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Bildung: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 2/2019 der Wirtschaftspolitischen Blätter

Inhalt


Humankapital und wirtschaftliche Entwicklung in Europa | Claude Diebolt, Ralph Hippe

Humankapital wird allgemein als ein wichtiger Faktor für wirtschaftliche Entwicklung angesehen in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft. Aus diesem Grund hat sich die wissenschaftlicheForschung diesem Thema in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewidmet. Neben der Entwicklung neuer Wachstumstheorien (wie der sogenannten Unified Growth Theory) wurde ebenfalls die empirische Basis für die Analyse des Zusammenspiels zwischen Humankapital und Wirtschaft deutlich erweitert.

In diesem Beitrag fassen wir daher einige der neuesten Forschungsergebnisse in diesem Bereich zusammen und umreißen skizzenartig die Bildungs- und Wirtschaftsentwicklung in Europa der letzten 2000 Jahre. Zudem zeigen wir die derzeitigen Unterschiede bei den Digitalkompetenzen in Europa und neueste Initiativen der Europäischen Kommission (insb das Selbsteinschätzungstool SELFIE für Schulen) auf. Der Erwerb grundlegender Digitalkompetenzen ist besonders wichtig, damit heutige und zukünftige Generationen fit sind für die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft.
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Autoreninformation:

Prof. Dr. Claude Diebolt ist CNRS Research Professor in Economics, esp Clio-metrics an der Universität Straßburg; er ist Präsident der französischen Ökonomenvereinigung (AFSE)

Dr. Ralph Hippe ist Scientific Officer im Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission in Sevilla; er arbeitet derzeit insb am Selbsteinschätzungstool SELFIE


Digitalisierung, Innovationskraft und MINT-Bildung in Deutschland | Axel Plünnecke

Ein wachsendes Angebot an MINT-Kräften fördert die Innovationsfähigkeit der Unternehmen und die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Langfristig wird der Fachkräftemangel Wachstum und Wohlstand beeinträchtigen. Aktuell fehlen in Deutschland rund 60.000 Arbeitskräfte in IT-Berufen. Dies hat negative Auswirkungen auf die Digitalisierung der Wirtschaft. In den ländlichen Regionen ist der Anteil der Informatiker an allen Beschäftigten nur ein Sechstel so hoch wie in den Großstädten.

Um das Angebot an MINT-Kräften zu stärken, sollten die Kapazitäten der Hochschulen vor allem auch in ländlichen Regionen ausgebaut werden. Zweitens sollte die Verfügbarkeit von Lehrkräften gesichert und die Profile der Schulen in technischen Fächern gestärkt werden. Drittens sollte die Digitalisierung in den Schulen ausgebaut werden. Hierzu sind die Lehrer entsprechend auszubilden. Ferner sollte das Schulfach Informatik eingeführt werden.

Autoreninformation:

Prof. Dr. Axel Plünnecke ist Leiter des Kompetenzfelds Bildung, Zuwanderung und Innovation am Institut der deutschen Wirtschaft und Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement


Ziemlich beste Freunde? Lebenslanges Lernen und Digitalisierung | Ada Pellert, Eva Cendon 

Der vorliegende Beitrag verknüpft zwei zentrale Herausforderungen, mit denen sich das Bildungssystem konfrontiert sieht: lebenslanges Lernen als bildungspolitisches Konzept, das seit den 1960er-Jahren und in engem Zusammenhang mit den Entwicklungen zu einer wissensbasierten Gesellschaft eine wichtige Rolle spielt. Und die Digitalisierung, die infolge von Technisierung und Globalisierung viele Bereiche der Gesellschaft durchdringt.

In einem ersten Schritt nähern wir uns dem Konzept des lebenslangen Lernens über seine Genese und die unterschiedlichen Bedeutungen, die damit verknüpft werden, an. In einem zweiten Schritt wird die Digitalisierung in den Blick genommen. Im dritten Schritt verknüpfen wir die beiden Konzepte, hinterlegt mit folgenden Fragen: Was können die neuen medialen Möglichkeiten zur Erreichung der Ziele von lebenslangem Lernen beitragen? Und was wird benötigt, um die notwendigen gesellschaftlichen Transformationen zu bewältigen?

Autoreninformation:

Prof. Dr. Eva Cendon ist Professorin für Wissenschaftliche Weiterbildung und Hochschuldidaktik an der FernUniversität in Hagen und beschäftigt sich ua mit Fragen der Umsetzung von lebenslangem Lernen an Hochschule

Prof. Dr. Ada Pellert ist Rektorin der FernUniversität in Hagen, Vorsitzende der Digitalen Hochschule NRW und Mitglied des Digitalrates der deutschen Bundesregierung und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fragen des lebenslangen Lernens


Wirtschaft 4.0: Herausforderungen für die Bildung | Enzo Weber

Die Digitalisierung und ihre Wirkung auf die Arbeitswelt sind in aller Munde. Intelligente Vernetzungs- und Steuerungsmöglichkeiten, Nutzung großer Datenmengen, neue Geschäftsmodelle – all das wirft die Frage auf, wie unser Arbeitsmarkt und auch die Bildung in Zukunft aussehen werden und sollen.

Dieser Artikel diskutiert Forschungsergebnisse zu Effekten der Digitalisierung auf die Beschäftigung, die Qualifikationsstruktur und die Kompetenzanforderungen. Darauf aufbauend werden zentrale Herausforderungen und Ansatzpunkte für Ausbildung und Weiterbildung dargestellt.

Autoreninformation:

Enzo Weber ist Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Regensburg


Höhere Berufsbildung – ein facettenreicher Begriff und Anlass über einen bildungsbereichsübergreifenden Ansatz von Bildungspolitik nachzudenken | Ute Hippach-Schneider

Berufliche Bildung wird bisher zu Recht primär mit dem sekundaren Bildungsbereich in Zusammenhang gebracht. Die duale Ausbildung in Deutschland oder die Lehre in Österreich gehören dazu. Allerdings ist berufliche Bildung auch im tertiären Bildungsbereich eine wichtige Größe. Hier ist an die berufliche Spezialisierung oder Höherqualifizierung zu denken, die an eine berufliche Erst- oder Grundausbildung anschließen. Zunehmende Bedeutung erhalten jedoch auch Bildungsprogramme, die eine Verbindung von Elementen akademischer und beruflicher Bildung leisten und in einigen Fällen eine ganz neue Gattung von Programmen bildet. Das Stichwort ist hier Hybridisierung.

Der Beitrag beleuchtet diese Programmformate, ihre unterschiedlichen Strukturen, die mit ihnen verbundenen Bildungsziele und ihre Verortung im Bildungssystem. Dies wird verdeutlicht anhand von ausgewählten Beispielen in Deutschland, England, Frankreich und Norwegen. Das Fazit ist, dass die Entwicklungen auf tertiärer Bildungsebene eine gemeinsame, alle Bildungsbereiche miteinbeziehende Bildungspolitik notwendig machen, ungeachtet der unterschiedlichen Steuerungsstrukturen und Akteurskonstellationen in den einzelnen Bildungsbereichen.
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Autoreninformation:

Ute Hippach-Schneider ist wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Bundes-institut für Berufsbildung und dort befasst mit international vergleichender Berufsbildungsforschung; ihre thematischen Schwerpunkte sind hierbei tertiäre Bildung und Steuerung der beruflichen Bildung; derzeit leitet sie ein Forschungsprojekt, das mögliche Folgen der Digitalisierung auf die Akteurskonstellationen der Berufsbildungssyteme untersucht


Akademisierungswahn und Perspektiven beruflicher Bildung in einer digitalisierten Arbeitswelt | Julian Nida-Rümelin, Timo Greger 

Über lange Jahre dominierte die These, dass ein immer stärker anwachsender akademischer Sektor ökonomisch geboten wäre, die öffentliche Debatte. Obwohl die volkswirtschaftlichen Daten von Ländern wie Deutschland und Österreich dieser These seit Jahrzehnten empirisch widersprachen, geriet diese erst in den letzten Jahren merklich in die Kritik.

Der vorliegende Beitrag zeigt auf, dass die Forderung nach einer weiteren Ausweitung des akademischen Sektors auf einem fundamentalen bildungsökonomischen Denkfehler beruht, welcher annimmt, dass sich aus dem individuellen Vorteil des Akademikers gegenüber des Nicht-Akademikers ein volkswirtschaftlicher ergeben würde. Darüber hinaus wird aufgezeigt, dass die erneut vernehmbaren Rufe nach einer höheren Akademikerquote aufgrund der Digitalisierung ebenso wenig plausibel sind und auf einem weiteren Irrtum, dem der Gleichsetzung von qualitativer Ausweitung des Bildungssektors und der quantitativen Ausweitung des akademischen Sektors, beruhen.

Autoreninformation:

Timo Greger studierte Politikwissenschaft mit Volkswirtschaftslehre und Verwaltungswissenschaften an der Hochschule für Politik München sowie Philosophie und Geschichte an der LMU München; er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Philosophie und politische Theorie

Julian Nida-Rümelin studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft an den Universitäten München und Tübingen und ist seit 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und politische Theorie an der LMU München; er war Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder


Die Etablierung ökonomischer Bildung in der Bundesrepublik Deutschland – bildungspolitische Beobachtungen | Hans Kaminski

Gegenstand der Überlegungen in diesem Beitrag ist die Implementierung der ökonomischen Bildung in das allgemein bildende Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland (Schulklassen 7–10 (Sek I) und 11–13 (Sek II)). Dazu wird berichtet über Innovationserfahrungen, die ua beeinflusst werden durch die föderale Struktur der Bundesrepublik mit sechzehn Bundesländern.

Als wesentlich werden drei Innovationsfelder identifiziert: Es geht zum einen um die Diskussion der Allgemeinbildungsfähigkeit von ökonomischer Bildung, des Weiteren um die Ausstattung dieser Bildungsaufgabe mit Unterrichtszeit und schließlich um das zentrale Qualifizierungsproblem der Lehrerschaft.

Abschließend wird auf das Selbstverständnis von Innovationen verwiesen, das vielen bildungspolitischen Maßnahmen erkennbar unterlegt ist und das zu einer mangelhaften Gesamtsituation der ökonomischen Bildung in Bundesrepublik beigetragen hat.

Es gibt geradezu einen Flickenteppich unterschiedlicher Ansätze ökonomischer Bildung in Deutschland. Das wiederum wirkt sich kritisch nicht nur auf die Entwicklung der ökonomischen Bildung in den allgemein bildenden Schulen aus, sondern auch auf den Status von Lehre und Forschung an den Universitäten. Deshalb werden abschließend einige (bildungspolitische) Erfahrungen zusammengestellt, die für jedwede Weiterentwicklung der ökonomischen Bildung Relevanz haben könnten, aber an dieser Stelle nicht mehr detailliert auszudifferenzieren sind.

Autoreninformation:

Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für ökonomische Bildung gGmbH an der Universität Oldenburg (Bundesrepublik Deutschland)


Alte und neue Herausforderungen an den Lehrerberuf: Konsequenzen für die Lehrerbildung | Raphaela Porsch

Lehrer müssen im Beruf verschiedene Herausforderungen bewältigen. Diese beziehen sich auf Aufgaben und Charakteristika des Lehrerberufs selbst sowie auf die Schule als Organisation oder entstehen durch die Einführung von Innovationen im Bildungssystem. Im Beitrag werden alte und neue Herausforderungen an den Lehrerberuf in Deutschland und Österreich auf den drei Ebenen vorgestellt und Konsequenzen für die Lehrerbildung abgeleitet.

Autoreninformation:

PD Dr. Raphaela Porsch forscht und lehrt an der Westfälischen Wilhelms- Universität Münster am Institut für Erziehungswissenschaft in der AG „Schulpädagogik/Schul- und Unterrichtsforschung“, porsch@uni-muenster.de