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Werner Eichhorst/Florian Buhlmann: Die Zukunft der Arbeit und der Wandel der Arbeitswelt

Ausgabe 1/2015 der Wirtschaftspolitischen Blätter

Erhebliche Veränderungen in der Arbeitswelt

Die Zukunft der Arbeit wird vom technischen Fortschritt, von der Globalisierung, vom demographischen Wandel und von institutionellen Veränderungen geprägt. Daraus entwickeln sich erhebliche Veränderungen der Arbeitswelt.   

Die Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften wird zunehmen

Der in der Vergangenheit begonnene Trend - weg von den Routinetätigkeiten und hin zu Nicht-Routinetätigkeiten – wird sich weiter und möglicherweise beschleunigt fortsetzen, ohne dass dies zu Lasten der Erwerbstätigenzahlen gehen muss. So ist zu erwarten, dass mit dem technischen Fortschritt bei weiter fortschreitender Automatisierung und Digitalisierung vor allem die Nachfrage nach hoch qualifizierten Arbeitskräften zunehmen wird, die komplexere kognitive, analytische oder interaktive Tätigkeiten ausführen können. Der Anteil solcher Fachkräfte am gesamten Arbeitsmarkt wird demnach, wie bereits in der Vergangenheit beobachtet, weiter zunehmen. Einfachere Tätigkeiten werden zwar auch nicht völlig aus Österreich oder Deutschland verschwinden, doch wird die berufliche Entwicklungsmöglichkeit in diesen Bereichen sehr begrenzt sein. 

Stärkere Flexibilisierung von Arbeitsmodellen

Zudem wird der institutionelle Wandel zusammen mit demographischen Veränderungen zu mehr Diversität im Arbeitsmarkt und damit einer zunehmenden Erwerbsintegration von Frauen, Älteren und Migranten führen. Vor diesem Hintergrund ist eine stärkere Flexibilisierung von Arbeitsmodellen wahrscheinlich. 

Neue Formen der Erwerbstätigkeit werden entstehen

Angesichts der zentralen Entwicklungslinien des technischen Fortschritts und der Globalisierung kann davon ausgegangen werden, dass die Erwerbsarbeit nicht verschwinden wird. Wir können insgesamt eine Zukunft der Arbeit erwarten, die viele unterschiedliche, teilweise auch dynamisch neu entstehende Formen der Erwerbstätigkeit und Arbeitswelt umfassen wird.

Menschliche Arbeit wird dabei angesichts der wachsenden Potenziale zur Automatisierung oder Verlagerung von Routinetätigkeiten noch mehr als in der Vergangenheit von im Kern spezifisch menschlichen Elementen wie Umgang mit Komplexität, Interaktion und Innovationsfähigkeit geprägt sein. Berufe und Tätigkeiten mit entsprechenden Profilen werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Wachstumsbereiche stellen etwa Logistik, Bildung, Forschung und Entwicklung, Gesundheit, Pflege und Tourismus sowie unternehmens- und industrienahe Dienstleistungen dar.  

Bildung stärken – Veränderungen erleichtern

Die Politik kann durch eine gezielte Weiterentwicklung und Stärkung des schulischen, beruflichen und universitären Bildungsbereichs für mehr Fachkräfte sorgen. Insbesondere bietet es sich an, in Abstimmung mit der Wirtschaft und den Sozialpartnern das berufliche Ausbildungsmodell so anzupassen, dass es auch in Zukunft tragfähig ist und vergleichbare duale Strukturen auch im Hochschulbereich zu fördern.

Gleichzeitig muss die Bildungspolitik, teilweise auch im Zusammenwirken mit der Arbeitsmarktpolitik, dafür sorgen, dass keine junge Menschen ohne qualifizierten Abschluss bleiben. Daneben kann die Politik gemeinsam mit den Sozialpartnern durch geeignete Finanzierungs- und Organisationsmodelle dafür sorgen, dass berufliche Weiterbildung und Mobilität zwischen Firmen und Berufsbildern unterstützt werden, gerade auch in den Bereichen, die vom Strukturwandel stark beeinflusst werden. Dies bedeutet, dass institutionelle Regelungen, die Wechsel eher schwierig und riskant machen, verändert werden sollten, um Übergänge in dynamische Sektoren, Unternehmen und Tätigkeiten zu erleichtern. 

Autoreninformation 

Werner Eichhorst 

Werner Eichhorst

Dr. Werner Eichhorst studierte Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie und Verwaltungswissenschaften in Tübingen und Konstanz. Ende 1998 promovierte er an der Universität Konstanz. Er ist seit 2005 am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn tätig, seit Januar 2014 als Direktor für Arbeitsmarktpolitik Europa am IZA. 

Florian Buhlmann ist Doktorand an der Graduate School for Economics and Social Science (GESS) in Mannheim.


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