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Fachkräfte: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 1/2019 der Wirtschaftspolitischen Blätter

Inhalt


Der Arbeitsmarkt in Österreich im Jahr 2018 | Eva Auer

Die Zahl unselbstständiger Beschäftigungsverhältnisse stieg im Jahr 2018 um 86.188 (+2,4%) auf 3.741.484, die Zahl arbeitslos vorgemerkter Personen sank um 27.868 (– 8,2%) auf 312.107. Unter Einbeziehung der arbeitslos vorgemerkten Personen und der SchulungsteilnehmerInnen ging die Zahl der vorgemerkten Personen gegenüber dem Vorjahr um 7,6% auf 380.846 zurück. Durch diese positive Entwicklung konnte der seit 2011 zu beobachtende Anstieg der Registerarbeitslosenquote im Vorjahr gestoppt werden und diese ist auch 2018 weiter rückläufig: Die Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2018 7,7% (–0,8 Prozentpunkte).

Der Jahresdurchschnittsbestand gemeldeter sofort verfügbarer offener Stellen betrug 71.545 (+14.691 bzw +25,8%). Zur Vermittlung standen jedoch all jene Stellen zur Verfügung, die zum 31. Dezember 2017 im Bestand waren (54.818) sowie insgesamt 529.589 Stellen, die dem AMS im Laufe des Jahres 2018 neu zur Besetzung gemeldet wurden (–2.911 bzw –0,5% gegenüber 2017). Die Zahl neu registrierter Lehrstellensuchender war mit 63.939 (+1.092 bzw +1,7%) höher als im Jahr davor. Die Zahl der dem AMS zur Besetzung gemeldeten offenen Lehrstellen (37.606) ist geringfügig angestiegen (+145 bzw +0,4%).

Autoreninformation: 
Eva Auer ist stellvertretende Abteilungsleiterin der Abteilung Arbeitsmarktforschung und Berufsinformation des Arbeitsmarktservice Österreich.


Fachkräftemangel in Österreich | Helmut Dornmayr/Birgit Lengauer

Der Fachkräftemangel wird im Frühjahr/-sommer 2018 bereits in fast allen österreichischen Betrieben (87%) spürbar, er erhöht die Arbeitsbelastung der UnternehmerInnen und der aktuellen MitarbeiterInnen, er gefährdet die Qualität der Leistungserbringung und die Zufriedenheit der KundInnen und führt auch zu deutlichen Einbußen des wirtschaftlichen Erfolgs der österreichischen Unternehmen (weniger Umsatz und höhere Kosten).

Besonders intensiv wird der Mangel an Fachkräften in mittelgroßen Betrieben, im Tourismus, im handwerklich-technischen Bereich sowie in West-Österreich erlebt. Auf der Ebene der formalen Qualifikationen werden vor allem AbsolventInnen einer Lehre dringend gesucht. Mit dem Fachkräfteradar (Teil I: Schlüsselindikatoren, Teil II: Betriebsbefragung), welcher vom ibw im Auftrag der WKÖ durchgeführt wurde, liegen nunmehr fundierte Instrumente zur Analyse des Fachkräftemangels in Österreich vor, die sowohl umfangreiche sekundärstatistische Analysen als auch eine österreichweite Befragung von rund n = 4.500 Betrieben umfassen.

Autoreninformation:
Helmut Dornmayr arbeitet als wissenschaftlicher Projektleiter am ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) in Wien; seine Arbeitsschwerpunkte sind die Lehrlingsausbildung sowie der Qualifikationsbedarf der österreichischen Unternehmen.

Birgit Lengauer (vormals Winkler) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am ibw; auch sie forscht schwerpunktmäßig zur Lehrlingsausbildung und zum Arbeitsmarkt in Österreich.


Langzeitarbeitslosigkeit in Zeiten von Fachkräfteengpässen | Alexander Kubis/Martina Rebien

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich im 13. Jahr des Aufschwungs. Betriebe berichten vermehrt über Fachkräfteengpässe und die Arbeitsmarktchancen haben sich in vielen Regionen und Berufen gebessert. Der Arbeitsmarkt hat sich jedoch nicht für alle und nicht überall gedreht. Während einige Regionen von einer hohen Arbeitslosigkeit gekennzeichnet sind, fehlen in anderen bereits Fachkräfte.

Eine zu geringe Mobilität macht einen Ausgleich bisher unwahrscheinlich. Menschen mit passender Qualifikation finden leicht einen Job, fehlt diese, ist der Wettbewerb um freie Stellen jedoch sehr hoch. Das schmälert vor allem die Chancen Langzeitarbeitsloser. Zwar sind Betriebe zunehmend bereit ihnen eine Chance zu geben, jedoch zeigt sich, dass neben einem teils obsoleten Fachwissen die erwarteten soft skills eine Hürde für den Erfolg darstellen. Maßnahmen, die an diesen Punkten ansetzten, könnten nicht nur den qualifikatorischen Mismatch verringern, sondern auch die regionale Mobilität fördern.
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Autoreninformation:
Alexander Kubis ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA); Team IAB-Stellenerhebung.

Martina Rebien ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA); Team IAB-Stellenerhebung.


Fachkräfteengpässe in Deutschland: Die aktuelle Situation und Handlungsempfehlungen für Betriebe | Svenja Jambo/Anika Jansen

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden die Fachkräfteengpässe seit Jahren immer stärker (Risius et al, 2018) und so besteht ein direkter Handlungsbedarf für Unternehmen und Politik. Der vorliegende Artikel stellt die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Deutschland dar. Da derzeit insbesondere Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung fehlen, hat der Ausbildungsmarkt eine zentrale Bedeutung für die zukünftige Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Von daher erläutern wir in diesem Bericht, zusätzlich zu der aktuellen Arbeitsmarktlage, auch Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt. In einem weiteren Schritt stellen wir „Best Practices“ aus Deutschland und Lösungsansätze für Betriebe vor, um Fachkräfteengpässe zu vermeiden.
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Autoreninformation:
Svenja Jambo arbeitete von 2015 bis 2018 als Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW); ihre Schwerpunktthemen sind die Integration von Geflüchteten, Ausbildung, Berufsorientierung, Fördermöglichkeiten für Unternehmen sowie Internationale Berufsbildungsforschung; sie hat BWL und Wirtschaftspädagogik studiert und war vor ihrer Zeit beim IW in der Baubranche und beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) tätig.

Dr. Anika Jansen arbeitet seit 2018 als Economist beim Institut der deutschen Wirtschaft (IW); ihre Schwerpunktthemen sind Arbeitsmarkt, Ausbildung und internationale Berufsbildungsforschung; sie hat Volkswirtschaftslehre in Köln und Maastricht studiert; vor ihrer Zeit am IW war sie am Bundesinstitut für Berufsbildung im Bereich Forschung und Beratung tätig und hat ein Forschungsprojekt an der Autonomen Universität Barcelona durchgeführt.


Die WKO Fachkräfteoffensive – gemeinsam Fachkräfte sichern | Simone Schaller

Im Jahr 2018 lancierte die Wirtschaftskammer eine umfassende Gesamtstrategie zur Sicherung von Fachkräften für Österreichs Unternehmen. Hintergrund dafür sind die zunehmenden Schwierigkeiten für Unternehmen bei der Suche nach geeigneten MitarbeiterInnen. Laut WKÖ Wirtschaftsbarometer nehmen die österreichischen Unternehmen den Fachkräftemangel bereits als größte Sorge wahr.

Autoreninformation:
Mag. Simone Schaller ist Referentin für Fachkräftesicherung und den Bereich Migration und Integration in der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich.


Die ökonomischen Kosten des Fachkräftemangels | Helmut Berrer/Philipp Novak

Der Fachkräftemangel in Österreich hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und stellt sowohl Unternehmen als auch politische Entscheidungsträger zunehmend vor Herausforderungen. Neben dem damit unmittelbar verbundenen unternehmerischen Risiko auf betriebswirtschaftlicher Ebene kommt es auf nationaler Ebene zu volkswirtschaftlichen Potenzialverlusten. Um eine entsprechende empirische Datengrundlage zu schaffen wurden daher diese ökonomischen Kosten des Fachkräftemangels erstmals kumuliert für die österreichische Wirtschaft auf Basis einer Simulationsrechnung mittels eines DGEPlus-Modells bestimmt. Als Ausgangsbasis für die weiteren Berechnungen wurde dabei der Mangel in Höhe von ca 162.000 Fachkräften laut einer Vorgängerstudie herangezogen.

Das Hauptergebnis der Studie lautet, dass die vollständige Beseitigung des aktuellen Fachkräftemangels in einer Steigerung des Bruttoinlandprodukts in Höhe von € 2,5 Mrd bzw 0,69% der gesamten Wirtschaftsleistung in Österreich resultieren würde. Damit verbunden kommt es zu einem positiven fiskalischen Effekt, das gesamte Steuer- und Abgabenaufkommen in Österreich würde sich demnach um knapp eine Milliarde Euro erhöhen. Sollte nach der fiktiven Beseitigung des aktuellen ein weiterer Fachkräftemangel in Zukunft auftreten, wäre das BIP nicht nur geringer, das Wirtschaftswachstum würde sogar unter das Potenzialwachstum fallen. Insgesamt zeigen sich substanzielle ökonomische Kosten des Fachkräftemangels.
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Autoreninformation:
DI Helmut Berrer ist seit 2006 Senior Researcher bei Economica Institut für Wirtschaftsforschung, Wien, und seit 2009 als Geschäftsführer von RiskRe Agentur für wirtschaftliche Risikoforschung tätig.

Dr. Philipp Novak ist Ökonom und Politikwissenschafter und seit 2017 bei Economica Institut für Wirtschaftsforschung, Wien, tätig.


Regionaler Fachkräftebedarf im Kontext von Migration und Digitalisierung | Anna Faustmann

Digitalisierungsprozesse erfassen in zunehmendem Ausmaß alle Gesellschaftsbereiche, insbesondere den Arbeitsmarkt. Sie verändern den Bedarf an Arbeitskräften: in quantitativer Hinsicht, da durch Automatisierung (vor allem niedrig-qualifizierte) Arbeitsplätze wegzufallen drohen, wie auch in qualitativer Hinsicht, da sich die Anforderungen an die jeweiligen Kompetenzen in vielen Berufen erhöhen werden. Dies führt zu vielfältigen Veränderungen im Fachkräftebedarf. Damit in Zusammenhang stehen wiederum Wanderungsbewegungen von Arbeitskräften: Herrscht ein Fachkräftemangel in bestimmten Branchen und Regionen vor, so kann dies ein Treiber für Zuwanderung sein. Die Form der Migrationsprozesse kann dabei innerregional, überregional, aber auch international sein.

Umgekehrt kann ein Überangebot an Fachkräften in bestimmten Branchen und Regionen zu Abwanderungsbewegungen führen. Die Überlagerung dieser Phänomene äußert sich in besonderer Weise auf regionaler Ebene, denn dort greifen Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen sowie die demografische Zusammensetzung und Dynamik direkt ineinander.
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Autoreninformation:
Dr. Anna Faustmann ist seit 2009 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Department für Migration und Globalisierung; sie studierte Soziologie an der Universität Graz sowie Politik- und Kulturwissenschaften an der University of Wisconsin-Eau Claire im Rahmen eines Joint-Study-Austauschprogramms 2005 und promovierte 2018 in Sozial und Wirtschaftswissenschaften ebenfalls an der Universität Graz; ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Migration und Integration in den Arbeitsmarkt, Sozialsysteme und Gesundheit.


Entwicklungspfade und Evaluation arbeitspolitischer Maßnahmen zur Fachkräftesicherung | Nina Gusenleitner/Sandra Siedl/Clemens Zierler

Angesichts der in Österreich häufig artikulierten Herausforderung des Fachkräftemangels befasst sich dieser Beitrag mit arbeitspolitischen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Ausgehend von einer möglichen Darstellung unterschiedlicher Kategorien von Maßnahmen wird ein Lebenszyklusmodell zum Entwicklungsverlauf solcher Maßnahmen inklusive zugehöriger Erfolgsfaktoren in den jeweiligen Phasen beschrieben. Im Anschluss wird auf die Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Wirkungsevaluation der Maßnahmen eingegangen und festgestellt, warum besonderes Augenmerk auf unintendierte Effekte aller arbeitspolitischen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung gelegt werden sollte.

Autoreninformation:
Mag.a Nina Gusenleitner, MSc ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik an der Johannes Kepler Universität Linz; in ihrer Forschung beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit Change Management und der Weiterentwicklung von Organisationen. 

Sandra Siedl, BA MA ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik an der Johannes Kepler Universität Linz tätig; Zusammen mit der Technischen Universität Graz arbeitet sie derzeit schwerpunktmäßig am FFGForschungsprojekt „EnableMe 50+“.

Mag. (FH) Clemens Zierler ist Geschäftsführer des Instituts für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik an der Johannes Kepler Universität Linz und Experte für betriebliche Arbeitswelten und innovative Arbeitspolitikgestaltung; sein Forschungsinteresse gilt der Frage, wie sich Unternehmen und Gesellschaft auf die Herausforderungen einer im Wandel befindlichen Arbeitswelt einstellen können.