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Kooperation und Konflikt: Alle Beiträge und Autoren

Abstracts zur Ausgabe 3/2017 der Wirtschaftspolitischen Blätter

Inhalt


Franz Fischler: Das richtige Maß finden: Konflikt und Kooperation

Eine zureichende Erörterung der öffentlichen Verschuldung sollte unterschiedliche Perspektiven einbeziehen. Daher werden unterschiedliche theoretische und empirische Zugänge zu den Problemen und Grenzen, aber auch zur Unvermeidlichkeit öffentlicher Verschuldung in bestimmten makroökonomischen Konstellationen diskutiert.

Wir erörtern irreführende Schlussfolgerungen, die sich durch Vernachlässigung relevanter Perspektiven, zB der Saldenmechanik, der Kapitaltheorie oder der Politischen Ökonomie ergeben, wie auch Kriterien für die langfristige Tragfähigkeit der Verschuldung und die Potenziale und Grenzen von Schuldenbremsen.

Michael Grömling: Was blockiert private Investitionen in Deutschland?

Eine schwache Investitionstätigkeit zeigt sich in Deutschland in erster Linie anhand der
nur noch stagnierenden Kapitalintensität. Mit einer Unternehmensbefragung wurden Investitionshemmnisse in Deutschland ermittelt. Dafür liegen vergleichbare Ergebnisse
vom Herbst 2014 und vom Frühjahr 2017 vor. Eine fehlende Güternachfrage zählt nicht
zu den vordringlichen Investitionshemmnissen in Deutschland. Zwar hat sich das Niveau
an politischer Unsicherheit merklich erhöht. Dies nehmen über ein Viertel der Unternehmen
als ein starkes Investitionshemmnis wahr. 

Im Vergleich zur Umfrage vom Herbst 2014 spielt die weltwirtschaftliche Unsicherheit aber nicht mehr die dominierende Rolle. Die Unternehmen nennen vor allem wirtschaftspolitisch verursachte Investitionshemmnisse. Das sind mit Abstand das hohe Regulierungsniveau in Deutschland und die Bürokratie. Auch hohe Energie- und Arbeitskosten, Unternehmenssteuern und Fachkräftemangel
bremsen Investitionen.

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Gabriel Felbermayr: Kooperation & Konflikt in der Handelspolitik

Dieser Beitrag fasst die Literatur zu kooperativer und nicht-kooperativer Handelspolitik
zusammen und stellt quantitative Abschätzungen von Handelskonflikten auf die Wohlfahrt
von Ländern vor. Die Ergebnisse weisen auf substanzielle Verluste hin, die im Durchschnitt und in der bevorzugten Modellspezifikation 3,5% des realen Pro-Kopf-Einkommen erreichen. Kleinere Länder leiden mehr.

Würden in der heutigen Welt Zölle in einem nicht-kooperativen Gleichgewicht gesetzt werden, dann würden diese Niveaus von circa 60% erreichen; Größenordnungen, wie sie in den frühen 1930er Jahren beobachtbar waren. Die Grundprinzipien der WTO – Reziprozität und Nicht-Diskriminierung – ermöglichen es, dem Gefangenendilemma nicht-kooperativen Verhaltens zu entkommen. Daher ist eine fundamentale Bedingung für das gute Funktionieren der Welthandelsordnung, dass die Länder diese Grundregeln akzeptieren.

Matthias Dembinski/Hans-Joachim Spanger: „Pluraler Frieden“ oder was sich in der Politik gegenüber Russland ändern sollte

Seit der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine sind die Beziehungen zwischen
Russland und dem Westen konfrontativ. Um eine militärische Eskalation zu vermeiden und Sicherheit in Europa zu garantieren, müssen neue Wege beschritten werden. Der Westen sollte sich von der Strategie des „Liberalen Friedens“ verabschieden, die seit 1990 auf Russlands Anpassung an die liberalen Normen des Westens und die Integration in die westlichen Institutionen setzte.

Stattdessen plädieren wir für das Leitbild eines „Pluralen Friedens“. Wir setzen auf Frieden durch Dissoziation. Die normativen Differenzen mit Russland sollten anerkannt werden. Eine klare Abgrenzung ist Voraussetzung dafür, dass neue Grundlagen für eine stabile Kooperation geschaffen werden können. Dazu gehört, dass die Ukraine und andere Staaten der Region nicht in die NATO oder die EU aufgenommen werden.

Stephan Klingebiel: Entwicklungspolitik in turbulenten Zeiten - Neuorientierung im Kontext von Krisen und strukturellem Wandel

Heutige entwicklungspolitische Debatten unterscheiden sich signifikant von früheren
Diskussionen. Entwicklungszusammenarbeit (EZ) war von Beginn an mit der Herausforderung
konfrontiert, den Nutzen und die Wirkungen in besonderer Weise demonstrieren zu müssen. Aktuelle Diskussionen nehmen eine andere Perspektive ein: Angesichts tiefgreifender
Veränderungen in den internationalen Beziehungen, globaler Machtverschiebungen, des sich verändernden Charakters globaler Herausforderungen. Dieser neuen Systemkontext hat erhebliche Rückwirkungen auf die Zielbestimmung und konkrete entwicklungspolitische
Ansätze.

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Linus Mattauch/Matthias Roesti/Moritz Schwarz/Jan Siegmeier: 
Wirtschaftswachstum und Klimawandel Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur klimafreundlichen Gesellschaft

Die internationale Staatengemeinschaft hat die Dekarbonisierung der Wirtschaft zum Schutz vor unbeherrschbarem Klimawandel beschlossen. Gegenwärtig gibt es auf globaler wie nationaler Ebene eine Vielzahl politischer Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels. Diese müssen jedoch stark ausgebaut und effizient ausgestaltet werden. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, dass Klimaschutz grundsätzlich mit Wirtschaftswachstum vereinbar ist, aber ebenso, dass diese Vereinbarkeit sehr anspruchsvoll sein wird und eine kohärente politische Regulierung benötigt: Umfassende CO2-Preise sind eine notwendige Bedingung für ambitionierten Klimaschutz in wachsenden Wirtschaften. Diese sind aber nicht hinreichend; ergänzende Maßnahmen zum existierenden EU-Emissionshandel werden für eine effiziente Dekarbonisierung in Österreich benötigt. Am Beispiel des Verkehrssektors und der Landwirtschaft Österreichs zeigen wir auf, wie eine gut gestaltete Klimapolitik Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft eröffnet.

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Lena Partzsch: Wirtschaft und Umwelt zwischen Konflikt und Kooperation

Die Ansicht, dass Wirtschaft und Umwelt miteinander im Konflikt stehen, ist sehr weit verbreitet. Gemäß einem Nullsummenspiel wird angenommen, dass Entscheidungen entweder zugunsten der Wirtschaft oder zugunsten der Umwelt fallen. Die Forschung zu Umweltpolitik geht in ihrer Breite dagegen davon aus, dass, wenn Unternehmen sich wandeln und umweltfreundlicher werden, das ihnen zumindest langfristig zum Vorteil gereicht. Dies hängt mit unterschiedlichen Verständnissen von Macht zusammen.

Der Beitrag erläutert diese anhand der drei Kategorien von „power over“ (Zwang und Manipulation), „power to“ (Gestaltungsfähigkeit) und „power with“ (gemeinsames Handeln). Nach „power over“ zu fragen, lässt vor allem den Stillstand in der Umweltpolitik besser
verstehen. Häufig sind es aber „power to“ und „power with“, die den Anstoß zur Emanzipation „grüner“ Ideen und Werte geben. Eine umfassende Analyse von Macht ist deshalb Voraussetzung dafür zu verstehen, wie ein Wandel zur nachhaltigen Gesellschaft erfolgen kann.

Dietmar Rößl/Isabella Hatak: Das Management zwischenbetrieblicher Kooperationen

Zwischenbetriebliche Kooperation wird allzuoft als ubiquitäres Instrument zur Lösung betriebswirtschaftlicher Probleme angesehen. Was ist aber zwischenbetriebliche Kooperation wirklich und was kann sie leisten – aber auch: was kann sie nicht leisten? Kooperation kann den Zugang zu kritischen Ressourcen sicherstellen, kann damit Managementkapazitäten freispielen, kann helfen, das Dimensionierungsproblem von Potenzialfaktoren in kleineren Unternehmen zu mildern. Aber welche Anforderungen stellen Kooperationen an das Management? Wie kann das Verhalten der Kooperationspartner koordiniert werden und wie kann sichergestellt werden, dass sich der Kooperationspartner vereinbarungsgemäß verhält? Und schließlich, wie sind die Leistungen zwischenbetrieblicher Kooperationen in der heutigen, sogenannten „VUCA-world“ zu bewerten? Müssen wir Kooperationen aus dieser Sicht völlig neu denken?

Christoph Badelt: 70 Jahre Sozialpartnerschaft in Österreich – Wie geht es
weiter?

Die Sozialpartnerschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erfolgsgeschichte der 2. Republik, sowohl zum wirtschaftlichen Wiederaufbau, als auch zum politischen und sozialen Klima im Land. Allerdings gilt sie mittlerweile teils auch als schwerfällige Institution, die Strukturkonservierung begünstigt.

In diesem Kontext und vor dem Hintergrund von sich ausbreitendem Populismus und einer gewissen Demokratiemüdigkeit sowie tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen werden zwei alternative Szenarien für die Zukunft der Sozialpartnerschaft vorgestellt: entweder die Positionierung als reine Interessenorganisation und Besinnung auf die Kernkompetenz oder die Ausweitung der Themenfelder auf die gesamte Gesellschaft, sodass die Sozialpartnerschaft zu einem Katalysator für die Wirtschaftspolitik wird und zugleich einen Anker der Stabilität bildet.

Friedrich Schneider: Schattenwirtschaft, Sozialbetrug und Steuerhinterziehung in Österreich: Einige neuere Fakten bis 2016

Die Schattenwirtschaft in Österreich betrug im Jahr 2016 rund 20 Mrd Euro, das Ausmaß des Sozialbetrugs rund 1,13 Mrd Euro, jenes der klassischen Steuerhinterziehung 2,19 Mrd Euro. Die Schattenwirtschaft führte 2016 zu einem Ausfall der Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen
von rund 3 Mrd Euro. Mit einem Anteil der Schattenwirtschaft von 7,1% des offiziellen BIP ist Österreich das EU-Land mit dem geringsten Anteil der EU-28, der im Durchschnitt 17,3% beträgt. Sowohl in Österreich als auch in der EU-28 weist die Schattenwirtschaft seit 2004 einen abnehmenden Trend auf. In Österreich erweist sich neben dem Handwerkerbonus die Abschaffung der Kalten Progression als wichtiger Anreiz zur weiteren Eindämmung der Schattenwirtschaft. Auch die Steuerhinterziehung muss konsequent verfolgt und mit hohen Strafen belegt werden.