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Maya Karen Zeindl - Studio Zugvogel

Karen Zeindl
© Carl Liebegall/Hirschgut

Beschreiben Sie in ein paar Sätzen Ihre Gründungsidee

Ich eröffne ein kleines Studio direkt am See in Ossiach, in dem ich neben meiner üblichen organisatorischen Tätigkeit für Veranstaltungen der Kreativität Raum gebe. Neben eigenen Arbeiten werden auch die Werke regionaler Künstler zum Tragen kommen- sei es Fotografie, Malerei oder Bildhauerei-, die während der Sommersaison zum Verkauf stehen. In den restlichen Monaten des Jahres soll das Studio als Schnittstelle für Kreative dienen, den Austausch, das Schaffen und das Entstehen neuer Projekte befeuern.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen? Was motiviert Sie zur Selbständigkeit? Warum gründen Sie gerade jetzt?

Ich bin eigentlich Meisterin für Veranstaltungstechnik und seit 17 Jahren selbständig. Meine Kompetenzen liegen in Organisation, Kommunikation, Krisenmanagement- alles, was im Hintergrund einer großen Veranstaltung wichtig ist für einen reibungslosen Ablauf der Show. In Kärnten war ich schon lange Zeit für eine Veranstaltungsreihe zuständig, mein Partner und ich spielten bereits mit dem Gedanken, uns hier niederzulassen. Wir waren überall auf der Welt unterwegs, bis uns die Corona- Pandemie mit einem Schlag alle Entscheidungen abnahm. Wir hatten das große Glück, in Ossiach „sanft zu landen“, die Gemeinde und die hier ansässigen Unternehmer nahmen uns mit offenen Armen auf und gaben uns die Möglichkeit, überhaupt Geld zu verdienen. 

Gleichzeitig hatte ich im Sommer 2020 zum ersten Mal seit langer Zeit wieder den Kopf frei für kreative Arbeiten. Schreiben und zeichnen sind für mich der wichtigste Mechanismus, um mich mit Umwälzungen, Krisen und nicht greifbaren Themen auseinanderzusetzen und nicht unterzugehen. Das möchte ich nun in der Zukunft stärker thematisieren und dennoch meinen Beruf, die Veranstaltungstechnik, nicht aufgeben. Zusätzlich habe ich im letzten Herbst das Management und Booking für das kleine, feine Musiklabel „Majazztic Sounds“ in den Ossiacher Tauern übernommen. Ziel ist es, all das in Zukunft miteinander zu verbinden und dadurch neue Kräfte freizusetzen. Somit habe ich alle Zelte in Deutschland abgebrochen und hier gegründet, um mich mit viel Vorlauf gut positionieren zu können. Eine Alternative zur Selbständigkeit existiert in meiner Welt eigentlich nicht, zu gerne trage ich die volle Verantwortung und genieße die unternehmerische Freiheit. 

Ich habe im Jahr 2020 viel verarbeiten müssen und der Schock über den plötzlichen, unverschuldeten „Verlust" von Existenzgrundlage und Traumberuf sitzt tief. Aber ich habe auch viel über mich, mein Können und generelle Werte gelernt. Für mich war von Anfang an klar: nicht aufgeben, beweglich bleiben immer noch da sein, wenn es wieder losgeht. Diese dynamische Zeit voller Umbrüche als Möglichkeit sehen, nicht als Krise. Offen sein für neue Wege, und auch den „wilden Ideen“ Chancen geben. Und daher gibt es keinen besseren Zeitpunkt zu starten als jetzt. 

Was hilft Gründerinnen in dieser schwierigen Zeit?

Ich denke, man sollte sich seiner Möglichkeiten und Ziele sehr bewusst sein. Es ist eine unberechenbare Zeit und straffe Businesspläne helfen gerade nicht viel, wenn man noch nicht mal planen kann, ob und unter welchen Umständen gearbeitet werden kann und darf. Standhaftigkeit, ein langer Atem und Selbstsicherheit sind daher sehr wichtig.

Mir hilft vor allem der Zusammenhalt und Austausch mit den Unternehmern hier, allen voran die starken Frauen, die seit Jahren erfolgreich ihre Betriebe führen. Ob es um das Austüfteln neuer Ideen und Synergien geht, den Kontakt zu einem Steuerbüro oder einen Ratschlag zu organisatorischen Themen: ich stehe nicht allein. Ein gutes, starkes Netzwerk ist der Motor für viele Unternehmungen. Meine Familie und mein Partner stärken mir ebenso den Rücken, sie alle sind ebenfalls seit langer Zeit selbständig und kennen alle Höhen und Tiefen der Unternehmensführung.  

Am meisten hat mich jedoch die Zusammenarbeit mit der WKO überrascht: Herr Adami von der Bezirksstelle Feldkirchen war von Anfang ein freundlicher, unbürokratischer Berater und Ansprechpartner, der mir jederzeit alle Fragen beantwortet, sämtliche Informationen und Tipps bereithält und sich sogar so weit in meine Themengebiete einlas, dass er in persönlichen Gesprächen Branchenspezifische Fachausdrücke kannte und bestens über die Arbeitsweise in der Veranstaltungswelt informiert war. Die Vermischung von „altem Job“ und „neuen Wegen“ stellt kein Problem dar und es hilft ungemein, seitens der WKO Feldkirchen einen kompetenten Berater an der Seite zu haben. Ich fühle mich als Gründerin und Unternehmerin in Österreich gut aufgehoben und willkommen geheißen, was in starkem Gegensatz zu meinen Erfahrungen aus Deutschland steht.  

Einzig was mir noch fehlen würde (allerdings habe ich mich mit der Thematik noch nicht proaktiv auseinandergesetzt) wäre ein Überblick über Förderungsmöglichkeiten. Hier geht es weniger um die Zuschüsse für banale Themen, sondern generell um eine schnelle Möglichkeit, alle derzeit in Österreich verfügbaren Möglichkeiten, also auch jene von privaten Stiftungen für besondere Projekte, überblicken zu können. 

Ihre Strategie für die nächsten Monate?

Zuerst einmal das grobe organisatorische Abarbeiten: Homepages, Visitenkarten, Studioeinrichtung, Werbestrategien und Zeitpläne bearbeiten und definieren. Ich möchte im Frühjahr eröffnen, es gilt also, verschiedenste Prioritäten zu beachten. Da ich nebenbei noch andere Projekte betreue, muss es gut strukturiert vorangehen. Wenn der erste große Punkt, die Eröffnung, erreicht ist, geht es weiter: den Spätsommer und Herbst mit diversen Veranstaltungen und Schwerpunktausstellungen planen und natürlich ist die ständige Präsenz im Studio wichtig. Insgesamt ist es das „Startjahr“ für mich mit dem Studio, ich sehe es also gelassen und weiß, dass sich viele Dinge erst herauskristallisieren, wenn man bereits unterwegs ist, zum Beispiel den Geschmack der Kundschaft immer zu treffen und deren Bedarf zu decken. Es ist also viel Arbeit, dennoch möchte ich mir genügend Spielraum für Anpassungen lassen, um stets flexibel reagieren zu können. Im kommenden Winter kann ich dann zum ersten Mal eine vollständige Bilanz ziehen, mit jedem Schritt nach vorne wird also der Weg klarer werden.

Rückfragen: 

„Maya“ Karen Zeindl
Studio Zugvogel
Feldkirchen/ Ossiach
www.studio-zugvogel.comwww.majazzticsounds.at