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Einlagensicherung: Welche Guthaben sind gesichert?

Häufig gestellte Fragen

Stand:

Sind nur Guthaben österreichischer Staatsbürger gesichert?

Nein, die Staatsbürgerschaft des Kunden spielt keine Rolle. Es sind somit auch Guthaben von Kunden, die nicht österreichische Staatsbürger sind, gesichert.

Welcher Einleger ist gesichert?

Grundsätzlich sind die Guthaben jeder natürlichen Person und jeder nicht natürlichen
Person (also z.B. juristische Person, Personengesellschaft) gesichert, es sei denn, die
Person ist von Gesetzes wegen explizit von der Sicherung ausgeschlossen (Details siehe §
93 Abs. 5 BWG).

Nicht gesichert sind beispielsweise

  • Einlagen von dem Kreditinstitut nahestehenden Personen (z.B. Vorstands- und
    Aufsichtsratsmitglieder; dessen Wirtschaftsprüfer; alle Funktionsträger in wesentlichen
    verbundenen Unternehmen)
  • Einlagen naher Angehöriger des obigen Personenkreises sowie Dritter, sofern diese für
    Rechnung der dem Kreditinstitut nahestehenden Personen handeln (eigenes Vermögen
    naher Angehöriger unterliegt hingegen der Einlagensicherung)
  • Einlagen von Unternehmen, die die Voraussetzungen für große Kapitalgesellschaften im
    Sinne des § 221 Abs. 3 UGB erfüllen.
  • Einlagen von Staaten
  • Einlagen regionaler und örtlicher Gebietskörperschaften (z.B. Länder und Gemeinden).

Sind Guthaben auf Treuhandkonten gesichert?

Ein Treuhandkonto lautet auf einen Treuhänder, der auf dem Konto für Rechnung einer
anderen Person über ein Guthaben disponiert. Wirtschaftlicher Eigentümer des auf dem
Treuhandkonto erliegenden Guthabens ist daher der Treugeber, der auch für dieses
Guthaben im Rahmen des Höchstbetrags gesichert ist. Die Auszahlung des gesicherten
Betrags erfolgt nach Legitimierung und Nachweis des Anspruches an den Treugeber.
Gleiches gilt für Anderkonten, also Treuhandkonten, die nur von bestimmten
Berufsgruppen eröffnet werden können (Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftstreuhänder,
Immobilienmakler und –verwalter, sowie Ziviltechniker).
Für natürliche Personen, die z.B. einem Hausverwalter treuhändig Geld anvertraut haben,
sind daher die ihnen zuzurechnenden Guthaben auf den Anderkonten des Hausverwalters
im Rahmen des Auszahlungshöchstbetrags - also bis zu EUR 100.000,-- pro Person -
gesichert.

Sind Guthaben einer Wohnungseigentümergemeinschaft gesichert?

Ist eine Wohnungseigentümergemeinschaft (im Sinn des Wohnungseigentumsgesetzes)
Kontoinhaber oder Treugeber, dann sind nicht die einzelnen Wohnungseigentümer jeweils
bis zu einem Auszahlungshöchstbetrag von EUR 100.000,-- gesichert, sondern nur die
Wohnungseigentümergemeinschaft als juristische Person einmal bis EUR 100.000,--.

Sind Guthaben Minderjähriger gesichert?

Auch die Guthaben minderjähriger Personen unterliegen der Einlagensicherung. Der
gesetzliche Vertreter des Minderjährigen hat den Anspruch bei der Sicherungseinrichtung
geltend zu machen.

Sind Guthaben in einem Verlassenschaftsverfahren gesichert?

Konten und Sparbücher, die zu einer Verlassenschaft gehören und deswegen gesperrt sind,
unterliegen der Einlagensicherung. Die Verlassenschaft ist dabei als eine (nicht-natürliche)
Person zu betrachten.

Der Anspruch ist vom jeweiligen Vertreter der Verlassenschaft geltend zu machen. Nach
Einantwortung erlischt die Verlassenschaft; die vormals ihr zugekommenen Ansprüche
gehen im Ausmaß der Erbquoten auf die Erben über.

Sind Guthaben auf einem Gemeinschaftskonto gesichert?

Ein Gemeinschaftskonto lautet nicht auf den Namen eines, sondern mehrerer Kunden. Der
Grundsatz, dass pro Kreditinstitut und pro Person bis zu EUR 100.000,-- gesichert sind,
unabhängig von der Anzahl der Konten bzw. Sparbücher, gilt auch hier. Sofern daher alle
Kontoinhaber legitimiert sind, gilt für jeden Kontoinhaber der Auszahlungshöchstbetrag von EUR 100.000,- (Mehrfachauszahlung). Der Anspruch des jeweiligen
Forderungsberechtigten ist vor Auszahlung auf angemessene Weise nachzuweisen.
Wenn also z.B. auf einem Gemeinschaftskonto mit zwei Kontoinhabern ein Guthaben von
EUR 200.000,-- besteht, können bei entsprechendem Nachweis die beiden Kontoinhaber
im Einlagensicherungsfall je einen Betrag von EUR 100.000,-- beanspruchen.
Damit nicht durch Gemeinschaftskonten der Auszahlungshöchstbetrag pro Person
umgangen werden kann, müssen die Gemeinschaftskonteninhaber der
Sicherungseinrichtung vor Auszahlung auf eine angemessene Art und Weise nachweisen,
von wem die Gelder am Gemeinschaftskonto stammen und wem diese im
Auszahlungszeitpunkt zivilrechtlich zustehen. Wenn dies nicht gelingt, muss der Anspruch
mittels Klage beim zuständigen österreichischen Gericht erhoben und gerichtlich geklärt
werden.

Gemeinschaftskonten führen daher in einem Einlagensicherungsfall immer zu einer
Zeitverzögerung bei der Auszahlung. Bei Einzelkonten kann der gesicherte Betrag in aller
Regel rascher und problemloser ausbezahlt werden.
Das Gleiche gilt sinngemäß für Gemeinschaftssparbücher. Hier ist zusätzlich zu
berücksichtigen, dass Sparbücher vor Auszahlung des gesicherten Betrags jedenfalls
vorgelegt werden müssen.

Sind Guthaben auf einem Konto einer Personengesellschaft gesichert?

Guthaben auf Konten von offenen Gesellschaften, Kommanditgesellschaften oder
Gesellschaften bürgerlichen Rechts, sowie von diesen Gesellschaftsformen entsprechenden
ausländischen Gesellschaften werden immer nur als Guthaben einer Person behandelt, auch
wenn mehrere Personen als Gesellschafter darüber verfügen können.
Der Auszahlungshöchstbetrag beträgt bei einem solchen Konto daher EUR 100.000,-.