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Geniale Unternehmenskultur mit Holz

Meiberger Holzbau hat seinen 1959 gegründeten Firmensitz in Lofer und feiert damit heuer sein
60-Jahre-Firmenjubiläum. Holzbaumeister Walter Meiberger führt gemeinsam mit seiner Frau Renate das Familienunternehmen, das 45 Mitarbeiter beschäftigt. 

Die sind allesamt Teamplayer: „Freude an dem haben, was man tut“, lautet das Firmencredo. Der Respekt vor- und das Vertrauen untereinander, der Glaube an die Zukunft und Bodenständigkeit sind wesentliche Faktoren für den Erfolg des Unternehmens. 
Den gebürtigen Lungauer Wolfgang Aigner, Diplomingenieur für Holztechnik und Holzwirtschaft und bei Meiberger Holzbau zuständig für Marketing und Verkauf, hat WorkVision-Experte Chris Holzer zum Interview gebeten: Prägt der Bezug zum „warmen“ Werkstoff Holz die Menschen im Unternehmen und was ist das Geheimnis der langjährigen Mitarbeiterbindung?

„Niemanden im Regen ­stehen lassen, auch wenn es blitzt und donnert.“ Ist das das Geheimnis für lang­jährige große Leistungsbereitschaft im Unternehmen?

Miteinander auf Augenhöhe kommunizieren und der hohe Respekt untereinander sind sicher ganz wesentliche Faktoren. Jeder hat seinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich und jeder ist ein Player im Team und damit ein Glied unserer Erfolgskette. Und die Stärke von Familienunternehmen sind deren kurze Entscheidungswege und die Möglichkeiten, schnell Entscheidungen zu treffen. Das ist in einem sich ständig ändernden Markt von ganz essenzieller Bedeutung.

Unternehmenskultur lebt von sozialer Nachhaltigkeit. Der Begriff Nachhaltigkeit kommt allerdings aus der Forstwirtschaft?

Schon sehr früh wurde in der Forstwirtschaft der Nachhaltigkeitsbegriff definiert. Er bringt zum Ausdruck, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch nachfolgende Aufforstung wieder nachwachsen kann. Ein nicht endender Kreislauf wird in Gang gesetzt. Man nimmt und gibt retour, damit die Ressourcen über Generationen hinweg gesichert werden. Das berücksichtigt auch die Langsamkeit des Nachwachsens und sollte uns, vor allem in der heutigen Zeit, ein Beispiel auch für viele andere Lebensbereiche sein.

Bauen ist ein komplexer Vorgang. Wie weitreichend sind die Verantwortungsbereiche Einzelner im Unternehmen?

Jeder hat seinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich. Mit der Aufgabe und Verantwortung steigt die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen. Ohne klare Aufgaben wären unsere komplexen und ganz individuellen Bauaufgaben auch nicht machbar. Bei wöchentlichen Baubesprechungen und Abstimmungsgesprächen der Technikabteilung, Mitarbeiterversammlungen oder auch dem einen oder anderen unkomplizierten Beieinandersein werden Ideen ausgetauscht, Prozesse optimiert, Verbesserungsvorschläge ernst genommen. Wir realisieren Holzbauten unterschiedlichster Natur, vom Holzzaun bis hin zu großen mehrgeschoßigen Wohnbauten oder auch gewerblichen Objekten in Österreich und vielen anderen Ländern Europas. Der Chef könnte und möchte nicht allen 45 Leuten auf die Finger schauen. Er hat den Überblick und auch den Einblick in tiefere Zusammenhänge und alle Mitarbeiter genießen einen sehr großen Vertrauensvorschuss. So werden beispielsweise auch große Projekte auf breiter Basis diskutiert und besprochen.




Was überzeugt Menschen, mit Holz zu bauen?

Holzbau ist kein Nischenprodukt mehr. Binnen 20 Jahren ist der Holzbauanteil im Bundesland Salzburg von 5% auf mehr als 30% gestiegen. Die Kunden sehen Holzbau nicht mehr als Alternative, sondern er steht auf der Wunschliste ganz oben. Holz hat seinen Preis und ist, auf Dauer gesehen, günstig. Leider sind die Vergleiche mit anderen Bauweisen oft sehr kurzfristig gedacht. Aber spätestens dann, wenn man in Lebenszykluskosten denkt und auch die Betriebskosten berücksichtigt, werden wir sogar günstiger sein als die anderen. Dazu bekommt man, qualitativ hochwertig gebaut vorausgesetzt, höchste Behaglichkeit.

Meiberger Holzbau
© WKS/Voglperspektive.at

Prägt die Sympathie für den Werkstoff auch den wertschätzenden Umgang miteinander?

Die Leute, die mit Holz arbeiten, sind aus einem besonderen Holz geschnitzt. Holz ist den Menschen sehr nahe: Holz riecht, es atmet, es arbeitet und jedes Holz hat, so wie auch wir Menschen, seine ganz speziellen Eigenheiten. Viele unserer Mitarbeiter kommen aus einem Elternhaus mit Land- und Forstwirtschaft oder haben landwirtschaftliche Schulen besucht. Das prägt die Einstellung zur Arbeit, die durch den Roh- und Baustoff gegebene Naturverbundenheit, den Hang zum „Anpacken“ und die Liebe zum Handwerk. Wir schätzen das sehr.

Was tut Ihr Unternehmen für langfristige Mitarbeiterbindung?

Wir verfolgen eine Lehrlingspolitik, die es uns erlaubt, allen Lehrlingen, eine positive Entwicklung vorausgesetzt, einen langfristigen Arbeitsplatz zu bieten. Traditionell gibt es bei uns jährlich ein Grillfest vor dem Sommerurlaub, zu Weihnachten laden wir Mitarbeiter und ihre Partner zur Weihnachtsfeier. Immer wieder einmal gibt es Firmen- oder Skiausflüge, wir gratulieren zu Hochzeiten, wir freuen uns, wenn unsere Mitarbeiter Nachwuchs bekommen, wir ehren langjährige Firmenzugehörigkeiten und unsere Mitarbeiter können auch immer wieder Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen.

Wie schafft man es, bei langjährigen Mitarbeitern den Innovationswillen aufrechtzuerhalten?

Unsere Individualität beim Bauen macht jedes Projekt zu einer neuen Herausforderung. Permanente Innovationen im Bereich der Digitalisierung, den Werkstoffen, der Befestigungstechnologie oder der Oberflächenbehandlung kombiniert mit unserem Anspruch, immer Topqualität zu liefern, verlangen quasi den Innovationswillen permanent aufrechtzuerhalten. Aber trotz Digitalisierung und Technisierung bleibt das Bauen ein beratungsintensives Gewerbe. Da braucht es den Menschen, der mit großem Wissen und viel Einfühlungsvermögen die Kunden versteht und ihr Vertrauen gewinnt.