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Sparen, Konsum und Wohlstand: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 4/2016 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Inhalt



Christian Dreger: Perspektiven des privaten Verbrauchs in Österreich

Migration hat in Österreich einen bedeutenden Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung. Aktuell ist die Diskussion besonders von der starken Zuwanderung von Flüchtlingen geprägt. Diese wird zwar in den nächsten Jahren zu einem merklichen Anstieg der Beschäftigung führen, aber auch die Arbeitslosigkeit deutlich erhöhen, insbesondere bei den Flüchtlingen selbst.

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bedarf zusätzlicher Instrumente, welche auf die derzeitigen Herausforderungen abgestimmt sind. Qualifizierte MigrantInnen sind zumeist wesentlich einfacher zu integrieren und können zukünftig eine wichtige Säule für die Finanzierung des öffentlichen Sozialsystems bilden. Ohne diese Zuwanderung sind bei prognostizierter Fertilitätsrate die zu- künftigen Sozialleistungen nicht aufrecht zu erhalten bzw nur mit erheblichem Anstieg der Abgaben finanzierbar.

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Daniel Stelter: Das Ende der schuldenfinanzierten Wohlstandsillusion

Seit 1980 ist die offene und verdeckte Verschuldung der westlichen Industrieländer deutlich gestiegen. Die Verschuldung diente dazu, kurzfristige Konjunkturschwächen und die Folgen des Eintritts von Osteuropa und China in die Weltmärkte abzumildern und führte zu einer Scheinblüte und steigenden Vermögenspreisen.

Da die zusätzlichen Schulden überwiegend unproduktiv verwendet wurden, leiden diese Länder nun unter den Folgen der hohen Verschuldung welche immer mehr die Realwirtschaft belasten. Es wird nicht möglich sein, durch höheres Wirtschaftswachstum die Schuldenlast tragbar zu machen. Die westlichen Industrieländer brauchen deshalb einen Neustart. Dieser basiert auf drei Säulen: der Bereinigung der offenen und verdeckten Schulden, der Erhöhung der Erwerbstätigenzahl und der Steigerung der Produktivität.

Autoreninformation: Dr. Daniel Stelter ist Makroökonom und Strategieberater sowie Gründer der Denkfabrik Beyond the Obvious.

Michael von Prollius: Konsumieren oder Sparen? Für eine Renaissance des Kapitalismus

Die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte ist insbesondere für die Entwicklungsperspektiven von Volkswirtschaften von erheblicher Bedeutung, die wie Österreich in starkem Maße vom demografischen Wandel betroffen sind. Die Veränderung des Arbeitsangebots, die mit der Arbeitsmigration verbunden ist, hat zumeist positive Effekte auf die Produktivität, die Innovationsfähigkeit und die Exportaktivitäten in hochentwickelten Zielländern. Auch von einer durch die Zuwanderung zunehmenden kulturellen Vielfalt der Beschäftigten gehen in der Regel positive, wenngleich eher moderate Effekte auf unterschiedliche Zielgrößen aus.

Für die ökonomischen Konsequenzen der Migration ist allerdings entscheidend, welche Qualifikationen die ausländischen Arbeitskräfte mit- bringen und inwieweit ihre Fähigkeiten und Kenntnisse die einheimischer Erwerbspersonen in Produktionsprozessen ergänzen. Die Migrationspolitik kann durch eine entsprechende Steuerung der Arbeitsmigration dazu beitragen, dass die Voraussetzungen für günstige ökonomische Effekte gegeben sind.

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Oliver Denk, Christian Kastrop: Produktivität und Wohlstand - Eine Internationale Perspektive

Wohlstand hängt zu einem bedeutenden Ausmaß vom Niveau des Konsums ab. Der Konsum nimmt zu, je mehr Volkswirtschaften produzieren. Die Steigerung der Produktivität von Arbeitskräften, Unternehmen und der öffentlichen Hand bildet daher die Grundlage für höheren Konsum und Wohlstand. Seit Beginn der weltweiten Finanzkrise ist das Produktivitätswachstum jedoch in nahezu allen fortgeschrittenen Volkswirtschaften, Österreich eingeschlossen, enorm gesunken. In diesem Beitrag zeigen wir Möglichkeiten auf, wie dieser beunruhigenden Entwicklung Einhalt geboten werden kann. Ein besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf konjunkturpolitische Maßnahmen sowie Produkt- und Finanzmarktreformen.

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Birgit Aigner-Walder, Nils Otter: Implikationen der Bevölkerungsalterung für das private Spar- und Anlageverhalten

Das Sparverhalten privater Haushalte verändert sich im Laufe des Lebenszyklus, weshalb durch den demographischen Wandel Effekte für die private Sparquote zu erwarten sind. So reduziert sich das Sparverhalten im höheren Alter, insbesondere ausgelöst durch den Einkommensrückgang mit Eintritt ins Pensionsalter.

Während aus theoretischer Sicht sogar eine negative Sparquote zu erwarten wäre, zeigt sich in Österreich – aufgrund des stark ausgebauten Sozialsystems und den damit verbundenen öffentlichen Leistungen im Pensionsalter – zwar eine reduzierte, aber dennoch positive Sparquote im hohen Alter. Für die Entwicklung des Sparverhaltens privater Haushalte dürften dabei auch die Sparmotive eine zentrale Rolle spielen, da Sparen für Investitionszwecke oder die Altersvorsorge im hohen Alter an Relevanz verlieren. Diese Tatsache dürfte sich in weiterer Folge auch auf finanzwirtschaftliche Indikatoren wie die Kapitalgüterpreise oder auch Anlageformen auswirken.

Autoreninformation:

  • FH-Prof. Dr. Birgit Aigner-Walder, Professorin für Volkswirtschaftslehre, Schwerpunkt Public Finance und Regionalökonomie, Fachhochschule Kärnten; Leiterin Department Demographic Change and Regional Development, Institute for Applied Research on Ageing (IARA)

  • FH-Prof. Dr. Nils Otter, Professor für Volkswirtschaftslehre, Schwerpunkt internationale und regionale Wirtschaft, Fachhochschule Kärnten; Associate Reseacher am Institute for Applied Research on Ageing (IARA)

Bernadette Kamleitner, Sandra Holub, Monika Koller: Der Aufbruch konzeptioneller Grenzen - Wer ist der Konsument und was will er?

Private Nachfrage ist eine treibende Kraft in vielen Volkswirtschaften. Doch was genau liegt dahinter? Wer sind private KonsumentInnen? Was fragen sie nach? In diesem Beitrag zeigen wir anhand verschiedener Dichotomien auf, dass es vermutlich an der Zeit ist, unser Verständnis der NachfragerInnen aber auch des Nachgefragten zu überdenken.

Eine Analyse vieler auf den ersten Blick klarer Gegensatzpaare zeigt das zunehmende Verschwinden von Grenzen zwischen Objekt und Mensch, Körper und Geist, Individuum und Netzwerk, Gut und Identität, Tangiblem und Intangiblem, sowie Eigentum und Zugang. Traditionelle Sichtweisen reflektieren die Realität des Menschen, der Gesellschaft und des Marktes zunehmend unvollständig. Um veränderten Realitäten gerecht zu werden, ist es an der Zeit, akzeptierte Marktpraktiken, Regulatorien und gar unser Menschenbild entsprechend neu zu verhandeln.

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Anabel Ternès, Joachim App: Der Prosumer – wie sich das Kundenverhalten geändert hat

Bedingt durch Digitalisierung, demographische Wandlungsprozesse und ökonomische Krisen haben sich die Bedürfnisse des modernen Konsumenten verändert. Als Prosument möchte dieser mehr als nur ein Produkt kaufen und konsumieren. Immaterielle Erlebnisse und außergewöhnliche Erfahrungen, die mit dem Einkauf verbunden sind, rücken zunehmend in den Fokus des Interesses vieler Kunden.

Unternehmen müssen sich durch eine strategische Neupositionierung auf die veränderten Ansprüche ihrer Kunden einstellen. Dabei kann zwischen den Konsummustern (1) Individualisierung und Personalisierung, (2) Nachhaltigkeit und Einfachheit und (3) Kollaboration und Sicherheitskonsum unterschieden werden, die anhand von unternehmerischen Beispielen aus der Praxis im zweiten Kapitel analysiert werden.

Obwohl kollaborativer Konsum (Sharing-Economy) als auch ein „Lifestyle of less“ im Trend sind, steigen die Umsätze der Anbieter von Luxusprodukten- und Dienstleistungen seit 10 Jahren kontinuierlich an, was auf eine Verschiebung der Bedürfnisse westlicher Luxus-Konsumenten hinweist. Zeitintensive und außergewöhnliche Erlebnisse, die sich weitererzählen lassen, lösen materielle Statussymbole und deren offensichtliche Zurschaustellung als Luxus- und Wohlstandsindikatoren ab. Die Oberschicht grenzt sich im Zeitalter des „Stealth-Wealth“ durch die Aneignung von Experten-Wissen über exklusive Nischen-Produkte ab. Auch Zeit, Ruhe und Privatsphäre gelten zunehmend als Luxusgüter, während beim Einkaufen in Lebensmittel- oder Textildiscountern Geld gespart wird.

Autoreninformation:

  • Prof. Dr. Anabel Ternès arbeitet als Geschäftsführerin des Instituts für Nachhaltiges Management (IISM) va zu den Themen Digitaler Wandel, Unternehmensentwicklung und Interkulturelle Kommunikation. Sie leitet die Studiengänge Internationales Kommunikationsmanagement und Betriebswirtschaftslehre, Schwerpunkt E-Business an der International Management University, SRH Hochschule Berlin. Sie hält ua eine Gastprofessur an der German University in Kairo. Neben einer langjährigen internationalen Führungserfahrung ist sie Unternehmerin und hat mehrere internationale Startups gegründet. Anabel Ternès ist Kommunikationswissenschaftlerin, Journalistin, Diplom-Pädagogin und Diplom-Kauffrau.
  • Joachim App studierte Soziologie und British and American Studies an der Universität Konstanz (Bachelor) und Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin (Master). Er ist Mitherausgeber des wissenschaftlichen Kunstmagazins „Plurale – Zeitschrift für Denkversionen“ und arbeitet als freiberuflicher Texter und Autor für Wissenschafts- und Sachbücher in Berlin.

Rudolf Bretschneider: Konsumstile im Alter

Die Generation der 60+ wurden in den letzten Jahren zunehmend von der Wirtschaft „entdeckt“. Sie machen einen (absolut und relativ) größeren Anteil der Gesellschaft aus; und unterscheiden sich deutlich von den vergleichbaren früheren Alterskohorten. Sie verfügen über consumer-capital in Form von Vorwissen und ihre „späte Freiheit“ drückt sich auch in ihrem Konsumverhalten aus. Die Gruppe der 60+ ist keinesfalls homogen, weshalb eine zielgruppenadäquate Ansprache notwendig ist.

Autoreninformation: Dr. Rudolf Bretschneider, Geschäftsführer bei GfK–Austria bis 2008, Konsulent, Lehrbeauftragter der Universität Wien und FH–Wiener Neustadt.

Shopping Malls, die Wünsche von den Augen ablesen können? Ein Haustier pflegen, ohne es zu besitzen? In einer anonymen Großstadt wohnen, ohne sich alleine zu fühlen? Was auf den ersten Blick widersprüchlich anmutet, ist bald nicht mehr unvereinbar und wird in naher Zukunft sogar noch viel alltäglicher. Die große Lücke, die heute noch zwischen Konsumentenbedürfnissen und rasanten Technologiefortschritten besteht, bereitet den Nährboden für neue oder neu interpretierte Geschäftsmodelle.

Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Konsumbedürfnisse und geht dabei der Frage nach, welche neuen Wünsche und Werte im Kontext einer dynamischen Welt relevant sind und welche Implikationen dies für Handel und Dienstleistungen haben wird. Denn erfolgsversprechende Angebote nutzen die Chancen technischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und politischer Entwicklungen und bringen diese in Einklang mit den eher behäbigeren Konsumgewohnheiten.

Autoreninformation: Dr. Mirjam Hauser ist Senior Research Manager bei der GIM Gesellschaft für innovative Marktforschung Suisse und erforscht Trends und deren Auswirkungen aufs Konsumverhalten.

Franz-Rudolf Esch: Durchs Dickicht der Digitalisierung - Marken als Sinnstifter für Kunden

Die Digitalisierung verändert die Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen mit ihren Marken grundlegend. Dies fördert Ängste und Hoffnungen bei Unternehmen, die durch die Protagonisten der Digitalisierung bewusst geschürt werden. Unternehmen reagieren dabei unterschiedlich auf die Digitalisierung. Manche folgenden dem Trägheitsprinzip, andere verhalten sich hyperaktiv und gehen nach dem „Trial and Error“-Prinzip vor.

Um Unternehmen wirksam auf die Digitalisierung einzustellen, empfiehlt es sich im Spannungsfeld zwischen Kunden, Marke und Digitalisierung zu denken. Dabei ist strategisch vorzugehen. Oft dominiert allerdings das Dringliche das Wichtige. Wie man die Digitalisierung meistern und die Marke dazu nutzen kann, Kunden wirksam zu erreichen und zu binden, wird in dem folgenden Beitrag gezeigt. Zudem wird ein Ansatz vorgestellt, mit dem der Fitnessgrad von Unternehmen hinsichtlich der Digitalisierung messbar ist.

Autoreninformation: Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch, Direktor, Institut für Marken- und Kommunikationsforschung, EBS Business School, Oestrich-Winkel; Gründer, ESCH. The Brand Consultants, Saarlouis und Köln.

Roland Döhrn, Torsten Schmidt: Prognose des privaten Konsums mit Google-Daten - ein erster Erfahrungsbericht

Die Entwicklung des privaten Konsums ist eine wichtige Größe für die Wirtschaftspolitik. Allerdings sind Haushaltsbefragungen aufwändig und teuer. Da die privaten Haushalte zunehmend wirtschaftlich relevante Aktivitäten über das Internet durchführen, erzeugen sie automatisch eine Vielzahl von Daten, die ohne Zeitverzögerung und ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung stehen.

Ein Beispiel sind die von Google  bereitgestellten Daten zu den Suchanfragen im Internet. Da eine zunehmende Zahl von Haushalten das Internet nutzt, um sich über die Qualität und Preise von Produkten zu informieren, gibt die Häufigkeit von Suchanfragen zu konsumrelevanten Themen einen Eindruck von den Kaufvorbereitungen der privaten Haushalte. Der mit Hilfe von Google Daten konstruierte RWI Konsumindikator weist eine Korrelation mit der Veränderung des privaten Konsums auf. Diese ist in den vergangenen Jahren aber geringer geworden. Die dauerhaften Nutzungsmöglichkeiten dieser Daten müssen sich daher noch erweisen.

Autoreninformation:

  • Prof. Dr. Roland Döhrn ist Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen“. Zusätzlich ist er Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg-Essen, wo er 2009 zum Honorarprofessor berufen wurde. Seine Forschungsinteressen umfassen die Konjunkturforschung und die Europäische Integration
  • Dr. Torsten Schmidt ist stellvertretender Leiter des Kompetenzbereichs „Wachstum, Konjunktur und Öffentliche Finanzen“ RWI – Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die nationale und internationale Konjunktur sowie die mittelfristige gesamtwirtschaftliche Entwicklung.

Paul Fischer: Indiens neue Verbraucher - Chancen für europäische Unternehmen

Indiens neue Mittelschicht zählt über 250 Millionen Menschen und wächst rasant. Hohe Wachstumsraten von mehr als 7% im Jahr und steigende Einkommen erhöhen die soziale Mobilität für alle Berufsgruppen. Europäische Unternehmen müssen Strategien entwickeln, um Konsumgütermärkte zurückzuerobern, die sich in fester Hand indischer, chinesischer und amerikanischer Wettbewerber befinden.

Autoreninformation: Dr. Paul Fischer studierte Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Politologie und Europarecht in München, Paris, Maastricht und Moskau. Er beherrscht 6 Fremdsprachen in Wort und Schrift und arbeitete in zahlreichen Ländern als Senior Economic Advisor (UNO-WTO, Europäische Kommission, Deutsche Bundesregierung, Wirtschaftsministerium der Russischen Föderation, Bürgermeisteramt der Stadt Dalian, China) und in der strategischen Unternehmensberatung. Seit 1997 leitet er seine eigene Consulting-Firma in München (www.emas-eurasia.com). Zu den Kunden gehören namhafte Unternehmen sowie staatliche Institutionen aus Europa, Nordamerika und den aufstrebenden Megamärkten China, Indien und Russland. Seine Publikationen, die in zahlreichen Sprachen erschienen sind, werden zur Strategiebestimmung in Unternehmen und Behörden sowie für Schulungszwecke in MBA- und Executive MBA-Programmen weltweit eingesetzt.

Artur Schuschnigg: Explosionsgefahr durch Interdisziplinäre Gesellschaften?

Unter einer Interdisziplinären Gesellschaft wird im gegebenen Zusammenhang ein gesellschaftsrechtlicher Zusammenschluss zwischen unterschiedlichen freien Berufen oder zwischen diesen, Gewerbetreibenden und/oder anderen Berufsgruppen zur gemeinsamen Ausübung ihrer Berufe verstanden.

Eine allgemein anerkannte Definition dieses Begriffs besteht nicht, mitunter werden zB auch die Bezeichnungen „multidisziplinäre Gesellschaft“ oder „Interdisziplinäre Partnerschaft“ verwendet. Ein derartiger Zusammenschluss ist derzeit in Österreich aufgrund der Berufsrechte der freien Berufe weitgehend unzulässig. Die freien Berufe lehnen derartige Möglichkeiten nachdrücklich ab, so besteht nach den Rechtsanwälten hier höchste Explosionsgefahr. Eine derart heftige Ablehnung ist allerdings bei Betrachtung der Umstände und Gestaltungsmöglichkeiten sachlich nur schwer nachvollziehbar.

Autoreninformation: Dr. Artur Schuschnigg ist ausgebildeter Rechtsanwalt und Referent der Abteilung für Rechtspolitik der Wirtschaftskammer Österreich.

Gunther Tichy: Austro-Negativismus, Selbstüberschätzung und die Ablehnung von Globalisierung und Immigration

Internationale Vergleiche lassen erkennen, dass die Österreicher zunehmend pessimistisch geworden sind, besonders markant in den letzten Jahren. Die meisten Themen werden hierzulande deutlich negativer eingeschätzt als in vergleichbaren Ländern, und das Vertrauen sinkt. Einfache Erklärungen wie die Flüchtlingskrise oder die Stagnation der letzten Jahre können zwar die jüngste Verschärfung der Einstellungen erklären, nicht aber das Problem selbst, das schon zuvor beobachtet werden konnte. Die Erklärung wird überdies dadurch erschwert, dass Pessimismus und Vertrauensverlust in merkwürdigem Gegensatz zur steigenden Lebenszufriedenheit der Österreicher und ihrer günstigen Einschätzung der jeweils persönlichen beruflichen und finanziellen Lage stehen.

Im Folgenden werden zunächst Entwicklung und Stand des Vertrauens der Österreicher im Vergleich zu ähnlichen Ländern beschrieben. In einem zweiten Abschnitt wird der „Austro-Negativismus“ herausgearbeitet. Der dritte Abschnitt behandelt die besonders negative Einstellung der Österreicher zur EU, die sich als noch distanzierter erweist als die der Briten. Der besonders bedauerlichen Haltung in der Flüchtlingsfrage widmet sich der vierte Abschnitt, der eine überdurchschnittliche Fremdenfeindlichkeit diagnostiziert. Im fünften Abschnitt wird die Spannung zwischen den Einschätzungen der generellen und der persönlichen Lage thematisiert. Abschließend reflektiert die Arbeit über mögliche Ursachen des spezifisch österreichischen Pessimismus, muss aber auf erheblichen weiteren Forschungsbedarf verweisen.

Autoreninformation: Univ.Prof. i.R. Gunther Tichy, Volkswirt, Konsulent des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung