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Wilhelm Bauer – Smarter Working: Menschen.Räume.Technologien – Die digitale Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft

Ausgabe 1/2015 der Wirtschaftspolitischen Blätter
Stand:

Tiefgreifende Veränderungen führen zu neuen Herausforderungen

Unsere Gesellschaft – und mit ihr auch viele andere auf der Welt – steht aufgrund des demografischen Wandels, des Fachkräftemangels und der fortschreitenden Digitalisierung unseres Lebens vor neuen tiefgreifenden Herausforderungen: Arbeits- und Lebenswelten befinden sich in einer gewaltigen Transformation, die durch veränderte menschliche Bedürfnisse, das Zusammenwachsen von Arbeit und Leben in einer hybriden Welt sowie technologische Innovationen getrieben wird. Das Internet und digitale Technologien, allen voran auch die mobile Nutzung von Daten, gestalten somit nicht nur unseren Alltag neu, sondern führen auch zu tiefgreifenden Veränderungen in Wirtschaft und Arbeitswelt insgesamt. 

Die Digitalisierung eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten

Wir befinden uns nach der Erfindung der Dampfmaschine, der Industrialisierung und nach dem Start des Computerzeitalters mit dem »Internet der Dinge und Dienste« aktuell schon mitten in der vierten industriellen Revolution. Die Digitalisierung eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten, die das Leben der Menschen einfacher machen und neue Chancen für gesellschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklungen bieten. So kann z. B. der durch den demografischen Wandel sowie dem Aufkommen neuer Werte und Lebensstile in der Gesellschaft zunehmenden Diversität Rechnung getragen werden. Es entstehen neue Formen der Interaktion von Menschen untereinander, aber auch mit Datenwelten und der physischen Umgebung. Mittels Big Data können große Datenmengen für die Menschen, für Unternehmen und viele andere Stakeholder nutzbar gemacht werden.  

Die Arbeitswelt wird tiefgreifend revolutioniert

All diese Entwicklungen werden die Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, tiefgreifend revolutionieren. Beispielsweise kommt es zu einer zunehmenden Verschmelzung von realer und virtueller Welt, die ermöglicht, dass sich Arbeitsprozesse zukünftig in unterschiedlichen Umgebungen  und neuen Kontexten abspielen. Darüber hinaus erhalten die Menschen eine technologische Verstärkung, die ihnen beinahe übernatürliche Kräfte gibt und allumfassendes Wissen bereitstellen wird. Des Weiteren ermöglicht Cloud Computing die durchgängige Synchronisation von Dokumenten und den orts- wie auch zeitunabhängigen Zugriff auf diese durch mobile Endgeräte.  

Die Arbeit von morgen wird folglich anders. Etablierte Berufsbilder und Geschäftsmodelle werden verschwinden – aber gleichzeitig wird eine Vielzahl neuer Jobs entstehen. Neben zahlreichen Veränderungen im Dienstleistungsbereich und in der Industrie werden digitalisierte Arbeitsinhalte und -formen noch stärker Einzug im Bereich wissensintensiver Tätigkeiten in den Büros der Zukunft halten. 

Der Umgang mit Wissen wird immer komplexer

Die heute schon intensive Vernetzung und Verflechtung von Handels- und Dienstleistungsströmen sowie zwischen der Entwicklung und Herstellung von Produkten und Dienstleistungen wird weiter zunehmen – nicht nur international, sondern auch auf nationaler und lokaler Ebene. Der Umgang mit Wissen wird dabei einerseits aufgrund der zunehmenden Breite und Tiefe an Informationen immer komplexer, gleichzeitig erlauben Informations- und Kommunikationstechnologien eine hohe und zuverlässige Vernetzung mit verfügbaren Informationen und anderen Menschen. Sie erlauben ein eigenständiges und situationsbedingtes Angebot an Wissen und Diensten. 

Die technologischen Entwicklungen ermöglichen flexible Arbeitsformen

Die technologischen Entwicklungen ermöglichen eine flexiblere Arbeitsorganisation, die das Potenzial hat, persönliche Lebensstile mit den betrieblichen Anforderungen besser in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitsformen beinhalten bereits mittlerweile heute im Einsatz befindliche Formen wie mobile Telearbeit, Home Office, alternierende Telearbeit, virtuelle Unternehmen, Satellitenbüros oder Coworking-Centers. Eine verstärkte Anwendung dieser Arbeitsformen sowie die Entwicklung neuer Arbeitsformen ist nicht auszuschließen.  

Neue Arbeitswelten erfordern neue Kompetenzen

Neue Arbeitswelten erfordern allerdings auch neue Kompetenzen von allen Beteiligten. Ein stärkerer Fokus auf Arbeitsergebnisse dürfte in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig werden Flexibilität und Selbstdisziplin von Angestellten sowie Vertrauen und gekonnte Projektmanagement-Fähigkeiten von Führungskräften notwendig sein. Um eine flexiblere Arbeitswelt möglich zu machen, sind die technische Machbarkeit solcher Tätigkeitsverhältnisse wie auch eine rechtlich klare Grundlage notwendig. Neben der Flexibilität zukünftiger Arbeitswelten spielt auch die Schaffung adäquater Raumlösungen für physische Arbeitsräumlichkeiten eine wichtige Rolle. Es wird zukünftig darum gehen, die Arbeitsumgebung als eine Mischung aus unterschiedlichen Orten der Leistungserbringung verstehen zu lernen. Die Arbeitsumgebung muss so konzipiert werden, dass unterschiedliche Arbeits- und Flexibilitätstypologien und deren divergierende Anforderungen bestmöglich unterstützt werden.  

Menschliche Aktivitäten werden in Zukunft durch Technologien und Softwareanwendungen unterstützt und individuelle Arbeit wie auch Teamarbeit dadurch optimiert. Smarter Working wird sich somit zugleich auf reale und virtuelle Räume verlegen und viel Flexibilität sowie Arbeitsoptimierung erforderlich machen.   

Autoreninformation 

Wilhelm Bauer

Wilhelm Bauer

Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Bauer ist Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart, und am Institut für Arbeit und Technologiemanagement IAT der Universität Stuttgart sowie Geschäftsführender Verwaltungsrat der Fraunhofer Italia Research s.c.a.r.l.

Professor Bauer verantwortet Forschungs- und Umsetzungsprojekte in den Bereichen Innovationsforschung, Technologiemanagement, Leben und Arbeiten in der Zukunft, Smarter Cities. Als Mitglied in verschiedenen Gremien berät er Politik und Wirtschaft. Wilhelm Bauer ist Autor von mehr als 270 wissenschaftlichen und technischen Veröffentlichungen.

An den Universitäten Stuttgart und Hannover ist er Lehrbeauftragter.

2012 erhielt er die Ehrung des Landes Baden-Württemberg als „Übermorgenmacher“.

Herr Bauer leitet die Fraunhofer-Initiative „Morgenstadt“ und ist Mitglied in der 
„Nationale Plattform Zukunftsstadt“ der Bundesregierung.

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