaha studierte Wirtschaftswissenschaften in Lausanne und Wien und Rechtswissenschaften in Wien. Sie ist Direktorin von Austrian Standards und Vizepräsidentin der International Organization for Standardization ISO (2012–2016).

Bettina Greimel-Fuhrmann/Ralf Kronberger/Herwig Rumpold: Befunde und Desiderata zur Wirtschaftsbildung österreichischer Mittelschüler/innen

In der Break-Out-Session „Wirtschafts- und Finanzbildung – Was ist zu tun“ des Alpbach- Forums stand die Ergebnispräsentation der Studie „Die Ökonomische Bildung österreichischer Jugendlicher am Ende der Sekundarstufe I“ im Fokus. Sie untersuchte verschiedene Aspekte der ökonomischen Bildung von Schüler/inne/n der achten Schulstufe, ins- besondere ihre Einstellungen, ihr Interesse für Wirtschaft sowie ihr Wirtschaftswissen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Befragten das Themenfeld Wirtschaft für wichtig halten und unserer Wirtschaftsordnung mehrheitlich positiv gegenüberstehen. Ihr Wirtschaftswissen ist jedoch schwach ausgeprägt, vor allem bei Fragen zu Grundlagen des Wirtschaftens und zur Knappheit von Ressourcen. Der Staat wird als sehr dominanter Akteur im Wirtschaftsleben wahrgenommen, weshalb die Befragten ihm Aufgaben zu- ordnen, die dieser in unserer Wirtschaftsordnung gar nicht hat. Da die Jugendlichen am Ende der Sekundarstufe I bereits viele ökonomische Entscheidungen treffen, ihre weitere Ausbildung zu planen haben und auch bald wahlberechtigt sind, offenbart das geringe Niveau der ökonomischen Bildung bildungspolitischen Handlungsbedarf. In Anbetracht der Vielzahl der Akteur/inn/e/n und notwendigen Maßnahmen scheint eine nationale Strategie für Wirtschafts- und Finanzbildung sinnvoll und notwendig.

Autoreninformation:

  • Bettina Greimel-Fuhrmann, Wirtschaftsuniversität Wien
  • Ralf Kronberger, Wirtschaftskammer Österreich
  • Herwig Rumpold, Wirtschaftsuniversität Wien