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WKO Analyse: Innovation als Motor des Wandels und des Wohlstands

November 2018: Publikation der Stabsabteilung Wirtschaftspolitik

Im globalen Wettbewerb ist Innovation der entscheidende Erfolgsfaktor. Die Innovationsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die Grundlage dafür, um Wohlstand für bestehende und künftige Generationen zu schaffen. Denn Innovationen ermöglichen Produktivitätsfortschritte als unverzichtbare Basis für die Steigerung von Löhnen und Gehältern, die wiederum breiten Wohlstand, gesellschaftliche Stabilität und sozialen Frieden gewährleisten.

Um den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, sind in den nächsten Jahren weitere Anstrengungen in der Innovationspolitik notwendig, die folgende Themenfelder adressieren müssen: 

Die folgenden Ausführungen bieten eine Zusammenfassung und die Meinungen der Expertenbeiträge der 4. Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter 2018 zum Thema „Innovation“.


Innovation als Antwort auf die Herausforderung der Zukunft nutzen

Start-Ups, die sich mit KI beschäftigen:

USA   2.600
EU      1.900
AT            40

Das Zusammenwirken von Automatisierung, Künstlicher Intelligenz, datengestützter Wissenschaft und dem Internet der Dinge erhöht nicht nur unsere Wachs­tumschancen, sondern verändert vor allem die Logik des Wirtschaftens ganzer Branchen und Märkte sowie von Unternehmen massiv. Innovative digitale Geschäftsmodelle fordern und fördern die Innovationskraft von Unternehmen und Standorten. Der Vergleich zeigt: Unternehmen, die auf digitalen Plattformen basieren, wachsen schneller wie andere. Sieben der elf am höchsten bewerteten Unternehmen der Welt arbeiten mit einem digitalen Geschäftsmodell, das auf unterschiedlichen Arten von Online-Plattformen basiert, davon acht Unternehmen aus USA und zwei aus China.

Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst längst unser Leben, ohne dass es Vielen bewusst ist. Smartphones, die mit uns sprechen, Armbanduhren, die unsere Gesundheitsdaten aufzeichnen, Arbeitsabläufe, die sich automatisch organisieren, Autos, Flugzeuge und Drohnen, die sich selbst steuern, Verkehrs- und Energie­systeme mit autonomer Logistik und Roboter, die ferne Planeten erkunden, sind technische Beispiele einer vernetzten Welt intelligenter Systeme. Sie zeigen uns, wie unser Alltag von KI-Funktionen bestimmt ist. 

Die auf Innovation basierte wirtschaftliche Entwicklung zeigt auch, dass Innovation kein Jobvernichter, sondern vielmehr Garant für wirtschaftliche und gesellschaftli­che Prosperität ist. Offensichtlich wird das z.B. beim Thema „Industrielle Biotechnologie“. Ihr wird das Potenzial zugemessen, energie- und ressourcen­effiziente industrielle Produktionsprozesse bereitzustellen, mit denen Biomasse umfassend als regenerativer industrieller Rohstoff erschlossen werden kann. Dadurch sollen langfristig fossile Rohstoffe substituiert und Beiträge zum Klima- und Umweltschutz geleistet werden, eine win-win-win-Situation, von der die gesamte Gesellschaft profitiert.


Effizienzpotenziale in der österreichischen Innovationspolitik heben

Ein Blick auf die österreichische Innovationspolitik zeigt, dass sich unser Land in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den Bereichen Forschung, Technologieentwicklung und Innovation (FTI) zwar sehr dynamisch entwickelt hat und die österreichische Forschungsquote mittlerweile eine der höchsten im Ländervergleich ist, gleichzeitig aber nur ein vergleichsweise moderater Output generiert wird. Im der-zeit bestehenden System gelingt es offenbar nicht, die hohen F&E-Ausgaben in eine dem fortgeschrittenen Wissenschafts- und Innovationsniveau Österreichs angemessene Performance umzuwandeln. Die wesentlichsten Ansatzpunkte zur Verbesserung der Innovations-Performance sind das Bildungssystem, Hochschule und Grundlagenforschung, innovative Unternehmensgründungen sowie die F&E-Finanzierung und Forschungsförderung.

So ist beispielsweise der Anteil der gemeinsamen Veröffentlichungen von Wissenschaft und Wirtschaft in Österreich erwartungsgemäß stärker von ausländischen Unternehmen getrieben als von inländischen Unternehmen. Auch die - gemessen in Zitierungen von Veröffentlichungen – Qualitätsindikatoren der wissenschaftlichen Performance stagnieren und hinken noch leicht hinter den Werten einiger Vergleichsländer her. Dies liegt auch daran, dass andere Länder – allen voran die asiatischen Länder wie China, Südkorea oder auch Japan – ihre Wissenschafts- und Forschungsaktivitäten stark ausgeweitet haben.

Österreich gehört gemäß dem neuesten „European Innovation Scoreboard“ (European Commission, 2018) nicht zur Gruppe der „Innovation Leader“. Dies obwohl Unternehmen durchaus in der Lage sind, ihre Innovationsstrategien dem Wandel der Zeit anzupassen, wie eine empirische Studie zeigt. Dies gilt insbesondere für innovationsstarke Unternehmen. Angesichts des mittlerweile erreichten Wohlstandsniveaus und des steten Aufholens der ausländischen Konkurrenz muss auch der Staat seine Innovationspolitik an den Wandel der Zeit anpassen. Nur dann wird es gelingen, zur Gruppe der Innovation Leader aufzurücken.


Innovationspolitik im Wettbewerb mit Asien und USA ausrichten

Anteil der Unicorns 2014 - heute:

China:              13,9% -  35,0%
USA/CAN:       61,1% -  41,3%
Österreich:          0%  -    0%

Zwischen 2000 und 2016 stiegen die F&E-Ausgaben in China von knapp 0,9 auf gut 2,1 % des BIP. In demselben Zeitraum wuchsen sie in Taiwan von rund 1,9 auf 3,2 %, in Südkorea noch deutlicher von 2,1 auf 4,2 % und in Malaysia von etwa 0,5 auf rund 1,3 % des BIP. Zum Vergleich: In den OECD-Ländern blieb der Anteil der Aufwendungen für F&E am BIP im Schnitt ziemlich konstant. Im Jahr 2000 lag er bei 2 %, 16 Jahre später bei rund 2,3 %. Auch im EU-Durchschnitt bewegte sich nicht allzu viel: Die F&E-Intensität stieg von 2000 bis 2016 von rund 1,75 auf knapp 2,1 % des durchschnittlichen BIP in der EU.

Diese Dynamik bei den F&E-Ausgaben spiegelt sich auch in der Unternehmenslandschaft wider. Während in China der Anteil an „Unicorns“ im Jahr 2014 noch 13,9 % betrug, liegt er heute bei rund 35 %. Gleichzeitig schrumpfte der Anteil nordamerikanischer „Unicorns“ von 61,1 auf 41,3 %. Allein diese Zahlen zeigen auf eindrucksvolle Weise, von welcher Dynamik Innovation in China getrieben ist. Diese Dynamik beschränkt sich dabei nicht nur auf China alleine, sondern erstreckt sich quer über den gesamten asiatischen Kontinent.


Innovation breit denken – Innovationspolitik breit aufstellen

Im Global Open Data Index erreicht Österreich 2016 lediglich einen Score von 49 % und liegt damit auf Platz 28 von 95 Ländern.

Forschung und Entwicklung ist eine wichtige Grundlage für Innovation. Aber es ist nicht die einzige Wissensquelle, die Unternehmen im Innovationsprozess verwenden. Die Resultate der Innovationserhebung 2016 (CIS 2016) für Österreich verdeutlichen, dass eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen, ohne F&E zu betreiben, ebenfalls Innovationen erfolgreich einführen. Ergebnisse auf Basis deutscher Daten identifizieren eine große Bandbreite von Innovationsmustern, die trotz fehlender F&E das ganze Spektrum von Hightech bis Lowtech abbilden. Angesichts aktueller technologischer und gesellschaftlicher Zukunftstrends wäre die Politik gut beraten, den Innovationsbegriff breiter zu definieren und die Innovationspolitik auf Basis dieses Begriffs dementsprechend neu auszurichten.

Eine - auf einen breiteren Innovationsbegriff aufbauende – Innovationspolitik unterstützt auch unternehmerische Lösungen bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen, die auf globaler Ebene mit den Sustainable Development Goals beschrieben werden. Nur wenn Innovation breiter und wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovation zusammen gedacht und gebracht werden, kann dieses Potential der gesellschaftlichen Herausforderungen mit innovativen unternehmerischen Lösungen bewältigt werden. Familienunternehmen spielen dabei seit jeher eine besonders zentrale, aber bis dato weitgehend unterschätzte Rolle.

Vor fünfzehn Jahren prägte Henry Chesbrough den Begriff „Open Innovation“, um den Prozess des Wissensflusses über weitverzweigte Innovationsquellen für die Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu beschreiben. Innovative Organisationen entscheiden heute nicht mehr, ob sie offene oder geschlossene Innovationsprozesse initiieren, sondern vielmehr wie sie ihre offenen und kollaborativen Prozesse optimal gestalten können. Dies wiederum ist abhängig von relevanten Rahmenbedingungen auf Individual-, Gruppen-, Organisations- und Ökosystemebene.


Innovation zulassen und innovative Freiräumen schaffen

Ease of Doing Business 2018
(World Bank-Ranking in Hinblick auf Regulierungsausmaß)

Singapur           2
Hongkong         5
Österreich       22

Die Wirtschaft ist der Innovations-Turbo unseres Landes. 2/3 der Forschungsausgaben in Höhe von jährlich rund 10 Mrd. Euro stammen aus der Wirtschaft. Daher wird die Wirtschaftskammer in naher Zukunft eine Innovationsstrategie für Österreich präsentieren und dabei die Bedürfnisse und Anliegen der innovationsorientierten Unternehmen ansprechen und für deren Umsetzung eintreten.

Diese WKÖ-Innovationsoffensive wird den Masterplan der Bundesregierung – eine nationale FTI-Strategie – fundiert unterstützen. Österreich soll zum Innovation Leader für eine hochmoderne Wirtschaft, einen leistungsfähigen Innovationsstandort und eine zukunftsoffene Gesellschaft werden.


Fazit

Innovation zulassen und innovative Freiräumen schaffen "Innovation“ ist der Ursprung aller Formen der Weiterentwicklung und Garant für Lebensqualität und Wohlstand. Ohne Innovation ist wirt-schaftlicher und gesellschaftlicher Fortschritt nicht möglich. Aufgrund dieser enormen Be-deutung von „Innovation“ für die Wirtschaftsentwicklung und den Wohlstand beschäftigt sich die Wirtschaftskammer Österreich in der 4. Ausgabe 2018 der Wirtschaftspolitischen Blätter ausführlicher mit diesem Themengebiet.


Mehr Informationen zu dieser Ausgabe der Wirtschaftspolitischen Blätter finden sie auf der Homepage der Wirtschaftspolitischen Blätter.

Die Wirtschaftspolitischen Blätter werden in Kooperation mit dem MANZ-Verlag vertrieben und können dort käuflich erworben werden.
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