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Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen

Die aktuelle Flüchtlingssituation stellt Österreich und ganz Europa vor große Herausforderungen. Im Jahr 2016 wurden in der gesamten EU rund 1.075.000 Asylanträge gestellt, im Jahr 2015 waren es rund 1.321.000. Mit rund 670.000 Asylanträgen entfiel dabei mehr als die Hälfte der Anträge auf Deutschland, gefolgt von Italien, Frankreich und Österreich. Im Jahr 2016 wurden in Österreich 42.073 Asylanträge gestellt, die Antragszahlen gingen im Vergleich zum Rekordjahr 2015 um mehr als die Hälfte zurück.

Asylum claims in Europe 2015
Quelle: Eurostat

Die Hauptherkunftsländer der Asylwerber sind Afghanistan (2016: 11.742 Anträge), gefolgt von Syrien (2016: 8.845 Anträge), Irak und Pakistan. Während die Schutzquote bei syrischen Flüchtlingen im Jahr 2016 stieg, ging die Schutzquote von afghanischen Flüchtlingen etwas zurück.

Asylanträge Österreich
Quelle: Asylstatistik, BMI; eigene Darstellung.
Gesamtschutzquoten Österreich
Quelle: Asylstatistik, BMI; eigene Darstellung.

Im Jänner 2017 waren rund 28.720 Asylberechtigte und Subsidiär Schutzberechtigte beim AMS registriert (+ 33 % im Vergleich zum Jänner 2016), knapp zwei Drittel davon in Wien.

Qualifikationsniveau nach Herkunftsland unterschiedlich – günstige Altersstruktur

Das Qualifikationsniveau der anerkannten Flüchtlinge ist je nach Herkunftsland sehr unterschiedlich. Dies wurde durch den AMS-Kompetenzcheck, den mittlerweile 6.000 Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte abgeschlossen haben, festgestellt. Personen aus Syrien, dem Iran und Irak weisen vergleichsweise hohe Qualifikationen auf, während Personen aus Afghanistan großteils über sehr niedrige Qualifikationen verfügen. Jahrzehntelanger Krieg und das Vorherrschen bildungskritischer Regimes haben in Afghanistan ihre Spuren hinterlassen.

Syrien:

Qualifikationsniveau Syrien
Quelle und Darstellung: AMS, Pressekonferenz Jänner 2017.

Iran:

Qualifikationsniveau Iran
Quelle und Darstellung: AMS, Pressekonferenz Jänner 2017.

Irak:

Qualifikationsniveau Irak
Quelle und Darstellung: AMS, Pressekonferenz Jänner 2017.

Afghanistan:

Qualifikationsniveau Afghanistan
Quelle und Darstellung: AMS, Pressekonferenz Jänner 2017.

Asylberechtigte in Österreich weisen laut einer Studie von Joanneum Research im Vergleich zur inländischen Bevölkerung eine günstigere Altersstruktur auf. Das Durchschnittsalter von Asylberechtigten liegt bei 29 Jahren, bei der österreichischen Bevölkerung liegt es bei 42 Jahren. Der Großteil der Asylberechtigten ist zum Zeitpunkt der Statuszuerkennung im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 18 und 64 Jahren alt.

Frühzeitige Integrationsmaßnahmen sind der Schlüssel zum Erfolg 

Laut OECD stellt die frühzeitige Arbeitsmarktintegration einen wesentlichen Faktor für den langfristigen Integrationserfolg dar. Sie empfiehlt daher, Flüchtlingen und Asylsuchenden mit hoher Bleibeperspektive so rasch wie möglich Zugang zu Aktivierungs- und Integrationsmaßnahmen zu gewähren. Dies umfasst insbesondere Deutschkurse bis zumindest B1-Niveau, die Anerkennung von Qualifikationen sowie einen Arbeitsmarktzugang bereits während des Asylverfahrens. Wenn Länder frühzeitig und umfassend in Integrationsmaßnahmen investieren, verzeichnen sie langfristig einen deutlich besseren Integrationserfolg bei Flüchtlingen, der jedenfalls auch die zweite Generation mitumfasst.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine aktuelle österreichische Studie von Joanneum Research, die sich mit den ökonomischen Effekten von Asylberechtigten befasst. Die Studie attestiert grundsätzlich leicht positive volkswirtschaftliche Effekte, die jedoch auch negativ werden könnten, wenn es nicht gelingt, Flüchtlinge möglichst bald in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Eine frühzeitige und umfassende Arbeitsmarktintegration stellt letztlich also den Schlüsselfaktor dar. 

Nach einer aktuellen Umfrage von Ernst & Young unter mittelständischen Unternehmen beschäftigt bereits rund jeder neunte Betrieb Flüchtlinge. Demnach wären 85 Prozent der befragten Betriebe auch bereit Flüchtlinge einzustellen. Rund 60 Prozent der Betriebe beurteilen die aktuellen Arbeitsmarktintegrationsmaßnahmen jedoch als verbesserungswürdig.

Initiativen und Vorschläge zur verbesserten Arbeitsmarktintegration

Die Sozialpartner haben dieses zentrale Thema frühzeitig aufgegriffen und 2016 gemeinsam Vorschläge zur verbesserten Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen erarbeitet.

 

Die WKÖ setzt darüber hinaus an folgenden Punkten an: 

  

Quellen:

  • Eurostat, 2016.
  • BMI Asylstatistik, 2016.
  • Integrationsbericht des Expertenrates, 2016.
  • Pressekonferenz AMS, Jänner 2017.
  • DiPAS-Studie (Displaced Persons in Austria Survey), 2016.
  • Ernst & Young, Flüchtlinge in österreichischen Mittelstandsunternehmen, Jänner 2017.
  • Thomas Liebig, OECD 2016.
  • Joanneum Research, Ökonomische Effekte von Asylberechtigten in Österreich, 2017.




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