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Energie- und Ressourceneffizienz in Krisenzeiten

Die GS Altotec GmbH in Koppl ist spezialisiert auf Aluminiumsysteme und hat bewusst immer ein Auge auf Umwelt- und Klimaschutz – trotz Herstellung kritischer Produkte, trotz Preisdruck. Geschäftsführer Johann Itzlinger spricht im Interview über gelebten Umweltschutz, richtiges Timing bei Investitionen und warum gerade in Krisenzeiten Energie- und Ressourceneffizienz eine erhebliche Rolle spielen.

Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der GS Altotec in Koppl.
© uss/Veigl Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der GS Altotec in Koppl.

Die momentane Zeit ist eine große Herausforderung für viele Unternehmen – auch wirtschaftlich. Für die GS Altotec als Familienunternehmen spielen nachhaltiges Handeln und ­Qualität, aber auch Fortschritt und Innovation eine große Rolle. Warum ist es für Sie gerade jetzt wichtig, energie- und ressourceneffizient zu ­produzieren?

Energie- und Ressourceneffizienz sollte auch in Krisenzeiten nicht aus den Augen verloren werden. Schon die Analysen der Möglichkeiten sind vielfach mit Einsparpotenzial verbunden. Die Umsetzung sichert dem Betrieb, am aktuellen Stand zu bleiben, und schafft bzw. sichert Arbeitsplätze.

Sonnenstrom spielt für Ihr Produktionsunternehmen eine wichtige Rolle – gut sichtbar bedecken 4.000 m² Photovoltaik-Paneele das Dach in Koppl. Welche ­weiteren energieeffizienten Maßnahmen verstecken sich sonst noch in Ihrem Betrieb?

Wir versuchen laufend, alle Prozesse im Auge zu behalten. Vor allem in die LED-Lichttechnik wird immer wieder investiert. Aber hier vor allem mit einem Auge auf die Nachhaltigkeit. Wenn man etwas austauscht, bedeutet das meist auch, dass etwas weggeworfen wird. Und das sollte man sich genau anschauen, wann hier der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um Produktlebensdauer und Einsparungspotenzial in Relation zu setzen.

Energie, Rohstoff- und Treibstoffkosten eines Unter­nehmens betragen durchschnittlich 60% der Betriebskosten. Für eine nachhaltige Ressourcen- und Kostenreduktion unterstützt umwelt

 service salzburg derzeit alle Salzburger Unternehmen mit einer besonderen Förderaktion. GS Altotec ist auch hier aktiv mit dabei. Verraten Sie, was Sie vorhaben?

Vor einiger Zeit haben wir uns beispielsweise eingehend mit Materialeinsparung beschäftigt. Aus wirtschaftlicher Sicht für uns ein komplexes, aber unumgängliches Thema. Rohstoffschonend zu produzieren ist nicht immer einfach. Oft ist es auf den ersten Blick günstiger, eine zerkratzte Stange neu herstellen zu lassen, als zu prüfen, ob es sich lohnt, diese abzuschleifen. Auch bei uns ist das Sprichwort „Zeit ist Geld“ nicht unbekannt. Aluminiumschrott ist nach wie vor sehr gefragt. Dennoch versuchen wir, unsere Materialwirtschaft dauerhaft zu optimieren und unsere Mitarbeiter dahingehend zu schulen.
Jetzt nutzen wir diese Förderaktion gerne für einen „Energiecheck für Produktionsbetriebe“. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der geeigneten Beratung wieder Schwachstellen aufdecken können, neueste Techniken kennenlernen und Möglichkeiten abwägen.

Seit einigen Jahren ist die GS Altotec ein Salzburg-2050-Partner und hat sich damit zu aktivem Klima- und Umweltschutz bekannt. Für ein Unternehmen, das ­Aluminium verarbeitet, ist das eher ungewöhnlich. Warum haben Sie sich dennoch dazu entschlossen?
Gerade wenn man ein Produkt verarbeitet, das in seiner Herstellung kritisch zu sehen ist, ist es wichtig, Klima- und Umweltschutz im Auge zu behalten. Und selbstverständlich wollen wir in dem Land, in dem wir leben, auch unseren „Fußabdruck“ klein halten. Die Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg war uns in dieser Sache ganz wichtig – es profitieren alle Seiten davon.

Johann Itzlinger ist Experte für Energie- und Ressourceneffizienz.
© Isabel Birnstingl Johann Itzlinger ist Experte für Energie- und Ressourceneffizienz.