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Resilienzen: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 2/2018 der Wirtschaftspolitischen Blätter

Inhalt


Resilienz – Das Vermögen zur Erneuerung

Harald Katzmair, Christian Gulas

Der Begriff der Resilienz wird in unterschiedlichen Kontexten und Wissenschaftsdisziplinen (vor allem der Psychologie sowie der Ökosystemforschung) verwendet und dementsprechend vieldeutig ist er. Im Allgemeinen bezeichnet er die Stabilität und Widerstandskraft gegenüber Krisen. Er fungiert vor allem als theoretisches Konzept und bisher mangelte es an Versuchen, ihn empirisch zu überprüfen und vor allem ihn auf soziale Systeme anzuwenden. Der Artikel präsentiert einige wichtige Ergebnisse des Forschungsprojekts „Resilienz Monitor Austria“, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Resilienzbegriff weiterzuentwickeln, zu operationalisieren und auf ganze gesellschaftliche Systeme anzuwenden. Dabei möchte er den Blick auf eine Konzeption von Resilienz lenken, die in Bezug auf den Umgang mit Veränderung und Krisen vor allem das Vermögen zur Erneuerung hervorhebt.

Autoreninformation:
Dr. Harald Katzmair, Soziologe und Philosoph, ist Gründer und Direktor von FASresearch, einem Forschungs- und Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt in den Bereichen Robust Decision Making sowie Netzwerk- und Resilienzforschung (www.fas-research.com). 
Mag. Christian Gulas, Soziologe, ist Netzwerkanalytiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter bei FASresearch. 


Resilienz gegenüber globalen Nachfrageschocks: Internationaler Vergleich und bestimmende Faktoren

Martin Eichler, Alexis Bill-Körber

Als kleine offene Volkswirtschaften sind Österreich und die Schweiz gegenüber globalen Schocks naturgemäß besonders exponiert. Gleichwohl haben beide Länder die Finanzund Wirtschaftskrise im internationalen Vergleich recht gut überstanden. Allein aus der Beobachtung historischer Werte lassen sich jedoch nur unzureichende Rückschlüsse zum Resilienzgrad ziehen. Im komplexen volkswirtschaftlichen Umfeld sind die verschiedenen Ereignisse und Schocks, die bei einer Betrachtung historischer Daten verglichen werden, für die einzelnen Länder niemals genau identisch. Um den Resilienzgrad einer Volkswirtschaft möglichst unverzerrt und objektiv zu messen, hat BAK Economics im Rahmen einer Studie für das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) Simulationen mit einem makroökonomischen Strukturmodell durchgeführt. Hierbei wurden für rund 40 Länder die Wohlfahrtsverluste und konjunkturellen Anpassungspfade bestimmt, welche auf gleichgerichtete Währungs- und Güterexportnachfrageschocks folgen. Auf Basis der Simulationsergebnisse wurde auch eine erste Diagnose möglicher Ursachen für die unterschiedlichen Resilienzbefunde durchgeführt.

Autoreninformation:
Martin Eichler: Chefökonom BAK Economics 
Alexis Bill-Körber: Leiter Macro Research, BAK Economics 


Regionalwirtschaftliche Resilienz in Zeiten strukturellen Wandels

Henning Vöpel, André Wolf

Die Entwicklung regionaler Wirtschaftsräume unterliegt einer Vielzahl externer Einflüsse auf nationaler wie internationaler Ebene. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Robustheit regionaler Ökonomien gegenüber ein- und denselben negativen Schock zum Teil sehr unterschiedlich ausfällt. Das Konzept der Resilienz versucht zu beschreiben, was besonders widerstandsfähige Regionen ausmacht und welche Einflussfaktoren hierfür eine Rolle spielen. Dieser Artikel möchte einen Beitrag zur Debatte um den Resilienzbegriff leisten, indem wir die verschiedenen Dimensionen des Begriffs beleuchten und konkrete Anwendungsfelder identifizieren. Als Anwendungsbeispiel zur Illustration von Erscheinungsformen und Ursachen von Resilienz nehmen wir dabei die deutschen Bundesländer in den Blick. Es zeigt sich, dass das Konzept auf dem Weg zu einer anwendbaren Methodik noch im Hinblick auf zahlreiche Aspekte einer Präzisierung bedarf. Der Nutzen des Resilienzbegriffes für die Regionalforschung besteht gegenwärtig deshalb vorrangig in der Bereitstellung eines Denkanstoßes zur Beschäftigung mit Fragen der Krisenfestigkeit von Regionen. Der empirische Vergleich von relevanten Indikatoren zwischen den deutschen Bundesländern macht deutlich, welches Gefälle potenziell in dieser Hinsicht zwischen Regionen bestehen kann.

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Regionale Resilienzpolitik: Zielsetzung, Voraussetzungen und strategische Schwerpunkte

Rüdiger Wink

Auch nach einem Jahrzehnt mit zahlreichen Publikationen zur regionalen wirtschaftlichen Resilienz beschäftigen sich nur wenige Beiträge mit der Relevanz des Themas für politische Strategien und Maßnahmen. Ausgehend von einer Darstellung vorliegender Forschungsergebnisse zu Einflussfaktoren auf die regionale Resilienz werden fünf Grundelemente einer Strategie für eine regionale Resilienzpolitik begründet: (a) eine Fokussierung auf Erweiterungen der Anpassungsfähigkeiten in der Region, (b) Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Politikfeldern, (c) Verbindungen zwischen kurzfristiger Krisenbewältigung, Anpassung und mittelfristiger Erweiterung der Anpassungsfähigkeiten, (d) Anknüpfungen an regionsspezifischen und einzelwirtschaftlichen Anpassungsstrategien und (e) Verbindungen innerhalb von multilevel governance Strukturen.

Autoreninformation:
Rüdiger Wink ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, Mitglied des Resilience Hub Leipzig und leitet eine Forschungsgruppe zu Fragestellungen der Innovations- und Regionalökonomie. 


Wettbewerbsfähigkeit in der digitalen Ökonomie: Eine Standort-Perspektive

Alexander Börsch

Digitale Technologien transformieren viele Bereiche des Wirtschaftslebens in ungeahnter Geschwindigkeit. Dadurch stehen Themen der digitalen Transformation ganz oben sowohl auf der unternehmerischen wie auch der politischen Agenda. In diesem Kontext gibt der vorliegende Artikel einen kurzen Überblick über die hauptsächlichen ökonomischen und unternehmerischen Effekte der Digitalisierung. Davon ausgehend wird eine Definition von digitaler Wettbewerbsfähigkeit entwickelt und die OECD-Ökonomien nach ihrer digitalen Wettbewerbsfähigkeit gerankt. Abschließend werden die Implikationen für Politik und Resilienz analysiert. Der Artikel argumentiert, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Standorten zunehmend von ihren digitalen Kompetenzen abhängt. Digitale Wettbewerbsfähigkeit beruht dabei auf digitalen Investitionen und Humankapital. Eine Disaggregierung und Anwendung dieser Indikatoren auf die OECD Ökonomien zeigt, dass Deutschland und Österreich Plätze im Mittelfeld einnehmen. Generell sehen wir die Entstehung eines neuen Standortwettbewerbs, vor allem zwischen Regionen und Städten, der entscheidend von der Attraktivität für Talente geprägt ist.

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Pensionssysteme: Von der Nachhaltigkeit zur Resilienz

Bert Rürup, Dennis Huchzermeier

Ein umlagefinanziertes Sozialversicherungssystem ist nachhaltig, wenn die erworbenen Ansprüche dauerhaft gewährleistet werden können, ohne dass die Beitragssätze und/ oder Steuerzuschüsse signifikant erhöht oder Leistungen gekürzt werden müssen. Während Nachhaltigkeit auf die langfristige Stabilität von Systemen abzielt, stellt Resilienz auf die Fähigkeit ab, unvorhergesehene Schocks ohne dauerhafte Funktionseinbußen zu verarbeiten. Vor dem Hintergrund der Resilienzerhöhung durch Risikodiversifizierung konnte theoretisch gezeigt werden, dass „mischfinanzierte“ Pensionssysteme, in denen umlagefinanzierte und kapitalgedeckte Systemelemente zusammenwirken unter risikodiversifizierenden Gründen als überlegen anzusehen sind. Denn während das Umlageverfahren auf die nationalen Arbeits- bzw Erwerbseinkommen zugreift, werden bei kapitalgedeckten Systemen die nationalen wie auch die internationalen Vermögenseinkommen herangezogen. Vor diesem Hintergrund ist auf den seit Mitte der 1980er Jahre in nahezu allen entwickelten Staaten zu beobachtenden Rückgang der Lohnquote hinzuweisen, während im Gegenzug der Anteil der Kapitaleinkommen am Volkseinkommen steigt. Diese Entwicklung spricht für mischfinanzierte Alterssicherungssysteme. Daran ändert weder die derzeitige Niedrigzinsphase noch ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit als Folge eines Konjunktureinbruchs etwas. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der langfristigen Stabilität lohnorientierter Arbeitgeberbeiträge im Digitalisierungszeitalter.

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Resilienz von Sozialsystemen 

Bernhard Felderer

Resilienz wird als Summe der Kräfte definiert, die ein System zur Abwehr exogener und endogener Schocks mobilisieren kann. Solche Systeme können biologischer, chemischer, physikalischer, ökologischer etc Natur sein. Der Beitrag fasst Resilienz als Teil eines Le-Chatelier-Prozesses auf. Das Prinzip von Le Chatelier bedeutet, dass bei einer Störung eines Systems nicht nur Abwehrkräfte mobilisiert werden, die zu einem neuen Gleichgewicht führen, sondern dass dies so geschieht, dass der durch den Schock verursachte Schaden minimiert wird. Dieser wirtschaftstheoretische wichtige Satz ist in den Naturwissenschaften theoretisch bewiesen und praktisch erprobt. Gilt er auch in sozialen Systemen, zB in Finanzmärkten?

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Achtung: Zerbrechlich – Über Fragilität und Robustheit in Wirtschaft und Finanzmarkt 

Thomas Mayer

Wir leben in einer fragilen Welt. Fragilität ist vor allem durch die politische Zentralisierung von Entscheidungen, die Schaffung von starren Strukturen und Überschuldung entstanden. Anti-Fragilität ist die falsche Antwort auf Fragilität. Wetten auf den Zusammenbruch unserer fragilen Welt und Versicherungen dagegen sind mit Kosten verbunden. Da Fragilität lange andauern kann, können die Kosten einer anti-fragilen Strategie die Fähigkeit der Wirtschaftsakteure übersteigen, sie zu tragen. Deshalb ist Robustheit gefragt. Der Einzelne kann sich vor politischer Fragilität wenigstens teilweise schützen, indem er Ersparnisse bildet und diese so robust wie möglich anlegt.

Autoreninformation:
Thomas Mayer, Gründungsdirektor, Flossbach von Storch Research Institute und ehemaliger Chefvolkswirt der Deutschen Bank


Resilienz durch bessere Steuerung im Bundesstaat

Helfried Bauer, Elisabeth Dearing

In einem föderalen Staat wie Österreich, in dem bedeutende öffentliche Aufgaben von mehreren Gebietskörperschaften gemeinsam erfüllt werden, ist eine wirksame Steuerung unerlässlich. Das vorrangige Abstellen auf die jeweils eigenen Interessen zulasten eines gemeinsamen Ganzen, läßt die interorganisatorische Steuerung zu wenig als Problem oder Aufgabe sehen. Es fehlen daher (Denk)Prozesse, Instrumente, Steuerungsinstitutionen sowie eine Kultur des Zusammenwirkens, die auch für den Aufbau von Resilienz gebraucht werden. Die AutorInnen behandeln zuerst theoretische Grundlagen zu Resilienz und Steuerung, die als Basis für die anschließende Beurteilung des Status von öffentlicher Steuerung anhand einiger Beispiele dienen. Dazu gibt es manch gute Ansätze wie etwa die im Gesundheitsreformgesetz 2013 vorgesehene partnerschaftliche Steuerung, jedoch auch demokratiepolitisch und ökonomisch unerwünschte Defizite im Steuerungssystem. Greift man anderswo längst praktizierte Ansätze für effektive und auch demokratiepolitisch erwünschte Mehrebenen-Steuerung auf, erschlössen sich auch Wege zu mehr Resilienz im Bundesstaat.

Autorinneninformation:
Hon.Prof. Dr. Helfried Bauer, leitete von 1973 bis 2008 das Zentrum für Verwaltungsforschung (KDZ) und arbeitet seither freiberuflich zu Fragen der öffentlichen Finanzwirtschaft und zu Public Governance. 
Dr. Elisabeth Dearing, Juristin, war lange Jahre Leiterin der Abteilung Verwaltungsreform im Bundekanzleramt und ist seit 2010 als Abteilungsleiterin und Fachexpertin im Rechnungshof.


Resilienz in Organisationen: Sicherheit stärken, Risikofaktoren wahrnehmen, Flexibilität und Anpassung fördern

Jutta Heller

In einem Umfeld ständiger Veränderung navigieren Unternehmen immer zwischen zwei Polen: Sie müssen ihre Sicherheit stärken, Risikofaktoren frühzeitig wahrnehmen und Gefahren vorbeugen. Gleichzeitig müssen sie flexibel genug sein, um ihr Kerngeschäft auch bei unerwarteten Vorkommnissen eine gewisse Zeit aufrecht erhalten zu können. Die steigende Komplexität einer VUCA-Welt fordert einen bewussten Umgang mit Veränderungsmaßnahmen im Unternehmen, um beide Pole – Sicherheit und Flexibilität – auszubauen. Es geht um eine Kulturveränderung hin zur resilienten Organisation. Eine neue ISO-Norm zu Organisationaler Resilienz gibt Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen dafür. Dazu zählen eine positive Fehlerkultur, so dass Risikosignale frühestmöglich erkannt werden können; ein schnelles Verbreiten von schlechten Nachrichten; die Übernahme von mehr Verantwortung durch steigende Selbstorganisation; ein koordiniertes Handeln aller Unternehmensbereiche, damit Flexibilität nicht zu Chaos wird.

Autorinneninformation:
Prof. Dr. Jutta Heller ist Beraterin zu individueller und organisationaler Resilienz. Sie ist seit über 25 Jahren selbstständig, war zudem über zehn Jahre aktiv als Professorin an der Hochschule für angewandtes Management und hatte dort knapp acht Jahre Führungsverantwortung.