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Jörg König: Potenziale des EU-Binnenmarkts. Ergebnisse des EU-Integrationsindexes

Ausgabe 2/2015 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Der EU-Binnenmarkt ist eine Erfolgsgeschichte und wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus

Der gemeinsame Binnenmarkt der Europäischen Union (EU) ist für seine Mitgliedstaaten eine Erfolgsgeschichte und bietet mittlerweile für über 500 Millionen EU-Bürger enorme Freiheiten und Möglichkeiten, die über Jahrzehnte europäischer Integration errungen wurden. Mehr als 20 Jahre Erfahrung haben gezeigt, dass ein großer freiheitlicher Markt mit einem funktionierenden Ordnungsrahmen zu mehr Wettbewerb, Innovation und Beschäftigung führt. Der EU-Binnenmarkt eröffnet nicht nur weitere Arbeits- und Absatzmöglichkeiten, sondern ermöglicht durch einen intensivierten Wettbewerb auch eine höhere Produkteffizienz und günstigere Preise. Wirtschaftswachstum und Wohlstand werden insgesamt erhöht. 

Die europäische Integration wurde durch die Krise der Eurozone überschattet

Die „Euro-Rettungspolitik“ der letzten Jahre hat allerdings dazu beigetragen, dass vermehrt der Euro und weniger der gemeinsame Binnenmarkt als das Kernstück der europäischen Integration wahrgenommen wird. Europa ist jedoch viel mehr als ein gemeinsamer Währungsraum. Von der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahr 1951 bis hin zur offiziellen Schaffung des EU-Binnenmarktes 1993: Über mehrere Jahrzehnte wurden Waren und Dienstleistungen liberalisiert, Kapitalverkehrskontrollen abgeschafft sowie Personenfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit hergestellt. Flankierend wurde ein gemeinsames Regelwerk erschaffen, das den Wirtschaftsteilnehmern die notwendige Rechtssicherheit für ihr unternehmerisches Handeln bietet. 

Die Potenziale des gemeinsamen Marktes sind nach wie vor nicht voll ausgeschöpft

In Anbetracht der positiven Effekte des gemeinsamen Binnenmarktes ist es erstaunlich, dass einige Volkswirtschaften von diesen Vorteilen erheblich weniger Gebrauch machen als andere. Die Ergebnisse des „EU-Integrationsindexes“, mit dem die Integrationstiefe der einzelnen Mitgliedstaaten gemessen werden kann, legen nahe, dass noch nicht alle Potenziale des EU-Binnenmarktes ausgeschöpft sind und dass ein „Europa der mehreren Geschwindigkeiten“ existiert. Einerseits muss es auf der Ebene der EU weitere Liberalisierungsbemühungen geben, um das identifizierte Auseinanderdriften der Mitgliedstaaten aufzuhalten. Andererseits sollten auch die Nationalstaaten bemüht sein, ihre Verflechtungen zu intensivieren und hierfür bessere Angebotsbedingungen zu gewährleisten.

Für Österreich, dessen EU-Integration insgesamt positiv zu bewerten ist, ergeben sich beispielsweise bei den  Kapitalverkehrsverflechtungen noch erhebliche Integrationsmöglichkeiten. Sowohl gemessen am Anteil intra-europäischer Direktinvestitionen als auch bezogen auf die inländische Wirtschaftskraft befindet sich Österreich weit unterhalb des EU-Durchschnitts. Der österreichische Wirtschaftsstandort droht an Attraktivität einzubüßen und sollte demnach an seinen Investitionsbedingungen feilen. Ein Blick auf die Konvergenzindikatoren zeigt, dass Österreich insbesondere bei den Arbeitskosten Möglichkeiten für angebotsseitige Verbesserungen hat. Wie auch neueste Untersuchungen zeigen, haben sich die Arbeitskosten in Österreich in den letzten Jahren stetig erhöht. Geringere Arbeitskosten würden sich positiv auf eingehende Kapitalinvestitionen und den gesamten Außenhandel auswirken. Eine intensivere Binnenmarktverflechtung könnte außerdem positive Effekte auf die Konjunktursymmetrie in der Eurozone haben.

Autoreninformation 

Jörg König

Jörg König

Dr. Jörg König leitet seit 2014 den Fachbereich Europa bei der Stiftung Marktwirtschaft in Berlin. Zuvor war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Wirtschaftspolitik an der Georg-August-Universität Göttingen und wurde dort zum Thema „Messung europäischer ökonomischer Integration“ mit Auszeichnung promoviert.




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