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Programm 2009

Cable Days - Konferenz für Kabel-TV und Breitband
Stand:

Zusammenfassung der Panels und Vorträge:

Content als Treiber für neue Dienste

Laut MORAWETZ gebe es immer mehr Verwertungsketten. So werde man mehr Menschen begeistern können und die Einnahmen steigen. Wichtig sei die Qualität der Übertragungen, weil das für das Medienerlebnis wichtig ist. Und man müsse mit dem Angebot die ganze Familie ansprechen.

WINDTNER betonte, dass das Fernsehen für Fußball der maßgebende Verbreitungsweg sei. So generiere beispielsweise Manchester United fast ein Drittel der Einnahmen aus TV-Rechten. Der ÖFB wolle eine höchstmögliche Reichweite erzielen und deshalb im Free-TV präsent sein. Die internationalen TV-Rechte wurden ausgeschrieben und Puls 4 hat den Zuschlag für die Euro League bekommen. Fast 400.000 Zuseher zeigen in diesem Zusammenhang, wie hoch das Potential ist. Der ÖFB habe großes Interesse an einer Zusammenarbeit mir privaten Anbietern. Es gebe Beispiele für Rechteerwerb von lokalen und regionalen Anbietern, die sich an den ÖFB gewandt haben. Der ÖFB werde maßgeschneiderte Angebote für regionale Anbieter machen. Die Kabelnetzbetreiber brauchen nicht selbst mit den Vereinen zu verhandeln, Ansprechpartner werden die Verbände mit den jeweiligen Landespräsidien sein.

HAFENSCHER stellte das Red Bull Media House mit seinen 250 Mitarbeitern vor. Red Bull wolle sich "von der Dose" weiterentwickeln, weil die Marke Red Bull weit über das Getränk hinausgewachsen sei. Das Potential der Lifestyleaspekte der Marke wolle man fortbilden. Die TV-Medienkompetenz sei mit den Dokumentationen der hauseigenen Events gewachsen, die hochwertig abgebildet und weiterverbreitet werden. Für Kabelnetzbetreiber werden auch nicht-lineare Inhalte für eigene Dienste angeboten.

NOWAK betonte, dass es wesentlich sei, was die Leute interessiert. Und das wiederum sei durch den öffentlich-rechtlichen Auftrag vorgegeben. Seit Abschluss des ORF-Verfahrens (Beihilfeverfahren der Europäischen Kommission) sei klar, dass alle ORF-Produktionen in der geplanten kostenlosen TV-Thek enthalten sein dürfen. Kaufserien werden nicht enthalten sein, weil dies die Kommission untersagt habe. Allerdings werde man alle Fußballspiele, die im Fernsehen übertragen werden, als Livestream anbieten und so das TV-Angebot ergänzen. Ski-Weltcupläufe im Ausland werden ebenfalls in der TV-Thek zu sehen sein. Infosendungen könne man auch im Internet nicht gegen Geld anbieten, weil es dafür keinen Markt gebe. Bei co-produzierten Unterhaltungssendungen habe man nicht die Rechte für eine Veröffentlichung in der TV-Thek. Generell gelte, dass der ORF den Content nur 7 Tage lang anbieten darf, Premiumcontent (Sport) sogar nur 24 Stunden. Elemente von zeit- und kulturhistorischer Bedeutung dürften unbegrenzt drin bleiben.

Auf der Plattform aufbauend wolle der ORF Geschäftsmodelle mit individuellen Angeboten für Kabelnetzbetreiber anbieten. Es gelte, individuelle Lösungen für die Kabelnetzbetreiber zu finden, denn es mache für den Kabelnetzbetreiber keinen Sinn, eigene Contentmischungen herzustellen. Der ORF sei bereit, den Content herzugeben, aber nicht in einer neutralen Verpackung - der ORF wolle als Absender erkennbar bleiben. Die Marke ORF müsse schon deshalb erhalten bleiben, weil der Content selbst finanziert werden muss. Es dürfe nicht der falsche Eindruck erweckt werden, Contentproduktionen seien ohne Geldleistungen verfügbar. Diese Gefahr bestünde bei Nichterkennbarkeit des Herstellers. NOWAK appellierte an die Veranstalter von Events, leichter und günstiger Rechte zu vergeben. Vor allem Kulturveranstalter stellten in diesem Zusammenhang hohe Forderungen.

MITTERLECHNER sagte, Reichweite sei nicht das wichtigste Thema für Pay-TV-Anbieter. Auf dem Fernsehmarkt sei die Tendenz  weg von der Reichweite hin zu Pay-Inhalten feststellbar. Treiber sei die Technik, die es ermögliche, den Content in allen möglichen Situationen und Formaten erlebbar zu machen. Für die Kabelnetzbetreiber werde es in Zukunft in Richtung HD gehen und dafür habe das Kabel die Weichen richtig gestellt, gerade im Hinblick auf die Konkurrenz durch IP-TV. Dennoch bleibe die technische Limitierung durch die Set-Top-Boxen.

In den nächsten Jahren sei die Herausforderung, die große Auswahl an Programmen erlebbar zu machen, z. B. durch EPGs. Die Homogenisierung der Infrastruktur sei wichtig, d.h. der Kunde sollte nur eine Box zu Hause stehen haben bzw. sollten Receiver und Festplatten in den Fernsehapparat integriert werden. Rechtepakete für Kabelnetzbetreiber anzubieten sei bei freiem Content kein Problem, werde aber da schwierig, wo starke Rechteinhaber wie Disney im Spiel sind. Es komme darauf an, die Netze so auszubauen, dass Premiuminhalte transportiert werden können.

HERMES betonte, dass man die nach wie vor hohe Attraktivität von TV an den Absatzzahlen von Flachbildschirmen sehe. In Deutschland werden heuer bis Ende des Jahres über 7,1 Mio. HD-fähige Endgeräte abgesetzt sein. Noch werden die Inhalte im Fernsehen und im Internet getrennt wahrgenommen. In Zukunft werde es - mittels Techniken, mit denen der Kunde beide Welten nutzen kann, ohne die technische Infrastruktur wechseln zu müssen - zu einer Verlinkung von linearer und nicht-linearer Welt kommen 

Die Infrastruktur als Zugang zur digitalen Welt müsse einfach sein und dürfe für den Kunden keine Fragen aufwerfen. Eine Technik sei HBB, das Breitband- und Broadcastwelten in einer hybriden Form vereint. Jeder Sender bestehe auf die Erkennbarkeit und Erhaltung seiner Marke. Die Stärke der Kabelnetze sei außerdem, dass Content verfügbar sei, der über Satellit gar nicht angeboten werden könne. Hybride Formen aus Kabelnetz und Internet böten hier große Chancen. Zur Frage der Zukunft frei empfangbarer Programme merkte er an, dass es im Fernsehen immer zwei Welten geben werde, nämlich frei empfangbare Programme und Premiuminhalte gegen Bezahlung.

Keynote: Medienkonsum 20XX - eine Weltreise multimedialer Art

HOLZER berichtete über seinen Medienkonsum, der am Morgen mit den Ö1-Nachrichten als einzigem linear genutztem Inhalt beginnt. Es folgen Twitter und verschiedene Podcastangebote, aber kein Radio mehr und kein Fernsehen. Serien werden von ihm über Apple-TV konsumiert. Er sehe daher auch keine Werbung mehr, weil er die im Internet mittels eines Programms ausblende. Der Werbewirtschaft empfahl er, in Nischen zu gehen, think small. Er wisse, dass dies aufwändig und teuer sei. Professionelle Inhalte werden wichtig bleiben, aber es gebe zunehmend private Konkurrenz vor allem für Journalisten.

Für die Geschäftsmodelle bedeute das nach seiner Meinung, dass sich das Rundfunkangebot zu Subscriberformen entwickeln werde. Den klassischen Abonnenten der Tagezeitungen werde es nicht mehr geben, sondern die User werden sich die Inhalte zusammenabonnieren. So könne es in Zukunft die Überschriften per RSS kostenlos geben und erst das Aufrufen des Inhalts löse eine Bezahlung aus. Die heutige Bewertung des Werbewertes einer Website über die Zahl der Seitenaufrufe hält er für den Versuch, der nicht auf das Medium passt und altes Denken sei.

Das meiste Geld für den Bezug von Content bekomme Apple von ihm. So lobte er Apple-TV als System mit einem ausreichend flexiblen Digital Rights Management, das ihm mittels Jahresabo schnell aktuelle Inhalte zur Verfügung stellt.

HOLZER beziehe alles außer das Ö1-Morgenjournal über IP-Dienste. Deshalb ist ihm die Netzneutralität sehr wichtig, die ein entscheidendes Regulativ gegen die Macht von Google und Co sei. Bei der Vergabe der Digitalen Dividende sprach er sich aus, diese nicht zu überstürzen, denn es stünden noch andere Techniken im Raum, die weiterentwickelt werden könnten.

Kabelgipfel: Anforderungen an die Netze der Zukunft

ZUMOBERHAUS gab einen Überblick über den schweizerischen Kabelmarkt. Von den 3,2 Millionen Haushalten in der Schweiz seien 75% mit Breitband versorgt, davon 29% per Kabel (=730.000). Mobiles Breitband sei dort ganz sicher keine Konkurrenz zum kabelgebundenen, weil es zu teuer sei. 1,145 Mio. Haushalte empfangen digitales Fernsehen, davon ca. 600.000 über Kabel-TV. Die Telekomunternehmen haben in der Schweiz mit den Kabelnetzbetreibern technisch nachgezogen. Die Swisscom versuche, Fernsehkunden von den Kabelnetzbetreibern abzuwerben, indem sie exklusiven Content anbietet, z.B. Fußball und Eishockey. Damit schaffe man einen Monopolbereich, mit dem zwangsweise die Konkurrenten vernichtet werden. Um Konkurrenz zu schaffen, gebe es in der Schweiz das 4-Fasermodell: Swisscom verlegt vier Kabel in einen Hauseintrittspunkt, wovon sie nur eines nutzt. Alternative dazu sei das Open Access-Modell, bei dem es nur eine Faser gibt und darüber Transport für andere angeboten werden muss.

TAGA betonte, dass die Netze für die zukünftigen Bedürfnisse nicht ausreichend seien. Bis 50 MBit werden aus seiner Sicht benötigt. Gerade junge Leute nutzten TV-Inhalte über IP-Netze und webasierte Plattformen. Die Netznutzung werde in den USA mit 240 GByte im Monat für einen Haushalt erwartet. Das Setzen der Rahmenbedingungen sei eine politische Funktion: In Österreich strebe man bis 2013  Verbindungen mit 20 MBit in der Stadt und 2 auf dem Land an. In Deutschland seien die Kennzahlen deutlich ambitionierter mit 2014 50 Mbit für 50% der Haushalte, 2018 100%. Ohne Glasfaser werde das nicht gehen. LTE stünde im Durchschnitt höchstens mit 40 bis 50 MBit geteilt für mehrere User zur Verfügung. Es blieben also 6 bis 8 MBit pro Nutzer, d.h. man komme selbst damit nicht auf die 25 MBit.

AMETSREITER sagte, der Bandbreitenbedarf sei weiter enorm steigend und erlebe jährlich eine Verdoppelung des Datenvolumens, d.h. unsere heutige Infrastruktur werde für die nächsten 5 - 10 Jahre nicht reichen. Die Entwicklung gehe hin zu einem connected home, einer Verschmelzung der Anforderungen - der Kunde entscheide dabei, was er möchte und erwarte von der Telekom Austria, dass sie ihm diese Bandbreiten liefere. Kooperationen halte er für sinnvoll, weil es Unwirksamkeiten zu vermeiden gilt. Die Telekom Austria investiere 1,5 Mrd. Euro in den nächsten Jahren in den Mobil- und Festnetzausbau, um White Spots zu versorgen vor allem mobil in Ballungsräumen. Der Weg müsse konvergent geplant werden und die verschiedenen Techniken müsse man dort einsetzen, wo sie jeweils wirtschaftlich sinnvoll sind. Der Sprung in die Wissensgesellschaft erfordere eine sehr gute Infrastruktur. Um diese auszubauen sei ein gewisser Investitionsschutz wichtig.

HINTZE unterstrich, dass das Potential der Kabelnetze enorm sei. Allerdings seien in Österreich, anders als in der Schweiz oder den Niederlanden, Kabelnetze nur in 40% der Haushalte verfügbar, die Telekom Austria also in 60% der Fälle allein auf dem Markt, weshalb er sich Sorgen um den Wettbewerb mache. Im Vergleich zum Unternehmensumsatz investiere UPC deutlich mehr als die Telekom Austria. Die Telekom Austria investiere als jemand, der spät begonnen hat und nun aufholen möchte. Investitionsbedarf gebe es aber nur dort, wo keine Kabelnetze sind. Die Kunden seien mit den Angeboten der Kabelnetzbetreiber hochzufrieden. Exklusive Inhalte für Netze wie bei der Swisscom halte er für sinnlos, weil die Contentanbieter darauf achten müssten, in allen Netzen vertreten zu sein. Das was die Swisscom macht, funktioniere aus seiner Sicht nicht.

Nach SERENTSCHY gebe es keine Regulierungsferien. Er gehe davon aus, dass es nicht drei oder vier parallele Breitbandnetze geben werde und stelle sich daher die Frage, welche Kooperationsmodelle es geben werde, die sich zwischen zwei Polen bewegen: Bildung eines Kartells mit entsprechender negativer Marktauswirkung auf der einen Seite, Ausbau von wirtschaftlich unsinnigen Redundanzen auf der anderen Seite. Die Förderung des Wettbewerbs sei das handlungsleitende Motiv der Regulierungsbehörde.

Die Entbündelung als physische Entbündelung werde zurückgehen, aber die virtuelle Entbündelung werde umso wichtiger werden, d.h. der Kunde hat verschiedene Angebote, die auf einer physischen Plattform laufen. Das Open Access-Modell sei ein Idealfall, wo man nur eine Infrastruktur brauche, auf der sich viele Nutzer bewegen. Er nannte Kooperationen zwischen Kabelnetzbetreibern und Energieversorgern auf Level 2-Ebene, was zu einem Ausbau in ländlichen Gebieten führt. Wegen der Wholesale-Verpflichtung werde es mehrere konkurrierende Angebote über diese eine Infrastruktur geben.

SERENTSCHY kritisierte, dass es in Österreich an einer politischen Vision für das Thema IKT fehle. Die Politik vermittle nicht, wozu man die größeren Bandbreiten braucht. Als Vertreter der Regulierungsbehörde könne er kein Unternehmen zum Ausbau zwingen, sondern nur die Rahmenbedingungen schaffen, damit ein Ausbau attraktiv wird. Die RTR-GmbH setze auf Wettbewerb, denn der werde auch den Ausbau der Infrastruktur in ländlichen Regionen führen. Die Breitbandversorgung gehöre nicht in den Universaldienst; wichtiger sei, auf die Wettbewerbsbedingungen zu achten. Schließlich verwies er auf die Fördermittel des ELER-Fonds, wobei es noch an der verpflichtenden nationalen Co-Finanzierungszusage fehle.

Technologiegipfel: Digitale Dividende, Rund- oder Mobilfunk: Wer macht das Rennen um die Frequenzen?

STEINMAURER unterstrich, dass die Digitale Dividende ideal für den Netzausbau in den ländlichen Regionen sei. Der Ausbau ließe sich damit schnell und relativ günstig voranbringen. Die Frequenzen könnten etwa zehnmal effektiver eingesetzt werden als die 2,6 GHz-Frequenzen, weil die Ausbreitungseigenschaften entsprechend günstiger seien. Technisch stünden zwar alternative Ausbaumöglichkeiten zur Verfügung, die seien jedoch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Er verweist auf den Entwurf einer Empfehlung der Europäischen Kommission, die die Vergabe an den Mobilfunk fordert. Er sehe die Mobilfunkunternehmen nicht in Konkurrenz zu den Kabelnetzbetreibern, sondern die Tatsache, dass beide Breitbanddienste anbieten, als Ausdruck von Konvergenz. Eine politische Entscheidung über die Vergabe der Frequenzen sei schon jetzt nötig, weil die Branche Planungssicherheit für die Zukunft brauche. Gerade internationale Konzerne werden sich bei Investitionsentscheidungen für andere Mitgliedstaaten entscheiden, wo man zur Vergabe bereits klare Aussagen getroffen hat. Endgeräte, die dieses Spektrum nutzen können, werde es ab 2012 auf dem Markt geben. Zu den erwarteten Problemen beim Betrieb von Funkmikrofonen sagte er, dass diese auch entstünden, wenn der Rundfunk die Frequenzen verwendet. Zu alternativen Frequenzbereichen ergänzte STEINMAURER, dass Wimax uninteressant sei, denn je höher der Frequenzbereich, desto mehr Standorte brauche man, was die Verwendung wirtschaftlich uninteressant mache. Sicherlich werde man aber über Refarming und technische Alternativen nachdenken müssen, dies aber jetzt und nicht erst 2015.

Nach HAKL darf sich die politische Entscheidung nicht danach richten, welcher Marktteilnehmer mit welchen Geschäftsmodellen Erfolg haben wird. Die Frequenzen seien vielmehr Teil des Volksvermögens, das es zu verwalten gilt. Für eine Vergabe an die Mobilfunkunternehmen sprechen die guten Ausbreitungseigenschaften, d.h. man brauche relativ wenige Masten. Für eine Vergabe an den Rundfunk spreche die Entwicklung von HD-TV Angeboten. Entscheidend ist die Frage, was volkswirtschaftlich sinnvoller ist.

Für HAKL ist daher die Beantwortung der Frage entscheidend, wie man es schafft, Daten in entlegene Gebiete zu transportieren z. B. für e-Health-Anwendungen. Die Probleme mit Funkmikros könne man wie in Deutschland lösen, wo man die Einnahmen aus den Versteigerungen an den Mobilfunk dazu verwendet hat. Österreich brauche möglichst frühzeitig eine leistungsfähige Infrastruktur für viele andere Wirtschaftszweige, denn von der Digitalen Dividende profitierten zahlreiche andere Branchen, indem sie IP-Services nutzten. Die Alternative zur Vergabe an den Mobilfunk sei es, keine Versorgung im ländlichen Raum anzubieten. Demgegenüber stünden nur 7% an Haushalten, die ausschließlich terrestrisches Fernsehen empfangen.

HAKL bezweifelte weiters den Mehrwert aus Kundensicht bei einer Vergabe der Digitalen Dividende an den Rundfunk. Jüngere Generationen fänden Fernsehen schon nicht mehr so attraktiv wie das die älteren Jahrgänge noch tun. Es seien tatsächlich nur noch wenige, die über DVB-T Fernsehen empfangen. Außerdem wolle man dem Rundfunk ja nicht weniger Bandbreite zur Verfügung stellen. Durch bessere Ausnutzung könne man in weniger Bändern die gleiche Programmanzahl übertragen.

Auf den Einwand hin, ob es nicht eine Frequenzverschwendung sei, wenn die Nutzer Mobilfrequenzen für den Internetzugang überwiegend zu Hause, also an festen Standorten nutzen, wandte HAKL ein, dass es die Nutzer nicht interessiere, ob jemand meint, sie sollen sich an ein Kabel hängen und nicht über mobile Zugänge auch von zu Hause aus ins Netz gehen. Man könne niemandem vorhalten, wenn er an festen Standorten Mobilfunkverbindungen ins Internet nutze.

ENGELKE sagte, die Frage müsse zuerst sein, ob die Volkswirtschaft die Physik schlägt, mit anderen Worten, wer die Investitionen für eine bessere Abschirmung der Geräte zahlen soll. Die Kabel selbst seien heute schon ordentlich geschirmt, aber die Endgeräte seien das Problem. Vor allem die Siliziumtunerbausteine in TV-Geräten seien sehr empfindlich. Jedenfalls müsse man die Strahlungsleistung an den Mobilfunkmasten reduzieren. Außerdem gab er zu bedenken, dass wenn ein Funkmast ins Land gebaut wird, dieser dann per Leitung angebunden werde und man damit schon in den ländlichen Raum vordringe.

BAUER warf der Politik vor, sie schreite unbelastet von Vorkenntnissen in einen Bereich, ohne die Folgen absehen zu können. Auf der anderen Seite nehme man das Scheitern der digitalen Terrestrik als Anlass, zusammen mit Empfehlungen aus Brüssel voranzupreschen. Für das Fernsehen gebe es anders als für den Mobilfunk keine technischen Alternativen.

WAGENHOFER erläuterte, um welchen Frequenzbereich es sich handelt und empfahl, die von der RTR-GmbH in Auftrag gegebene Studie abzuwarten. Diese müsse auch Erhebungen zu den Folgen für den Bestand der Netze enthalten. Außerdem habe die terrestrische Verbreitung ihre Berechtigung in der Zweit- und Drittnutzung. Auch die Medienindustrie sei informierend tätig, nicht allein die Telekommunikation. Die ORS verstehe sich als Transporteure von Informationen und brauche einen Entwicklungsspielraum für die Weiterentwicklung der Terrestrik hin zu interaktiven Anwendungen. Wollte man das seitens der Politik nicht, hätte man sich gleich gegen die Terrestrik aussprechen können. Man müsse vor allem auch die Alternativen zur Digitalen Dividende für den Mobilfunk sehen, Stichworte Refarming und Wimax. Es gebe Alternativen, die der Rundfunk nicht hat. Er zeigte anhand einer Berechnung auf, dass die Wertschöpfungsfrage nicht so einseitig ausfällt wie das die Europäische Kommission Glauben machen möchte. Schließlich seien die errechneten 6 MBit durchschnittlicher Bandbreite schon 2015 kein Breitband mehr sein. Mobiles Internet in der Form sei nur eine Übergangstechnik und weshalb solle die Vergabe für eine Übergangslösung erfolgen.

Workshop für TV-Veranstalter „MUX A bis Z“ - Chancen durch Kooperationen für Lokal und Regional-TV in der digitalen Welt

Zum ersten Mal fand im Rahmen der Cable Days auch ein dezitierter Workshop über lokale und regionale TV Angebote statt. Tritscher weist in seiner Einleitung auf die großen Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung hin und erwähnt, dass Kooperationen und Allianzen zukunftsweisend für die Branche sind.

Zur Einleitung erklärt Hofrat DI Franz PRULL, Stv. Behördenleiter KommAustria, technische Aspekte, Status und Ausblick für MULTIPLEX in Österreich. Nach einer Übersicht über die Grundlagen des DVB-T, das Digitalisierungskonzept und die Zuteilung der Versorgungsgebiete erklärt Proll die technischen Parameter, wobei er auf die Wichtigkeit einer effizienten Nutzung der Frequenzen hinweist. Multiplexing und SFN (Single Frequency Network) sind daher Voraussetzung für ein zukunftsweisendes Konzept. Schließlich geht Prull auf die MUX-C Ausschreibung 2009 ein und erklärt, dass nicht zugeteilte Allotments und White Space mit einem maximalen geographischen Versorgungsgebiet von einem Bundesland zugeteilt werden.

Johannes MEHR, Geschäftsführer TV Bayern GmbH berichtet über Digital-TV in Deutschland. Muhr erläutert die Situation privater regionaler Sender in Bayern, wobei die aktuellen Probleme mit Digitalisierung und Finanzierung betont werden. Die Situation ist durch unterschiedliche Verbreitungswege (RTL-Fenster, Kabel, DVB-S und DVB-T) geprägt. Die Gesamtreichweite der Progamme liegt bei etwa 68%. Trotz öffentlicher Finanzierung und dem Faktum, dass in Bayern eine Must-Carry Bestimmung in Kabelnetzten besteht, ist die Finanzlage schwierig. Muhr schätzt dass nur 60% der Kosten am Markt aufgebracht werden können. Eine gemeinsame Dachmarke der bayrischen Sender und eine Abdeckung größerer Regionen pro Sender könnte diese Lage verbessern.

Lutz MAHNKE, Geschäftsführer LM Medienberatung, moderiert die Diskussion, in der vermehrt auf die Bedeutung von praxisorientierten Must-Carry-Bestimmungen für die Branche hingewiesen wird. Auch die neuen Chancen von DVB-T werden erwähnt, wobei insbesondere darauf hingewiesen wird, dass diese Technologie auch die Übertragung von Services ermöglicht. Besondere Schwierigkeiten sehen viele Teilnehmer im Rahmen der Vermarktung. Die Akquisition ist im lokalen Bereich sehr schwierig. Eine Kooperation auf nationaler Ebene kann nur bei Vorliegen entsprechender Voraussetzungen, wie etwa einem gemeinsamen Auftritt, zielführend sein. Auch das Überwiegen von Patronanzformaten statt Werbespots erschwert die Akquisition und die Abwicklung. Muhr geht von einem Finanzierungsdefizit von 40% aus, das nur schwer zu decken sein wird. In diesem Zusammenhang wird auf die Bedeutung einer Plattform hingewiesen, die gemeinsame Interessen bündeln kann. Es wird beschlossen, eine solche im FV Telekom und Rundfunk anzustreben.

Keynote: "user experience - der Kunde im Mittelpunkt"

In ihrer Keynote präsentierte Dr. Regina BERNHAUPT, Leiterin Forschungsabteilung Ruwido, die Firmenphilosophie von Ruwido und zeigte an einem Beispiel, wie man Kunden in den Mittelpunkt stellt und aus der User Experience Informationen für die Produktentwicklung gewinnt. Wichtig sei dabei, den Kontext der Nutzung zu beachten. User experience sei dabei mehr als Usabilty: es komme das subjektive Empfinden hinzu, der Spaß an der Sache, der die Affekte und die Emotionen des Anwenders anspreche. Die so entwickelten Produkte müssten angenehm und einfach zu bedienen sein - "Joy to own and joy to use". Das Fernsehen werde nach ihrer Einschätzung Fernsehen bleiben - als soziales Event, über das man spricht.

Wer gewinnt das Match um den TV-Kunden? (Kabel- Sat, Mobil, IP- oder Web-TV?)

NIENHAUS stellte eingangs sein Unternehmen in Magdeburg vor, das 30% Marktanteil bei Onlinezugängen und Telefonie hat. Er betonte, dass die Kunden guten Service schätzten und honorierten. Das Modem werde bei Ihnen installiert. Man konzentriere sich auf die Funktion als Netzbetreiber und produziere selber keinen Content.

KNÖR skizzierte den Versorgungsgrad durch Satelliten und bezeichnete die Position seines Unternehmens insofern als gut als dass Astra keine Kundenbindungen gegenüber den Endnutzern habe. In der Zukunft sehe er Hybridmodelle, wobei IP aber nur als Ergänzung dienen werde. Das Fernsehen werde seinen Charakter behalten, schließlich wolle der User nicht ständig vor Aktionsentscheidungen gestellt werden. Das Fernsehen werde unterhaltungsgeprägt bleiben. Mehr Programm heiße dabei mehr Erfolg. Die Diskussion sei im übrigen viel zu technisch, denn die Entwicklungen seien nicht technikgetrieben, sondern es gehe darum, was der Konsument will.

MOORMANN berichtete von einem Kundenzuwachs in den letzten zwei Jahren von 3.500 Kunden im Monat für aonTV. Die Konkurrenz sage, sie merken das nicht, weshalb er noch viel Platz im Markt sehe. Auch er verstehe Fernsehen vor allem als "lean back"-Medium. Die Telekom mache mit neuen Services wie aonTV und Online-Festplatte Konvergenz anwendbar und schaffe einen Nutzungszusammenhang für die Userinhalte. Lean Back sei die Hauptfunktion und die Ergänzung über IP-Funktionalität schafften einen Mehrwert für den User.

Seiner Meinung nach lebe der Markt von Individualisierung, aber dennoch müssten Werte gesendet werden, über die man am nächsten Tag spricht. 1000 Sender zu haben, mache überhaupt keinen Sinn. Diese Auswahlmöglichkeit solle dem Internet vorbehalten bleiben und nicht im TV abgebildet werden. Eine fixe Zuordnung von Sendern an Bandbreiten (Sender-Frequenz Allokation) sei grundsätzlich eine Verschwendung. Da sei IP-TV sparsamer und effizienter. Sender einzuspeisen, die nicht konsumiert werden, sei Verschwendung und kein Erfolgsmodell.

BREITENECKER verstehe sein Unternehmen als "plattformagnostisch". Er strebe eine möglichst hohe technische und tatsächliche Reichweite an. Interessant sei die Entwicklung von IP-TV in den letzten Monaten. Es gelte, je kleiner und neuer ein Sender ist, desto besser sind IP-Verbreitungsformen. Er erläuterte an Hand der Historie, wie schnell Anfang der 90er die Ausbreitung per Satellit geschah. Ihm sei dabei wichtig zu kontrollieren, wer die eigenen Inhalte nutzt, denn Puls 4 habe schließlich die Produktionskosten zu tragen. Er wolle unbedingt die Hoheit über die Verwertung des Programms behalten und nicht einfach Inhalte an eine Plattform geben, wo deren weitere Verarbeitung nicht mehr übersehbar ist. Die Position von Astra sei nur dann als komfortabel zu bewerten, wenn man die Möglichkeiten von IP-TV nicht sieht. Denn dafür seien andere Verbreitungswege sicher besser. Bisher war das Credo immer, möglichst hohe Reichweiten zu erreichen. Davon gehe man aber dann ab, wenn die Werbung durch PVRs zB überspult werden kann, und man  überlege sich, wie man seine Inhalte verwerten könne und welche neue Werbeformen möglich sein werden. Er könne sich Hybridmodelle zwischen Free-TV und Pay-TV vorstellen.

Die Zukunft des Kabelfernsehens: Mehrwert durch digitales Kabel – neue Geschäftsmodelle

GRINSCHGL skizzierte den Status der Digitalisierung in Österreich, wonach die Digitalisierung bei der Satellitenübertragung fast abgeschlossen ist. nur noch 3% der Zuseher empfangen Satellitenprogramme analog, gegenüber 39% digital. Die Terrestrik ist weit untergeordnet und macht nur noch 6% unter der Empfangsarten aus, davon ein Drittel analog. Er vergab die „Goldene Zitrone“ für Digitalradios, die bei der Digitalisierung noch wenig Fortschritte machen und silberne Zitrone für die KNB, die noch zu 35% analog verbreiten und nur 8% digital (auf den Gesamtmarkt der Empfangsarten bezogen).

LANGHEINRICH erläuterte, dass in Deutschland 52,8% der Haushalte den Übertragungsweg Kabel nutzen, 42% Satellit und die Terrestrik 11%. Der Digitalisierungsgrad beim Satellitenempfang beträgt 76%, bei den KNB 30,6%. Das Erfolgsrezept für die KNB waren Triple Play-Angebote und regionale Inhalte. Fazit: Den Kunden muss man von der Flexibilität des Produkts überzeugen und dann komme er auch.

WEITZEL unterstrich, dass die Kabelnetzbetreiber mit dem Kabelnetz den Königsweg für Breitbandübertragungen in der Hand hätten. IP-TV sei bei Docsis 2.0 Stand der Technik und erst Recht bei der Weiterentwicklung zu 3.0. bereits Docsis 2.0 bietet einen Downstream von 164 Mbit über 8 Kanäle, dazu DVB-C 1,3 Gbps, 5 Gbps seien im kompletten Spektrum möglich. Die Inhouseverkabelung sei dabei ein ganz wichtiger Zugang zum Kunden. Man müsse nur dafür sorgen, dass die Zuführungsnetze breitbandig sind und einen Rückkanal bieten. Das erfordere Investitionen in Geräte – und nicht in die wesentlich teurere Verlegetechnik.

KÜHBERGER beschrieb das Engagment von Ocilion in der Schweiz und verwies darauf, dass dort PVRs (Private Video Recorder) mit Festplattenrekordern gleichgehalten sind und eine Abgabe für die Urheberrechte wie für eine Festplatte zu zahlen ist. Wenn das hier nicht möglich sein sollte, werde die Wertschöpfung vor allem nach Fernost verschoben, wo die HD-Receiver hergestellt werden. Die Leute wollen einfache Lösungen wie sie ein PVR bietet. Kabelnetzbetreiber haben ideale Voraussetzungen, interaktives TV anzubieten, weil die Infrastruktur schon da ist und für breitbandige Dienste geeignet ist. Außerdem kommen die Kabelnetzbetreiber bis zum Kundenfernseher und nicht nur ans Haus. Aus Kundensicht müsse man eine ganz simple Box anbieten, die der Kunde nur anzustecken braucht und die ihm dann die verschiedenen Möglichkeiten hybrider Boxen bietet, einschließlich IP-Verbindung für Internetanwendungen.

OUWENDIJK stellte den niederländischen Empfangsmarkt mit einer Kabelpenatrationsrate von 96% vor. Er warnte davor, die Loyalität des Kunden zu seinem TV-Anbieter zu überschätzen. Als Marketingmaßnahmen erfolgreich seien spezielle Imagekampagnen für Kabelnetze gewesen, die keinerlei technische Aspekte beinhaltet haben, sondern allein die Livestyleaspekte betont haben. Weiters habe man die Infokanäle aufgebessert und Communities als Verkaufskanäle Sales Channel. Ganz wichtig: Die Boxen wurden kostenlos abgegeben, so habe man einen Digitalisierungsgrad von 85% erreicht. Die größte Konkurrenz für Kabelnetzbetreiber komme nicht vom Satelliten, sondern vom Mobilfunk und da rede man nicht über Technik, sondern über die Usabilty und Feelings für den Nutzer.

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