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Flexible Arbeitszeiten: Frau in der Wirtschaft legt Forderungspaket vor

Umfrage belegt: Flexiblere Arbeitszeiten gerade von Frauen verstärkt gewünscht – Bundesvorsitzende Fürntrath-Moretti: Realitätsnahe Rahmenbedingungen schaffen

Stand:
Flexible Arbe


„Wir sehen in der betrieblichen Praxis immer wieder, dass der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten gerade bei Frauen stark vorhanden ist. Doch selbst wenn Unternehmen und Arbeitnehmerin miteinander eine Lösung finden könnten, hakt es oft an den gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen“, sagte die Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Adelheid Moretti, am Montag in einer Pressekonferenz.

Um zu beleuchten, wie praktikable Lösungen aussehen können und wo Rahmenbedingungen geändert werden müssten, hat Frau in der Wirtschaft beim Meinungsforschungsinstitut market eine österreichweite Umfrage unter 1.800 Personen in Auftrag gegeben. Deutliches Fazit der Erhebung: Mehr Flexibilität ist das Gebot der Stunde. „Der Wunsch nach Individualität wird durchwegs groß geschrieben“, fasste market-Institutsvorstand David Pfarrhofer zusammen. „Gerade wenn wir über Flexibilität nachdenken, ist bei den Frauen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Thema Nummer eins. Hier ist Handlungsbedarf gegeben“.

87% der Befragten sagen, verschieden lange Arbeitstage wären für sie sehr interessant. Drei Viertel würden sich die Arbeitszeit gern auf weniger Tage pro Woche aufteilen. Von Zuhause aus arbeiten würden gerne zwei Drittel. „Wenn es um die Einteilung der Arbeitszeiten geht, sieht man, dass deutlich mehr Frauen als Männer einen späteren Arbeitsbeginn haben und vermutlich auch brauchen, um ihre Kinder in Betreuungseinrichtungen zu bringen“, so Pfarrhofer weiter.

„Flexiblere Zeiteinteilung stößt auf breite Zustimmung, wie die Umfrage belegt. Es muss also darum gehen, individuelle Spielräume zu finden und im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer umzusetzen“, so Fürntrath-Moretti. Um vor allem dem Wunsch der Frauen nach flexibleren Arbeitsformen entgegenzukommen, hat Frau in der Wirtschaft fünf Forderungen zusammengefasst:

1. Durchrechnung der Arbeitszeit
Derzeit kann eine Durchrechnung der Arbeitszeit, z.B. lange/kurze Wochen, nur auf der Grundlage eines KV-Modells durchgeführt werden. Der gesetzliche Spielraum wird in den KV jedoch nicht oder nur teilweise genutzt. Hier wäre eine Änderung des Arbeitszeitgesetzes wünschenswert, wonach die Durchrechnung auch mittels Einzelvereinbarung festgelegt werden könnte. Damit könnte der/die ArbeitnehmerIn einfach zwischen unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten wechseln.

2. Änderung der Zuschlagspflichten bei 10-Stunden-Tagen
Derzeit sind bei einem 10-Stunden-Tag die neunte und zehnte Stunde als zuschlagspflichtige Überstunden abzurechnen (Ausnahme gelten u.a. bei Gleitzeit und 4-Tage-Woche). Obwohl per Gesetz möglich, sind auf Kollektivvertragsebene kaum Fortschritte möglich. Um die Flexibilität zu erhöhen, soll die tägliche Normalarbeitszeitgrenze auf 10 Stunden - unter grundsätzlicher Beibehaltung der wöchentlichen Normalarbeitszeit von 40 Stunden pro Woche - angehoben werden (wie in Deutschland). Somit wären die neunte und zehnte Stunde keine Überstunden und damit zuschlagsfrei.

3. Mehr Flexibilität bei Höchstarbeitszeit
Die tägliche Höchstarbeitszeit beträgt derzeit 10 Stunden. Nur unter sehr restriktiven Bedingungen darf länger gearbeitet werden. Zumindest für bestimmte Fälle und Arbeitsplätze geringer Belastung sind die Spielräume, mehr als 10 Stunden zu arbeiten, zu erweitern. Zu denken ist etwa an Gleitzeit, Reisezeiten oder kurzfristig abzuschließende Projekte.

4. Homeoffice – Bestimmungen zu Ruhezeiten anpassen
Derzeit gilt ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot an Samstagen (ab 13 Uhr) und an Sonntagen (0-24 Uhr), wobei eine durchgehende Ruhezeit von 36 Stunden eingehalten werden muss. Unter der Woche gilt eine Ruhezeit von 11 Stunden (in KV auf 8 Stunden reduzierbar). Das geltende Recht schränkt die flexible Zeiteinteilung bei Teleworking stark ein.
Um die Gestaltungsfreiheit für die ArbeitnehmerInnen zu erhöhen, sollen die gesetzlichen Ruhezeiten bei Teleworking verringert werden. Dies sollte auch ohne kollektivvertragliche Regelung mit Einzel- bzw. Betriebsvereinbarung möglich sein. Die Gesamtarbeitszeit bleibt davon unberührt.

5. Homeoffice – Ausnahme von Überstundenzuschlägen am Abend
Zahlreiche Kollektivverträge sehen ab einer gewissen Uhrzeit, meist ab 20 Uhr, Nacht- oder erhöhte Überstundenzuschläge vor. Bei Teleworking kann die Arbeitszeit flexibel eingeteilt werden, d.h. der/die ArbeitnehmerIn beginnt beispielsweise erst am Abend zu arbeiten. Hier soll es Ausnahmen für Telearbeit geben.