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Migration und Integration: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 3/2016 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Inhalt



Stephan Marik-Lebeck: Migration und Integration – Zahlen, Daten, Fakten

Die Themen Migration und Integration haben in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt die starke Zuwanderung von Asylsuchenden nach Österreich im Jahr 2015 hat den Bedarf an faktenorientierten Informationen dazu aufgezeigt. Daher erscheint seit 2008 jährlich das Statistische Jahrbuch „Migration und Integration“, das einen Überblick über die demografischen Rahmenbedingungen und sozio-ökonomischen Auswirkungen von internationaler Zuwanderung nach Österreich bietet. Die darin enthaltenen Informationen gruppieren sich um einen Kern von 25 Indikatoren, welche im 2009 von der österreichischen Bundesregierung verabschiedeten Nationalen Aktionsplan „Integration“ definiert wurden.

Die vorliegende Analyse bietet daran anknüpfend einen Überblick über das Phänomen internationaler Migration nach Österreich sowie die wesentlichsten Dimensionen von Integration.

Autoreninformation: Prof. Dr. Stephan Marik-Lebeck (Jg 1976) ist promovierter Geograph und Mitglied des Migrationsrats für Österreich. Er ist Leiter des Bereichs „Demographie, Gesundheit, Arbeitsmarkt“ bei Statistik Austria und blickt auf eine mehr als zehnjährige Tätigkeit im Bereich Migrations- und Integrationsstatistiken zurück, ua als Projektleiter für das „Statistische Jahrbuch Migration & Integration“

Klaus F. Zimmermann: Migrationspolitik im Mediensturm

Migration und ihre politische Gestaltung in Europa ist derzeit von den Themen Arbeitsmobilität und Flüchtlingen geprägt. Die Bewältigung von Flucht wird einerseits als humanitäre Aufgabe angesehen, andererseits bewegen die Fragen nach den sozialen Kosten und Chancen für den Arbeitsmarkt. Ferner benötigt der freie europäische Binnenarbeitsmarkt hohe Mobiliät und die alternde und schrumpfende europäische Bevölkerung mittelfristig Arbeitskräfte.

Die Bedeutung freier Arbeitsmobilität wird von Gesellschaft und Politik nicht verstanden und durch den Flüchtlingsstrom entsteht ein Gefühl der Überforderung. Ökonomische Probleme werden auf die Migration projiziert. Medien und neue politische Gruppen nutzen diese Entwicklung für ihre Zwecke. Dabei sind die Erfahrungen mit Migration ökonomisch positiv und der gegenwärtige Flüchtlingsstrom erscheint bewältigbar. Der Aufsatz diskutiert die Hintergründe und macht Vorschläge für die Politikgestaltung.

Autoreninformation: Prof. Dr. Klaus F. Zimmermann ist Visiting Professor und John F. Kennedy Memorial Policy Fellow, Center for European Studies, Harvard University und Universität Bonn (beurlaubt). Er ist auch Ko-Direktor des Zentrums für Bevölkerung, Entwicklung und Arbeitsökonomie, UNU – MERIT, Maastricht

Johannes Berger/Ludwig Strohner: Migration - Gegenwart und Zukunft

Migration hat in Österreich einen bedeutenden Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung. Aktuell ist die Diskussion besonders von der starken Zuwanderung von Flüchtlingen geprägt. Diese wird zwar in den nächsten Jahren zu einem merklichen Anstieg der Beschäftigung führen, aber auch die Arbeitslosigkeit deutlich erhöhen, insbesondere bei den Flüchtlingen selbst.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bedarf zusätzlicher Instrumente, welche auf die derzeitigen Herausforderungen abgestimmt sind. Qualifizierte MigrantInnen sind zumeist wesentlich einfacher zu integrieren und können zukünftig eine wichtige Säule für die Finanzierung des öffentlichen Sozialsystems bilden. Ohne diese Zuwanderung sind bei prognostizierter Fertilitätsrate die zu- künftigen Sozialleistungen nicht aufrecht zu erhalten bzw nur mit erheblichem Anstieg der Abgaben finanzierbar.

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Helmut Hofer/Klaus Weyerstraß: Der Beitrag der Migration zum Wachstumspotenzial der österreichischen Wirtschaft

In diesem Beitrag wird die Entwicklung des Produktionspotenzials der österreichischen Volkswirtschaft im Zeitraum 2005 bis 2015 vor dem Hintergrund des starken Zustroms ausländischer Arbeitskräfte untersucht. Das Produktionspotenzial ist um durchschnittlich 1,1% pro Jahr gestiegen, wozu das ausländische Arbeitsvolumen durchschnittlich 0,4 Prozentpunkte beigetragen hat. Die Zuwanderung bietet eine Chance, die negativen ökonomischen Wirkungen der Bevölkerungsalterung abzufedern. Durch verstärkte Integrationsmaßnahmen und eine qualifikationsorientierte Zuwanderungspolitik könnte der Wachstumsbeitrag von ausländischen Arbeitskräften erhöht werden.

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Annekatrin Niebuhr: Effekte der Migration auf Produktivität, Innovationen und Exportaktivität

Die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ist insbesondere für die Entwicklungsperspektiven von Volkswirtschaften von erheblicher Bedeutung, die wie Österreich in starkem Maße vom demografischen Wandel betroffen sind. Die Veränderung des Arbeitsangebots, die mit der Arbeitsmigration verbunden ist, hat zumeist positive Effekte auf die Produktivität, die Innovationsfähigkeit und die Exportaktivitäten in hochentwickelten Zielländern. Auch von einer durch die Zuwanderung zunehmenden kulturellen Vielfalt der Beschäftigten gehen in der Regel positive, wenngleich eher moderate Effekte auf unterschiedliche Zielgrößen aus.

Für die ökonomischen Konsequenzen der Migration ist allerdings entscheidend, welche Qualifikationen die ausländischen Arbeitskräfte mit- bringen und inwieweit ihre Fähigkeiten und Kenntnisse die einheimischer Erwerbspersonen in Produktionsprozessen ergänzen. Die Migrationspolitik kann durch eine entsprechende Steuerung der Arbeitsmigration dazu beitragen, dass die Voraussetzungen für günstige ökonomische Effekte gegeben sind.

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Helmut Dornmayr: Immigration und Integration in Zusammenhang mit Fachkräftebedarf und -mangel in Österreich

In den nächsten Jahren ist von zwei Seiten „demografischer Druck“ auf das Fachkräfteangebot zu erwarten: Von einer sinkenden Zahl an BerufseinsteigerInnen (Jugendliche) und einer steigenden Zahl an BerufsaussteigerInnen (Pensionierungen). Als besondere Herausforderung aber auch als besonderes Potenzial für die Rekrutierung zusätzlicher Lehrlinge und Fachkräfte kann (neben dem Bedarf an qualifizierter bzw zu qualifizieren- der Zuwanderung) die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in das weiterführende Ausbildungssystem betrachtet werden.

Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund sinkt ab der 9. Schulstufe drastisch. Die Unterrepräsentation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im weiterführenden Ausbildungssystem ist in der Lehrlingsausbildung besonders stark ausgeprägt. Während (im Schuljahr 2014/15) der Anteil an Jugendlichen mit nicht-deutscher Umgangssprache in den Volksschulen noch 27,6% betrug, lag er in den Berufsschulen (Lehre) lediglich bei 13,8%.

Autoreninformation: Mag. Helmut Dornmayr ist Projektleiter am Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) in Wien. Seit rund 25 Jahren forscht er an der Schnittstelle von Bildung und Arbeitsmarkt. Er ist hauptverantwortlicher Autor der wichtigsten regelmäßig erscheinenden Publikationen zur Lehrlingsausbildung in Österreich (Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung, Lehrlingsausbildung im Überblick)

Wido Geis/Axel Plünnecke: Flüchtlingsmigration – Warum wir weiterhin qualifizierte Zuwanderung brauchen

Zuwanderung wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer wichtiger für die Sicherung von Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Dabei tragen Zuwanderer bereits heute in großem Maße zum wirtschaftlichen Erfolg des Landes bei. Allerdings hat sich die Zuwanderung nach Deutschland in den letzten beiden Jahren deutlich verändert. War sie zuvor hauptsächlich von EU-Ausländern getragen, spielen nun auch Flüchtlinge eine wichtige Rolle. Diese bringen häufig nur ein sehr geringes Qualifikationsniveau mit, sodass ihr Zuzug andere Zuwanderungsformen nicht ersetzen kann.

 Zudem dürften die Wanderungspotenziale in den anderen EU-Ländern mittelfristig sehr begrenzt sein, da diese, wie Deutschland, vom demografischen Wandel betroffen sind. Daher sollte das Land verstärkt auf Erwerbs- und Bildungsmigration aus Drittstaaten setzen.

Autoreninformation:

  • Dr. Wido Geis ist am Institut der deutschen Wirtschaft Köln Senior Economist im Kompetenzfeld „Bildung, Zuwanderung und Innovation“
  • Prof. Dr. Axel Plünnecke leitet am Institut der deutschen Wirtschaft Köln das Kompetenzfeld „Bildung, Zuwanderung und Innovation“

Gudrun Biffl: Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Migrationspolitik

Migrationen haben unterschiedliche Auslöser und Wirkungsweisen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Sie zu steuern ist nur im Zusammenwirken mehrerer Politikfelder möglich. Es bedarf daher einer Vision über die mögliche Rolle der Migrationen in einem nationalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungskonzept. Ausgehend von der Tradition der Zuwanderung nach Österreich und ihrer Einbindung in die Wirtschaft werden zwei mögliche Entwicklungspfade vorgeschlagen, die einen sozial abgesicherten wirtschaftlichen Strukturwandel erlauben, der die Wohlfahrt Österreichs nachhaltig sichern kann.

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Monika Köppl-Turyna/Hanno Lorenz: Meta-Analyse zu wirtschaftlichen Auswirkungen der Migrationswelle und zur erfolgreichen Integration

Viele Studien diskutieren die fiskalischen Effekte des Flüchtlingszustroms. Entscheidend hängen die Ergebnisse von den Annahmen bezüglich des Integrationserfolgs ab. Wichtiger wäre eine Politik, die zu einer bestmöglichen Integration und damit zum höchsten Nutzen bzw niedrigsten Kosten führt. Empirische Studien zeigen, wo der Handlungsbedarf liegt.

Autoreninformation:

  • Dr. Monika Köppl-Turyna ist Mitglied der Agenda Austria, Schottengasse 1/3, 1010 Wien, Österreich; E-mail: monika.koeppl-turyna@agenda-austria.at; Tel.: +43 1 361 99 61–20
  • Mag. Hanno Lorenz ist ebenfalls Mitglied der Agenda Austria, Schottengasse 1/3, 1010Wien, Österreich; E-mail: hanno.lorenz@agenda-austria.at; Tel.: +43 1 361 99 61–18

Regina Konle-Seidl: Arbeitsintegration von Flüchtlingen – Determinanten und Erfahrungen in europäischen Ländern

Der Beitrag geht auf wesentliche Determinanten der Arbeitsintegration von Fluchtmigranten ein, zeigt noch bestehende rechtliche Hürden des Arbeitsmarktzugangs auf und diskutiert arbeits-und integrationsfördernde Unterstützungsmaßnahmen vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen mit der Integration von Flüchtlingen in Europa.

Autoreninformation: Regina Konle-Seidl, MA, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Sie arbeitet dort im Forschungsbereich „Internationale Vergleiche und Europäische Integration“. Der Beitrag ist eine gekürzte und aktualisierte Fassung einer Studie zur Arbeitsintegration von Flüchtlingen, die sie für das Europäische Parlament verfasst hat

Christiane Spiel/Dagmar Strohmeier/Elisabeth Stefanek: Integration von Migrantinnen und Migranten in multikulturellen Schulen

Schule ist explizit der Ort, wo erfolgreiche Integration von Migrantinnen und Migranten stattfinden kann. Sie bietet ausgiebig Möglichkeiten für Kontakte zwischen Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Dies betrifft sowohl den Aufbau positiver sozialer interkultureller Beziehungen wie Freundschaften als auch den konstruktiven Umgang mit kulturellen Konflikten. Der Beitrag präsentiert (1) theoretische Zugänge zu Migration und Integration aus psychologischer Sicht, (2) Forschungsergebnisse zur Integration von Migrantinnen und Migranten in multikulturellen Schulen anhand positiver und negativer Peer-Beziehungen und (3) Empfehlungen zur erfolgreichen Integration von Migrantinnen und Migranten in multikulturellen Klassen und Schulen.

Autoreninformation:

  • Univ.-Prof. Dr. Dr. Christiane Spiel lehrt und forscht an der Fakultät für Psychologie, Universität Wien
  • Mag. Ludwig Strohner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei EcoAustria und beschäftigt sich mit ökonomischen Themen im Bereich des öffentlichen Sektors, wie dem Finanzausgleich oder Steuern. Ein weiteres wesentliches Themenfeld ist die Entwicklung makroökonomischer Modelle und deren Einsatz zur Beantwortung relevanter Forschungsfragen. Migration ist ein wichtiges Anwendungsgebiet dieser Makromodelle
  • Mag. Dr. Elisabeth Stefanek, M.A., lehrt und forscht sowohl an der Fakultät für Psychologie, Universität Wien, als auch an der Fachhochschule Oberösterreich

Thomas Straubhaar: Überschätzte Effekte der Zuwanderung: Wider eine Instrumentalisierung der Migration!

Pro-Kopf-Effekte der Migration sind langfristig schwach. Deshalb sollten die ökonomischen Wirkungen der Einwanderung von beiden Seiten, weder von den Befürwortern im Guten noch von den Kritikern im Schlechten, überschätzt werden. Weder sind Zuwandernde Verursacher unlösbarer Probleme, noch sind sie die Lösung für bestehende Probleme. Weder sind die Integrationskosten der Grund für eine (zu) hohe Staatsverschuldung oder die sich abzeichnenden Probleme des Sozialstaates, noch werden Zuwandernde in der Lage sein, die sich öffnende Fachkräftelücke zu schließen.

Zuwanderung kann höchstens flankierend helfen, große Herausforderungen der Zukunft einfacher zu bewältigen. Sie kann aber nicht als grundsätzliche Problemlösung wirken, die einen Verzicht auf viel spezifischere grundsätzliche Strukturreformen erlauben würde.

Autoreninformation: Dr. Thomas Straubhaar ist Professor der Universität Hamburg und Direktor des Europa-Kolleg Hamburg

Markus Jaeger: Demografie & wirtschaftliche Entwicklung in den großen EU-4 – Ein Vergleich mit Japan

Die zunehmende Alterung der Industriegesellschaften sollte laut Wirtschaftstheorie zu niedrigerem Wachstum, sinkender Ersparnis und Investitionen sowie verringerter Wettbewerbsfähigkeit führen. Ein Vergleich zwischen den vier großen EU-Volkswirtschaften und dem schnell alternden Japan scheint darauf hinzudeuten, dass ein steigender Altersabhängigkeitsquotient zu niedrigerem Trendwachstum führt. Der Zusammenhang zwischen Alterung auf der einen Seite und nationaler Ersparnis, Investionen, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit auf der anderen ist kaum zu erkennen, zumindest auf der Basis des begrenzten Vergleichs zwischen den EU-4 und Japan.

Autoreninformation: Dr. Markus Jaeger ist Volkswirt bei der Deutschen Bank. Seine Forschung konzentriert sich va auf Schwellenländer und internationale Wahrungs- und Finanzpolitik. Der vorliegende Artikel stellt die persönliche Meinung des Autors dar.

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